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Mazda 2 Hybrid im Alltagstest: Wie schlägt sich der Kleinwagen?

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Seine Verwandtschaft mit dem Toyota Yaris kann der Mazda2 Hybrid nicht leugnen. Doch das Facelift verpasst ihm mehr Charakter. Doch das ist nicht die einzige Veränderung.

So ein Kleinwagen ist schon was Feines – insbesondere, wenn man in einer Großstadt wohnt, in der Parkplätze Mangelware sind. Doch es gibt ein Problem: Immer mehr Modelle verschwinden vom Markt. Ford hat den Fiesta eingestellt. Und auch Audi hat beim A1 längst den Stecker gezogen. Jüngst folgte auch der Mitsubishi Space Star. Doch noch ist der Kleinwagen nicht ausgestorben. Neben Seat Ibiza, VW Polo und Co. gibt es auch noch das Doppelte Lottchen Mazda2.

Mazda2 ist nicht gleich Madza2

Klingt verwirrend, ist es aber nicht. Der japanische Hersteller leistet sich nämlich zwei Kleinwagen mit mehr oder weniger gleichem Namen. Vor vier Jahren stellte man dem Mazda2 einen Hybrid-Bruder zur Seite, um die Flottenwerte beim CO2-Ausstoß einzuhalten. Dabei galt das Motto: Lieber gut eingekauft, als schlecht selbst entwickelt. Und so packte man das eigene Logo kurzerhand auf den Toyota Yaris Hybrid. Das führte logischerweise zu Verwirrungen. Nun bekam der Mazda2 Hybrid ein Facelift mit dem markentypischen fünfeckigen Grill.

Nach dem Facelift sieht der Mazda2 Hybrid endlich auch aus wie ein Mazda.

Ansonsten ist aber immer noch sehr deutlich, dass man hier eigentlich einen Toyota Yaris vor sich hat. An der rundlichen Form, die ihn zu einer Knutschkugel macht, ändert sich natürlich nichts. Doch auch die Seitenansicht und das sehr expressive Heck des Yaris hat Mazda nicht angefasst. Lediglich die schwarze Leiste unter dem Heckfenster ist nun in Wagenfarbe lackiert, was dem Auto deutlich besser zu Gesicht steht.

Mazda2 Hybrid behält Innenraum vom Toyota Yaris

Und auch im Innenraum hat Mazda die Arbeit der Kollegen von Toyota offenbar so gut gefallen, dass man diesen so belassen hat. Somit kommt der Mazda2 in den Genuss eines echten Touchscreens, der je nach Ausstattung 9,0 oder 10,5 Zoll misst. Mit dem Facelift hält zudem ein Digitalcockpit Einzug und auch die Verkehrszeichenerkennung ist nun Serie. Praktisch ist auch das Head-up-Display, das alle relevanten Informationen liefert. Ist das Smartphone mit Apple Car Play oder Android Auto verbunden, werden dort auch die Navigationsinformationen angezeigt.

Darüber kann auch die schöne Aussicht nicht hinwegtäuschen: Innen sieht es genauso aus wie im Toyota Yaris.

Besonders löblich finden wir aber, dass es im Mazda2 Hybrid noch Knöpfe gibt. Die Klimaanlage, die Beheizung der Sitze und Front sowie Heckscheibe werden über Knöpfe gesteuert. Gleiches gilt für die Lenkradheizung. Allerdings ist der Knopf dafür im Fußraum des Fahrers platziert. Das ist unpraktisch, wenn man die Lenkradheizung während der Fahrt ausschalten will. Den Knopf zur Entriegelung des Tankdeckels hätte wohl auch nur Detektiv Conan auf Anhieb gefunden. Wir mussten jedenfalls eine ganze Weile danach suchen. Vor ähnliche Schwierigkeiten stellte uns auch der Öffnungsmechanismus des zweigeteilten Rollos des Panoramaglasdachs – trotz Anleitung.

Mazda2 Hybrid im Test: Fahrspaß trotz geringer Leistung

Abstriche muss man beim Mazda2 Hybrid zudem in Sachen Leistung machen. Der Vollhybrid bringt es auf 116 PS Systemleistung. Die 130-PS-Version bleibt dem Toyota Yaris vorbehalten. Etwas schade, aber im Alltag kein großes Problem. Denn auch so spurtet der Kleinwagen an der Ampel los und sorgt für Fahrspaß. Bei Bedarf kann man auf Knopfdruck in der Mittelkonsole zwischen den Fahrmodi Eco, Standard und Power wechseln. Und auch der EV-Modus lässt sich dort auf Wunsch aktivieren.

Tschüss Auto-Zwerge: Zehn kleine Fahrzeuge, die aus Städten verschwinden

Ein Ford Ka
Ford Ka: Mit dem Ka versuchte sich Ford ab dem Jahr 1996 in der Klasse der Kleinstwagen. 2009 kam in Deutschland die zweite Generation auf den Markt – und die war gleichzeitig auch die letzte. Im April 2016 endete die Produktion. © Ford
Ein Audi A1
Audi A1: Die zweite Generation des Audi A1 kam deutlich bulliger daher als die erste, die ab dem Jahr 2010 auf Kundenfang ging – dennoch zogen die Ingolstädter inzwischen einen Schlussstrich. Der Kleinwagen soll wie der Q2 keinen Nachfolger mehr bekommen und läuft voraussichtlich im Jahr 2025 aus. © Audi
Ein BMW i3
BMW i3: Den BMW i3 gab es in zwei Varianten: Als reines Elektroauto und in einer Version mit Range Extender. Auch für den Münchner Kleinwagen, bei dem viel teures Carbon zum Einsatz kam, blieb es bei einer Generation: Im Sommer 2022 wurde die Produktion eingestellt. © BMW
Ein Citroën C1
Citroën C1: Im Jahr 2005 kam die erste Generation des Citroën C1 auf den Markt, die baugleich mit dem Toyota Aygo und dem Peugeot 107 war. Der Nachfolger des Kleinstwagens startete 2014 – doch wie für so viele andere Kleine war ebenfalls im Jahr 2022 Schluss. © Citroën
Ein Opel Karl
Opel Karl: Benannt nach Carl von Opel (einem Sohn des Firmengründers Adam Opel), war der Kleinstwagen vor allem durch seinen günstigen Basispreis von rund 9.500 Euro zum Marktstart 2015 attraktiv. Erhältlich war der Karl lediglich mit einem 75 PS starken 1,0-Liter-Dreizylinder. Doch auch für ihn war schon 2019 wieder Schluss: Ein Grund dafür waren angeblich die immer strenger werdenden Abgasvorschriften. © Opel
Ein Suzuki Celerio
Suzuki Celerio: Dem Suzuki Celerio war in Deutschland nur eine kurze Karriere gegönnt: Ab 2014 war der Kleinstwagen hierzulande erhältlich. Bereits fünf Jahre später war Feierabend: Die Japaner nahmen den Kleinen in der Bundesrepublik vom Markt. In asiatischen und afrikanischen Märkten ist der Celerio jedoch weiterhin erhältlich. © Suzuki
Ein Smart Fortwo
Smart Fortwo: Als praktisches Stadtauto fuhr sich der Smart Fortwo ab dem Jahr 1998 in die Herzen vieler Autobesitzer. Inzwischen ist die dritte Generation des Zweitürers auf dem Markt – doch 2024 soll die Produktion eingestellt werden. Einen Smart wird es aber weiterhin geben: Der #1 wird ist ein viertüriges Elektro-SUV, das in China gebaut wird. © Smart
EIn Peugeot 108
Peugeot 108: Das Schwestermodell des Toyota Aygo und des Citroën C1 ging im Jahr 2014 an den Start. Es blieb bei nur einer Generation: Im Jahr 2022 lief die Produktion des Kleinstwagens in Tschechien aus.  © Peugeot
Ein Ford Fiesta
Ford Fiesta: Der Ford Fiesta bewegte ganze Generationen von Fahranfängern – im Jahr 1976 kam er erstmals auf den Markt. Inzwischen rollt die achte Generation des Kleinwagens vom Band, doch es wird die Letzte sein: Im Sommer 2023 wird die Produktion des Ford Fiesta eingestellt. © Ford
Ein Opel Adam
Opel Adam: Der Zwerg aus Rüsselsheim war durchaus beliebt bei den Kunden – trotzdem war im Jahr 2019 für den Adam (benannt nach dem Firmengründer Adam Opel) Schluss. Grund war angeblich der Wechsel der Marke Opel von GM in den heutigen Stellantis-Konzern. © Opel

Sonderlich hoch ist die rein elektrische Reichweite allerdings nicht, der Fokus liegt eher darauf, dass der Kleinwagen besser vom Fleck kommt. Der 1,5-Liter-Dreizylinder erweist sich im Test mit etwa 5,4 Liter auf 100 Kilometer bei sportlicher Fahrt zudem als sparsam. Laut Mazda soll der Durchschnittsverbrauch bei 3,8 bis 4,2 Liter liegen.

Mazda2 Hybrid: Kleines Auto, großer Preis

Doch auf den Verbrauch schaut man beim Mazda2 Hybrid ohnehin selten. Dafür macht der Kleinwagen einfach zu viel Spaß, auch wenn die Lenkung sehr komfortabel ausgelegt ist. Und dabei ist man erstaunlich ruhig unterwegs, der knurrende Dreizylinder ist zwar zu hören, aber das typische Gejaule der Vollhybride ist kaum zu vernehmen.

Im Alltag macht der Mazda2 Hybrid richtig Spaß.

Die offensichtlichste Schwäche des Mazda2 Hybrid ist aber das Platzangebot. Kein Wunder bei einem Kleinwagen mit 3,94 Metern Länge und 1,75 Meter Breite. In der Höhe kommt er auf knappe 2,02 Meter. Das Kofferraumvolumen von 286 bis 935 Liter ist klassenüblich und reicht für den Wocheneinkauf voll und ganz aus.

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Ganz günstig ist der Vollhybride aber nicht. Die Basis-Ausstattung Prime gibt es ab 24.990 Euro. Die etwas besser ausgestattete Center-Line gibt es ab 26.490 Euro. Die Exklusive-Line bietet Mazda ab 28.290 Euro an. Darüber folgen noch die Ausstattungen Homura (30.490 Euro) und Homura Plus (32.890 Euro). Viel Geld für einen Kleinwagen.

Rubriklistenbild: © Mazda

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