VonSimon Monesschließen
Seine Verwandtschaft mit dem Toyota Yaris kann der Mazda2 Hybrid nicht leugnen. Doch das Facelift verpasst ihm mehr Charakter. Doch das ist nicht die einzige Veränderung.
So ein Kleinwagen ist schon was Feines – insbesondere, wenn man in einer Großstadt wohnt, in der Parkplätze Mangelware sind. Doch es gibt ein Problem: Immer mehr Modelle verschwinden vom Markt. Ford hat den Fiesta eingestellt. Und auch Audi hat beim A1 längst den Stecker gezogen. Jüngst folgte auch der Mitsubishi Space Star. Doch noch ist der Kleinwagen nicht ausgestorben. Neben Seat Ibiza, VW Polo und Co. gibt es auch noch das Doppelte Lottchen Mazda2.
Mazda2 ist nicht gleich Madza2
Klingt verwirrend, ist es aber nicht. Der japanische Hersteller leistet sich nämlich zwei Kleinwagen mit mehr oder weniger gleichem Namen. Vor vier Jahren stellte man dem Mazda2 einen Hybrid-Bruder zur Seite, um die Flottenwerte beim CO2-Ausstoß einzuhalten. Dabei galt das Motto: Lieber gut eingekauft, als schlecht selbst entwickelt. Und so packte man das eigene Logo kurzerhand auf den Toyota Yaris Hybrid. Das führte logischerweise zu Verwirrungen. Nun bekam der Mazda2 Hybrid ein Facelift mit dem markentypischen fünfeckigen Grill.
Ansonsten ist aber immer noch sehr deutlich, dass man hier eigentlich einen Toyota Yaris vor sich hat. An der rundlichen Form, die ihn zu einer Knutschkugel macht, ändert sich natürlich nichts. Doch auch die Seitenansicht und das sehr expressive Heck des Yaris hat Mazda nicht angefasst. Lediglich die schwarze Leiste unter dem Heckfenster ist nun in Wagenfarbe lackiert, was dem Auto deutlich besser zu Gesicht steht.
Mazda2 Hybrid behält Innenraum vom Toyota Yaris
Und auch im Innenraum hat Mazda die Arbeit der Kollegen von Toyota offenbar so gut gefallen, dass man diesen so belassen hat. Somit kommt der Mazda2 in den Genuss eines echten Touchscreens, der je nach Ausstattung 9,0 oder 10,5 Zoll misst. Mit dem Facelift hält zudem ein Digitalcockpit Einzug und auch die Verkehrszeichenerkennung ist nun Serie. Praktisch ist auch das Head-up-Display, das alle relevanten Informationen liefert. Ist das Smartphone mit Apple Car Play oder Android Auto verbunden, werden dort auch die Navigationsinformationen angezeigt.
Besonders löblich finden wir aber, dass es im Mazda2 Hybrid noch Knöpfe gibt. Die Klimaanlage, die Beheizung der Sitze und Front sowie Heckscheibe werden über Knöpfe gesteuert. Gleiches gilt für die Lenkradheizung. Allerdings ist der Knopf dafür im Fußraum des Fahrers platziert. Das ist unpraktisch, wenn man die Lenkradheizung während der Fahrt ausschalten will. Den Knopf zur Entriegelung des Tankdeckels hätte wohl auch nur Detektiv Conan auf Anhieb gefunden. Wir mussten jedenfalls eine ganze Weile danach suchen. Vor ähnliche Schwierigkeiten stellte uns auch der Öffnungsmechanismus des zweigeteilten Rollos des Panoramaglasdachs – trotz Anleitung.
Mazda2 Hybrid im Test: Fahrspaß trotz geringer Leistung
Abstriche muss man beim Mazda2 Hybrid zudem in Sachen Leistung machen. Der Vollhybrid bringt es auf 116 PS Systemleistung. Die 130-PS-Version bleibt dem Toyota Yaris vorbehalten. Etwas schade, aber im Alltag kein großes Problem. Denn auch so spurtet der Kleinwagen an der Ampel los und sorgt für Fahrspaß. Bei Bedarf kann man auf Knopfdruck in der Mittelkonsole zwischen den Fahrmodi Eco, Standard und Power wechseln. Und auch der EV-Modus lässt sich dort auf Wunsch aktivieren.
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Sonderlich hoch ist die rein elektrische Reichweite allerdings nicht, der Fokus liegt eher darauf, dass der Kleinwagen besser vom Fleck kommt. Der 1,5-Liter-Dreizylinder erweist sich im Test mit etwa 5,4 Liter auf 100 Kilometer bei sportlicher Fahrt zudem als sparsam. Laut Mazda soll der Durchschnittsverbrauch bei 3,8 bis 4,2 Liter liegen.
Mazda2 Hybrid: Kleines Auto, großer Preis
Doch auf den Verbrauch schaut man beim Mazda2 Hybrid ohnehin selten. Dafür macht der Kleinwagen einfach zu viel Spaß, auch wenn die Lenkung sehr komfortabel ausgelegt ist. Und dabei ist man erstaunlich ruhig unterwegs, der knurrende Dreizylinder ist zwar zu hören, aber das typische Gejaule der Vollhybride ist kaum zu vernehmen.
Die offensichtlichste Schwäche des Mazda2 Hybrid ist aber das Platzangebot. Kein Wunder bei einem Kleinwagen mit 3,94 Metern Länge und 1,75 Meter Breite. In der Höhe kommt er auf knappe 2,02 Meter. Das Kofferraumvolumen von 286 bis 935 Liter ist klassenüblich und reicht für den Wocheneinkauf voll und ganz aus.
Ganz günstig ist der Vollhybride aber nicht. Die Basis-Ausstattung Prime gibt es ab 24.990 Euro. Die etwas besser ausgestattete Center-Line gibt es ab 26.490 Euro. Die Exklusive-Line bietet Mazda ab 28.290 Euro an. Darüber folgen noch die Ausstattungen Homura (30.490 Euro) und Homura Plus (32.890 Euro). Viel Geld für einen Kleinwagen.
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