Robuste Gewächse

15 mediterrane Pflanzen, die den Winter in Ihrem Garten überstehen

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Augen auf beim Pflanzenkauf: Ob eine mediterrane Pflanze im Sommer und im Winter im Beet stehen kann, hängt von mehreren Faktoren wie der Region und der Sorte ab.

Mediterrane Pflanzen sind Sonne und Wärme gewöhnt, mit denen Deutschland nur in einigen Sommermonaten dienen kann. Mit dem Frühling und dem Herbst hierzulande kommen die Südländer auch noch gut klar, nur im Winter wird es schnell brenzlig. Wer die Gewächse im Beet und nicht im Kübel anbauen möchte, sollte daher ein Augenmerk auf ihre Frostverträglichkeit richten. Entscheidend ist neben der Pflanzenart auch, wo genau man in Deutschland lebt.

Winterhärtezonen helfen bei der Einschätzung der Klimaregion

In milden Regionen Deutschlands gedeiht auch ein winterharter Granatapfel (Punica granatum).

Rheinland-Pfalz ist für seine klimatisch günstige Lage für Weine bekannt. Es ist nicht nur das Bundesland mit der größten Weinbaufläche, auch Exoten wie Aprikosen, Feigen oder Kiwi gedeihen mancherorts gut. Auch in anderen begünstigten Regionen Deutschlands, die oftmals unter anderem dank des warmen Golfstroms im Atlantik ein mildes Klima aufweisen, fühlen sich kälteempfindliche Pflanzen wohl. Die Nähe von Flüssen ist ebenfalls von Vorteil: Das Wasser reflektiert die Sonnenstrahlen und verstärkt damit die Lichteinwirkung. Dunst und Nebel schützen die Pflanzen vor Frost.

Um herauszufinden, welche mediterranen Pflanzen sich wo wohlfühlen, sollten Sie zunächst feststellen, in welcher Winterhärtezone (WHZ) oder USDA-Klimazone Sie leben. Im Internet findet man hierfür Grafiken, die eine gute Hilfestellung bieten. Als wichtige Zonen gelten für Deutschland (DACH-Region) diese Winterhärtezonen:

WinterhärtezoneRegion
Zone 5 bis 6Alpenraum
Zone 6 bis 7Flachland
Zone 7bBerlin, Dresden, Halle
Zone 8aRheinland, Küsten Schleswig-Holsteins und Niedersachsens, Hamburg, Kiel
Zone 8bHelgoland und Nordseeinseln

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Welche mediterranen Pflanzen für welche Region?

Um einen groben Überblick zu geben: Die folgenden winterharten Pflanzen überstehen Temperaturen bis etwa minus 17 Grad Celsius (manchmal auch mehr) und sind sowohl für milde als auch für kältere Regionen geeignet:

  • Mittelmeer-Schneeball (Viburnum tinus)
  • Lavendel (Lavandula angustifolia)
  • Zistrose (Cistus)
  • Thymian (Thymus vulgaris)
  • Dreiblättrige Orange (Poncirus trifoliata)
  • Ysop (Hyssopus officinalis)
  • Wein (Vitis vinifera)

In milderen Regionen bei Minustemperaturen von 7 bis 12 Grad Celsius überwintern im Beet

  • Echte Zypresse (Cupressus sempervirens)
  • Echte Feige (Ficus carica)
  • Granatapfel (Punica granatum)
  • Immergrüne Magnolie (Magnolia grandiflora)
  • Rosmarin (Rosmarinus officinalis)
  • Hanfpalme (Trachycarpus fortunei)
  • Lorbeer (Laurus nobilis)
  • Spanischer Ginster (Spartium junceum)

Von Basilikum bis Zitronenmelisse – wie Sie Kräuter überwintern können

Thaibasilikum, Thai-Basilikum oder thailändisches Basilikum, Ocimum basilicum var. thyrsiflora
Thai-Basilikum (Ocimum basilicum var. thyrsiflora) ist besonders robust. Es lässt sich bei etwa 10 Grad Celsius hell und trocken überwintern und wächst dann strauchiger. © H.Tschanz-Hofmann/Imago
Bergbohnenkraut (Satureja montana)
Bergbohnenkraut wird auch Winter-Bohnenkraut genannt und benötigt weder im Beet noch im Balkonkasten einen Kälteschutz. Das einjährige Sommer-Bohnenkraut muss man im nächsten Jahr neu aussähen. © imagebroker/Imago
Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas), blühend im Garten
Beim Lavendel kommt es sehr auf die Art an: Schopflavendel ist empfindlich und überwintert am besten drinnen. Echter Lavendel bekommt im Beet eine Mulchschicht. Im Topf kann er auch draußen bleiben, aber am besten gut eingepackt. © blickwinkel/Imago
Frost und Schneekristalle haben sich durch die Kälte auf einer Pfefferminze gebildet.
Minze ist winterhart bis zu minus 15 Grad. Im Freiland brauchen eigentlich nur exotische Sorten einen Schutz aus Reisig und Laub. Im Kübel ist an sehr frostigen Tagen ein Jute- oder Vliesmantel sinnvoll.  © Eibner Europa/Imago
Person gießt Oregano im Topf.
Der heimische Oregano ist mehrjährig, man kann ihn im Beet sich selbst überlassen. Im Topf darf er auch draußen bleiben, am besten an einer windgeschützten Wand. Das Gießen nicht vergessen. © Danita Delimont/Imago
Rosmarin im Blumenkübel
Dem Rosmarin wird es schnell fußkalt, daher sollte er stets geschützt stehen. So kann er in milden Wintern bis minus fünf Grad Celsius sowohl im Topf als auch im Beet draußen bleiben – versorgt mit Vlies oder Reisig. Wird es frostiger, muss er zumindest als Kübelpflanze rein. © Manfred Ruckszio/Imago
Salbei mit Reif
Der Echte Salbei ist ein Halbstrauch und kommt im Freiland gut durch den Winter, wenn man ihn nicht zu stark zurückschneidet. Mit exotischen oder panaschierten Sorten sollte man vorsichtiger sein und sie ins Winterquartier bringen. © CHROMORANGE/Imago
Schnittlauch (Allium schoenoprasum) vom vergangenen Jahr wächst zum Ende des Winters.
Dem winterharten Schnittlauch bereitet Frost keine Probleme. Er zieht sich im Herbst ein, hier reicht eine Laubschicht. Im Kübel benötigt er zusätzlichen Winterschutz um das Gefäß herum. © Karina Hessland/Imago
Thymian Thymus vulgaris ‚Duftkissen‘
Beim nächsten Thymian-Kauf lohnt sich ein Blick auf die Sorte: Der Thymian ‚Duftkissen‘ ist sehr frostbeständig bis minus 17 Grad. Aber auch andere Sorten kommen mit Kälte recht gut klar. Bei strengem Frost ohne Schnee dennoch mit Vlies oder Jute schützen. Zitronenthymian ist besonders empfindlich. © CTK Photo/Imago
Zitronenmelisse (Melissa officinalis) in einem Beet
Auch wenn Zitronenmelisse so zart aussieht: Die Pflanze ist frosthart. Im Beet benötigt sie keinen Winterschutz. Im Topf steht sie gut an der Südwand des Hauses mit Vlies, Unterlage und Laub geschützt. Oder drinnen an einem kühlen Platz – aber in beiden Fällen vorher zurückschneiden und wenig gießen. © Hanke/Imago

Standort und Sorte sind entscheidend für Winterhärte

Die Winterhärtezone ist nur ein ungefährer Richtwert. Natürlich muss man für einen mediterranen Garten auch die jeweilige Sorte und den lokalen Standort beachten: Echter Lavendel (Lavandula angustifolia) ist beispielsweise sehr winterhart, Schopflavendel ist frostempfindlich. Je windgeschützter und sonniger der Standort, desto besser sind die Überlebenschancen in kalten Wintern. Ein sehr nasser Standort ist wiederum ungünstig. Letztendlich gilt auch, dass eine gesunde Pflanze ohne Schädlingsbefall widerstandsfähiger gegenüber Minustemperaturen ist. Im Zweifel sollte man alle mediterranen Pflanzen aber zusätzlich mit einer Mulchschicht und einem Winterschutz aus Vlies, Jute oder Stroh versehen.

Besonders wärmeliebende Gewächse wie Olivenbaum, Oleander, Wollmispel und Zitrusfrüchte vertragen keinerlei Frost und müssen als Kübelpflanze an einem geschützten Ort im Haus überwintern.

Rubriklistenbild: © zhoujianwen/Imago

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