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Experte Martin Rütter warnt Besitzer: Hitze-Gefahr für Hunde

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Martin Rütter weiß, worauf man achten muss, wenn es für Hunde zu heiß wird.
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Bei Hitze sind Hunde in Gefahr, vor allem draußen. Ihre Gassi-Runde benötigen Sie dennoch. Worauf Hundebesitzer achten sollten, erklärt Experte Martin Rütter.

Hamm – Die Hitzewelle in NRW und Deutschland macht uns Menschen schon ordentlich zu schaffen. Aber auch für Haustiere können die hohen Temperaturen eine ernsthafte Gefahr darstellen – und sie müssen besonders geschützt werden. Einfacher ist das, wenn man sie nur in Käfigen im Haus oder in der Wohnung hält. Schwieriger wird es da schon bei Hunden – sie müssen zwangsläufig auch bei großer Hitze vor die Tür und sind auf ihre täglichen Gassi-Runden angewiesen. Hunde-Experte Martin Rütter weiß, wie man den treuen Vierbeinern dabei die richtige Abkühlung verschaffen kann – und erklärt, worauf Hundebesitzer unbedingt achten sollten bei hohen Temperaturen.

Gassi-Runde mit Hunden bei Hitze lieber morgens oder abends gehen

„Morgens und abends ist die beste Zeit für lange Spaziergänge. Zu diesen Tageszeiten ist es meist noch etwas kühler“, sagt Martin Rütter auf wa.de-Nachfrage. Der Hunde-Fachmann warnt: „Sportliche Aktivitäten sollten in der Mittagshitze vermieden werden.“ Generell sollte man mit seinen Hunden bei der Hitze die richtigen Orte für die Gassi-Runde wählen. „Wälder bieten im Gegensatz zu offenen Feldern für Spaziergänge viel mehr Schatten“, sagt Rütter. Das grüne Blätterdach sorgt dafür, dass die Hunde nicht so stark der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Doch nicht nur die Hitze von oben birgt Gefahren.

Auf vier Pfoten läuft es sich besser, wenn alle heile und gesund sind. Gerade im Sommer können sich die Hunde aber üble Verletzungen zuziehen. „Asphalt wird im Sommer sehr heiß, und lange Wege über Asphalt können zu Verbrennungen an den Hundepfoten führen. Wer barfuß nicht über den Asphalt laufen kann, sollte seinen Hund auch nicht darüber laufen lassen“, sagt Martin Rütter. Sein Vorschlag: „Feldwege sind eine gute Alternative.“

Sollte es dann doch mal etwas zu heiß werden, müssen die Hundebesitzer für eine geeignete Abkühlung ihrer geliebten Fellnasen sorgen. Martin Rütter, der die größten Fehler bei der Hunde-Erziehung kennt, hat auch dafür einige Tipps parat:

  • Gehen Sie mit Ihrem Hund an den nahegelegenen See schwimmen, im Bach planschen oder stellen Sie ein robustes Planschbecken im Garten auf. 
  • Zur Beschäftigung an heißen Sommertagen eignen sich besonders Wasserspiele. 
  • Zum Beispiel fischen Hunde gerne Leckerlies aus einer Schüssel mit Wasser oder dem Hunde-Planschbecken.
  • Eine beliebte Beschäftigungsmöglichkeit sind auch Kauspielzeuge, gefüllt mit gefrorener Leberwurst oder Ähnlichem. Das bedeutet Kauspaß und Abkühlung zugleich. Achtung: Ihren Hund sollten Sie aus Sicherheitsgründen damit nicht alleine lassen. 

Hunden kann man an heißen Tagen mal ein Eis können

Den kulinarischen Erfrischungsmöglichkeiten sind auch bei Hunden natürlich (fast) keine Grenzen gesetzt. Neben genügend Trinkwasser – auch unterwegs – kann man seinen Vierbeiner auch mal so richtig verwöhnen. Hunde-Trainer und -Experte Martin Rütter, der sich ebenfalls mit Angst vor Hunden beschäftigt, weiß: „Auch Hunde lieben Eis!“

Daher könne man an den heißen Sommertagen dem besten Freund des Menschen auch mal „eine erfrischende Abkühlung mit selbstgemachtem Eis aus Brühe, Joghurt, Leberwurst – und was Ihrem Hund sonst noch schmeckt und was er gut verträgt“ anbieten. Doch aufgepasst: „Das Eis für Ihren Hund sollte nicht aus Milch oder Sahne hergestellt werden, da es viele Hunde nicht vertragen. Inzwischen gibt es auch in einigen Eisdielen spezielles Hundeeis“, sagt Rütter. Am besten nutzt man auch hier ein Spielzeug zum Befüllen, da Hunde das Eis nicht auf einmal fressen sollten.

Hunden sollte man im Sommer bei großer Hitze das Fell bürsten

Hunde können bekanntlich nicht schwitzen, sie hecheln stattdessen stark. Manchmal hilft das aber nicht, um für Abkühlung zu sorgen. Wenn dann noch das Fell zu dick ist, kann das schnell gefährlich werden. Gerade im Sommer gilt: Hunde sind in dieser Zeit oft im Fellwechsel. „Man kann diesen unterstützen, indem man die Hunde regelmäßig bürstet und die ‚lose‘ Unterwolle damit herausholt“, meint Rütter, der mit seiner Tour „Der will nur spielen!“ auch am 15. Dezember 2023 in der Westpress Arena in Hamm (NRW) sowie am 23. März 2024 (Zusatztermin) in der Westfalenhalle in Dortmund Halt macht.

Nicht immer hat man natürlich einen See oder ein anderes Gewässer in der Nähe. Auch die gefrorenen Leckerlis hat nicht jeder zur Hand. Macht nichts. Manchmal reichen auch die einfachen Mittel. „Einen Schattenplatz sollten Sie Ihrem Hund immer anbieten. Ein nasses Handtuch oder eine Kühldecke wird Ihr Hund gerne als Liegeplatz annehmen. Eine Kühlweste ist weniger empfehlenswert, da der Hund sie nicht ablegen kann, wenn es ihm zu kalt werden sollte“, sagt Rütter.

Sein Appell an alle Hundebesitzer: „Gönnen Sie Ihrem Hund bei sehr hohen Temperaturen so viel Ruhe und Pausen, wie er möchte. Lassen Sie Ihren Hund an den Tagen einfach mal nur Hund sein!“

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