Mieses Ergebnis

Scheibenfrostschutz im Test: Drei Produkte sind laut Experten „regelrecht gefährlich“

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Ein Test von elf Scheibenfrostschutzmitteln brachte jetzt ein ziemlich ernüchterndes Ergebnis zutage. Für das miserable Abschneiden gibt es seitens der Experten eine Vermutung.

Mit dem Winter beginnt für viele Autofahrer eine Leidenszeit: Bei eisigen Temperaturen können etwa die Türen zufrieren oder die Batterie macht schlapp, und man muss sich Starthilfe organisieren. Auch das Freikratzen der Scheibe ist nervig – doch wer nur ein Guckloch freimacht (wie ein kürzlich ein Autofahrer in den USA), riskiert nicht nur sein Leben, sondern auch das anderer. Für alle Autofahrer, die nicht ohnehin schon genug vom Winter haben, hier eine weitere Hiobsbotschaft: Die Sachverständigenorganisation KÜS hat Scheibenfrostschutz getestet – mit einem ziemlich ernüchternden Ergebnis.

Scheibenfrostschutz im Test: Drei Produkte „regelrecht gefährlich“

Den Experten zufolge hält längst nicht jeder Winter-Scheibenreiniger, was er verspricht. Gerade einmal zwei von elf getesteten Produkten konnten überzeugen, gleich drei fielen mit der Note „mangelhaft“ durch.

Nicht nur Testgewinner, sondern gleichzeitig auch Preis-Leistungs-Sieger ist das „Antifrost + Klarsicht Konzentrat“ von Sonax für 17 Euro je 5 Liter. Dies war der einzige Reiniger im Test, der er schon nach dem dritten Wischen für eine saubere Scheibe sorgte – was am Ende in der Gesamtnote „sehr gut“ resultierte. Durch die hohe Reinigungskraft ist eine Reinigung mit einem Preis von 26 Cent im Vergleich zu den anderen Kandidaten ziemlich günstig. Auf dem zweiten Platz landete der Scheibenfrostschutz „Klare Sicht Winter Konzentrat“ von Aral (3 Liter, 13,99 Euro) – dieser benötigte sieben Wischdurchgänge für einen guten Durchblick und bekam die Note „gut“. Mit einem Preis von 82 Cent kostet hiermit eine Reinigung aber mehr als das dreifache als beim Testsieger.

Scheibenfrostschutz ist im Winter wichtig – ein Test verschiedener Produkte ergab jedoch ein ernüchterndes Ergebnis. (Symbolbild)

Scheibenfrostschutz im Test: Neun Produkte laut Experten „enttäuschend“

Die Leistung der restlichen neun Testkandidaten bezeichneten die Experten als „allesamt enttäuschend“. Beunruhigend ist vor allem, dass die drei mit „mangelhaft“ bewerteten Reiniger laut KÜS sogar als „regelrecht gefährlich“ einzustufen sind. Das „Nigrin Power Scheiben-Frostschutz Konzentrat“ (5 Liter, 19,99 Euro), der „Robby Rob Scheibenfrostschutz für Winter und Sommer“ (5 Liter, 11,99 Euro) und das „Volkswagen Group Scheibenklar Konzentrat“ (2 Liter, 11,99 Euro), hinterließen direkt nach dem Wischen Schlieren auf der Scheibe, die bei Dunkelheit zum Blenden führen und die Sicht einschränken können.

Laut den Experten sollte ein guter Winterreiniger die Scheibe nicht nur vom typischen Salznebel befreien, sondern auch den Schmierfilm aus Reifenabrieb, Bremsstaub, Abgasruß, Motoröl sowie Wachs aus der Waschanlage beseitigen können. Wichtig für eine gute Sicht sind natürlich auch die Scheibenwischer – allerdings muss man nicht immer gleich neue kaufen, sondern kann sie auch nachschneiden.

Kontroll- und Warnlampen im Auto: Wenn es rot leuchtet, sollten Sie sofort anhalten

Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Plötzlich blinkt und leuchtet es im Cockpit! Die Symbole und Kontrolllichter am Armaturenbrett zeigen an, ob dem Auto technisch etwas fehlt. Allerdings, ist es wichtig zu wissen, was die Lämpchen bedeuten. Hier die wichtigsten Kontrollleuchten im Auto: © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Motoröldruck zu niedrig. Motor abstellen. Ölstand prüfen und gegebenenfalls nachfüllen - hilft aber nicht immer. Meist muss der Wagen in eine Werkstatt geschleppt werden. © ADAC
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Ölmangel, Ölstand überprüfen und nachfüllen - sonst droht Motorschaden. © ADAC
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Anschnallzeichen: Einer oder einige der Fahrgäste sind nicht angeschnallt. Das Symbol leuchtet auch auf, wenn eine schwere Tasche auf dem Sitz steht. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Probleme bei der Stromversorgung: Generator defekt oder eine elektrische Verbindung unterbrochen. Motor nicht ausschalten und zur nächsten Werkstatt. NICHT weiterfahren bei elektrischer Servolenkung (Lenkkraftunterstützung kann ausfallen) oder gerissener Keilriemen (Motor kann überhitzen). © ADAC
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Probleme mit der Bremse. Brennt dieses Licht auch bei gelöster Handbremse, droht große Gefahr. Zu wenig Bremsflüssigkeit oder die Beläge sind bis aufs Metall runter. Sofort anhalten und Pannendienst rufen. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Motor ist überhitzt. Kühlwasser reicht nicht mehr. Anhalten und abkühlen lassen. Danach unbedingt in die Werkstatt. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Reifendruckkontrollsystem meldet zu niedrigen Reifendruck. Eventuell harmlos, wenn das Symbol nach dem Reifenwechsel leuchtet (fehlende Kalibrierung) - mehr in der Betriebsanleitung. © ADAC
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Störung im Rückhaltesystem. Funktionsversagen des Airbags/ Gurtstraffers bei Unfall möglich - sofort in die Werkstatt. Symbol leuchtet auch bei deaktiviertem Beifahrerairbag (wg. Kindersitz). © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Bremsbeläge sind abgefahren und sollten demnächst erneuert werden. Weiterfahren möglich. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) ist aktiv - oft auf nassen und vereisten Straßen. Vorsichtig lenken, keine Vollbremsung machen und Fuß vom Gas nehmen. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Probleme mit der Motorsteuerung. Der Schadstoffausstoß kann erhöht sein. Symbol leuchtet auch, wenn die Lambdasonde defekt ist oder ein Marder ein Kabel beschädigt hat. Umgehend in die nächste Werkstatt fahren. © ADAC
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Nebelschlussleuchte ist eingeschaltet. In Deutschland nur erlaubt, wenn die Sicht durch Nebel geringer als 50 Meter ist. © ADAC

Scheibenfrostschutz im Test: Hohe Rohstoffpreise laut Experten möglicherweise ursächlich für das Ergebnis

Die Ergebnisse des aktuellen Tests sind laut KÜS die schlechtesten aller bisherigen Scheibenfrostschutz-Tests. Als mögliche Ursache für die teils erschreckenden Leistungen vermuten die Experten die gestiegenen Rohstoffpreise. Wegen der hohen Kosten verwenden viele Hersteller nun offenbar ersatzweise billigen Alkohol statt teurem Ethanol.

Rubriklistenbild: © Geisser/Imago

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