Vertrag für Kabelfernsehen?

Betrug vor der Haustür: Verbraucherzentrale warnt vor „Medienberatern“

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Haustürwerbung statt Online-Anzeigen: Klingt nostalgisch, nicht selten handelt es sich allerdings um unseriöse Angebote. Aktuell warnt die Verbraucherzentrale vor „Medienberatern“. 

München – Mit großer Wahrscheinlichkeit haben auch Sie das schon erlebt: Es klingelt an der Tür und dort steht jemand, der Sie über ein bestimmtes Angebot „informieren“ möchte – ein Haustürwerber. Klingt altmodisch, aber noch immer sind diverse Außendienstmitarbeiter in diesem Auftrag unterwegs. Oft sind sie sehr aufdringlich und legen Ihnen nahe, schnell zu handeln. Dass das nicht selten ratsam ist, beweist eine aktuelle Warnung der Verbraucherzentrale.

Verträge für Kabelfernsehen? Bei diesen Haustürwerbern sollten Ihre Alarmglocken klingeln 

Haustürwerber nutzen eine Gesetzesänderung zu eigenen Zwecken aus, warnt die Verbraucherzentrale. Ab Juli 2024 soll das gesetzlich festgeschriebene „Nebenkostenprivileg“ abgeschafft werden. Das bedeutet, dass Kabelanschlüsse oder auch Internet- und Telefonanschlüsse nicht länger über die Nebenkosten abgerechnet werden dürfen. Stand jetzt ist dies unter den Mehrfamilienhäusern-Mieten verbreitet.

Medienberater sollten Sie nicht hereinlassen. (Symbolbild)

Sogenannte „Medienberater“ versuchen deshalb, vor der Haustür oder telefonisch „mit teilweise unseriösen Mitteln zusätzliche, meist unnötige Kabelverträge abzuschließen“, so die Verbraucherzentrale. Um die Dringlichkeit vorzutäuschen, warnen sie vor einer angeblichen Abschaltung des Kabelanschlusses. Tatsächlich gibt es für betroffene Mieter aber verschiedene Alternativen zum Kabelanschluss. Und die Zeit, in Ruhe abzuwägen bleibt, allemal. 

Das sollten Sie tun, wenn ein „Medienberater“ vor Ihrer Tür steht

Haustürwerber stehen in der Regel nicht aus Nächstenliebe vor Ihrer Tür. Dass Sie auf diese Weise das beste Angebot erhalten, ist unwahrscheinlich. Bleiben Sie also wachsam und skeptisch. Die Verbraucherzentrale rät Folgendes: 

  • Lassen Sie niemanden in die Wohnung: „Medienberater“ versuchen oftmals, sich mit dem Vorwand einer „Überprüfung“ des Kabelanschlusses den Weg in die Wohnung zu bahnen.
  • Unterschreiben Sie auf keinen Fall vor der Haustür: Sie brauchen sich nicht verunsichern und unter Druck setzen zu lassen. Dass Ihnen der Fernsehanschluss „sofort“ abgeschaltet wird, ist eine unseriöse Methode, um Druck auszuüben. 
  • Erfragen Sie den Dienstausweis und notieren Sie sich Kontaktdaten: Nehmen Sie sich Bedenkzeit und erfragen Sie die Möglichkeit, nach weiterer Recherche auf den Vertreter zuzukommen. Kein seriöser Anbieter würde dieses Vorhaben verneinen. 
  • Bei großer Aufdringlichkeit: Erteilen Sie Hausverbot und zögern Sie im Zweifel nicht, die Polizei einzuschalten. Ohne Erlaubnis das Haus zu betreten ist strafbar – sie sollten den Hausfriedensbruch zur Anzeige bringen.
  • Handeln Sie schnell bei einer Auftragsbestätigung trotz verweigerter Unterschrift: In diesem Fall sollten Sie den Vertrag widerrufen und den Fall der Verbraucherzentrale melden.

Das sollten Sie über die Absichten von Haustürwerbern wissen

Laut Verbraucherzentrale handelt es sich bei „Medienberatern“ oder andere Haustürwerber häufig um freiberufliche Verkäufer, die auf Provisionsbasis tätig sind. Sie sind deshalb auf eine schnelle Vertragsunterzeichnung angewiesen. Mit einer Abschaltung des Fernsehanschlusses zu drohen, kann somit als Taktik verstanden werden, um den persönlichen Zeitdruck auf den Haushalt abzuwälzen. (Felina Wellner)

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