#2

Smart ForTwo-Produktion endet – doch es ist nur ein Abschied auf Zeit

  • schließen

Der Smart Fortwo könnte bald ein Comeback feiern. Ein neues Modell mit ähnlichen Abmessungen und verbesserter Reichweite ist in Planung.

Kurz vor Ostern war es so weit. Nach 20 Jahren lief im Mercedes-Werk in Hemsbach der letzte Smart ForTwo vom Band. Der Kult-Zwerg teilt damit ein Schicksal mit vielen Kleinstwagen, die im Zuge der Umstellung auf die Elektromobilität in Rente geschickt wurden – darunter auch der VW Up. Doch ein Comeback ist bereits in Planung, wenn auch unter anderem Namen.

Smart plant neuen Elektro-Zweisitzer – mit mehr Reichweite

„Wir stehen zwar noch ganz am Anfang, haben aber einen konkreten Plan“, versprach Smart-Europachef Dirk Adelmann. Die Markteinführung soll bereits Ende des Jahrzehnts erfolgen. Für den Zweisitzer entwickelt das Joint Venture von Mercedes und Geely eine neue Plattform unterhalb des Kompakt-SUV #1.

Smart arbeitet bereits an einem Nachfolger für den ForTwo.

Diese Plattform soll auch anderen Partnern innerhalb der Geely-Gruppe und bei externen Marken zur Verfügung gestellt werden. Das kleinste Modell soll ein Zweisitzer sein, inspiriert vom ForTwo, und soll sich in der Länge an den 2,70 Metern des aktuellen Modells orientieren, so Adelmann. Die elektrische Reichweite soll jedoch doppelt so hoch sein wie bisher und mindestens 250 Kilometer betragen. Ein naheliegender Name für den neuen Elektro-Floh wäre #2.

Tschüss Auto-Zwerge: Zehn kleine Fahrzeuge, die aus Städten verschwinden

Ein Ford Ka
Ford Ka: Mit dem Ka versuchte sich Ford ab dem Jahr 1996 in der Klasse der Kleinstwagen. 2009 kam in Deutschland die zweite Generation auf den Markt – und die war gleichzeitig auch die letzte. Im April 2016 endete die Produktion. © Ford
Ein Audi A1
Audi A1: Die zweite Generation des Audi A1 kam deutlich bulliger daher als die erste, die ab dem Jahr 2010 auf Kundenfang ging – dennoch zogen die Ingolstädter inzwischen einen Schlussstrich. Der Kleinwagen soll wie der Q2 keinen Nachfolger mehr bekommen und läuft voraussichtlich im Jahr 2025 aus. © Audi
Ein BMW i3
BMW i3: Den BMW i3 gab es in zwei Varianten: Als reines Elektroauto und in einer Version mit Range Extender. Auch für den Münchner Kleinwagen, bei dem viel teures Carbon zum Einsatz kam, blieb es bei einer Generation: Im Sommer 2022 wurde die Produktion eingestellt. © BMW
Ein Citroën C1
Citroën C1: Im Jahr 2005 kam die erste Generation des Citroën C1 auf den Markt, die baugleich mit dem Toyota Aygo und dem Peugeot 107 war. Der Nachfolger des Kleinstwagens startete 2014 – doch wie für so viele andere Kleine war ebenfalls im Jahr 2022 Schluss. © Citroën
Ein Opel Karl
Opel Karl: Benannt nach Carl von Opel (einem Sohn des Firmengründers Adam Opel), war der Kleinstwagen vor allem durch seinen günstigen Basispreis von rund 9.500 Euro zum Marktstart 2015 attraktiv. Erhältlich war der Karl lediglich mit einem 75 PS starken 1,0-Liter-Dreizylinder. Doch auch für ihn war schon 2019 wieder Schluss: Ein Grund dafür waren angeblich die immer strenger werdenden Abgasvorschriften. © Opel
Ein Suzuki Celerio
Suzuki Celerio: Dem Suzuki Celerio war in Deutschland nur eine kurze Karriere gegönnt: Ab 2014 war der Kleinstwagen hierzulande erhältlich. Bereits fünf Jahre später war Feierabend: Die Japaner nahmen den Kleinen in der Bundesrepublik vom Markt. In asiatischen und afrikanischen Märkten ist der Celerio jedoch weiterhin erhältlich. © Suzuki
Ein Smart Fortwo
Smart Fortwo: Als praktisches Stadtauto fuhr sich der Smart Fortwo ab dem Jahr 1998 in die Herzen vieler Autobesitzer. Inzwischen ist die dritte Generation des Zweitürers auf dem Markt – doch 2024 soll die Produktion eingestellt werden. Einen Smart wird es aber weiterhin geben: Der #1 wird ist ein viertüriges Elektro-SUV, das in China gebaut wird. © Smart
EIn Peugeot 108
Peugeot 108: Das Schwestermodell des Toyota Aygo und des Citroën C1 ging im Jahr 2014 an den Start. Es blieb bei nur einer Generation: Im Jahr 2022 lief die Produktion des Kleinstwagens in Tschechien aus.  © Peugeot
Ein Ford Fiesta
Ford Fiesta: Der Ford Fiesta bewegte ganze Generationen von Fahranfängern – im Jahr 1976 kam er erstmals auf den Markt. Inzwischen rollt die achte Generation des Kleinwagens vom Band, doch es wird die Letzte sein: Im Sommer 2023 wird die Produktion des Ford Fiesta eingestellt. © Ford
Ein Opel Adam
Opel Adam: Der Zwerg aus Rüsselsheim war durchaus beliebt bei den Kunden – trotzdem war im Jahr 2019 für den Adam (benannt nach dem Firmengründer Adam Opel) Schluss. Grund war angeblich der Wechsel der Marke Opel von GM in den heutigen Stellantis-Konzern. © Opel

Neuer Elektro-Zweisitzer von Smart: Produktion im Westen möglich

In Bezug auf den Preis plant Adelmann, sich am nun eingestellten Modell zu orientieren und die etwa 30.000 Euro der Final Edition deutlich zu unterbieten. Ob er jedoch an die rund 22.000 Euro herankommt, zu denen der kleine Elektroflitzer zuletzt angeboten wurde, konnte er nicht garantieren, gab Adelmann zu. In diesem Segment würde der Zweisitzer etwa mit Elektroautos wie dem Renault 5 oder dem VW ID.1 konkurrieren, der 2027 auf den Markt kommen soll.

Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter

Ob man diesen Preis realisieren kann, hängt aber nicht nur von der Ausstattung mit Assistenz- und Sicherheitssystemen ab, sondern auch vom Produktionsstandort. Und dieser muss nicht unbedingt in China sein. Da etwa 80 Prozent des neuen Zweisitzers in Europa verkauft werden sollen, ziehen die Chinesen eine Auftragsproduktion im Westen in Betracht.

Rubriklistenbild: © Mercedes-Benz

Kommentare