VonLisa Kleinschließen
In einem Vollzeit-Job arbeiteten die Deutschen 2011 noch über 40 Stunden. Wie sieht es heute aus? Liegt die klassische 40-Stunden-Woche noch im Trend? Der Mikrozensus zeigt: Die Arbeitswelt verändert sich.
Die Arbeitswelt in Deutschland verändert sich: Es gibt deutlich mehr Jobs, einen höheren Anteil an Teilzeitbeschäftigten und kürzere Arbeitszeit auf vollen Stellen. Wie viel Stunden pro Woche wird in Deutschland wirklich gearbeitet? Gibt es die klassische „40-Stunden-Woche“ noch? Der jüngste Mikrozensus überrascht.
Wie viel Stunden arbeiten Deutsche pro Woche? Mikrozensus überrascht mit Ergebnis
Nach Erkenntnissen aus dem jüngsten Mikrozensus arbeiteten Menschen 2023 in einem Vollzeitjob 39,8 Stunden pro Woche, berichtet die „dpa“. Das ist eine knappe Stunde weniger als im Vergleichsjahr 2011, als im Schnitt noch 40,7 Stunden anfielen. Die Deutschen arbeiten also immer weniger!
Mehrarbeit könne sich ab 2025 aber lohnen: Wie echo24.de berichtete, ist eine Änderung für Arbeitnehmer geplant – demnach könnten Überstunden steuerfrei werden. Bislang müssen Überstunden in den meisten Fällen noch versteuert werden.
Große Veränderung bei den Teilzeitbeschäftigten – so viel Stunden wird pro Woche im Schnitt gearbeitet
Auf der anderen Seite hat die geleistete Arbeitszeit von Teilzeitbeschäftigten deutlich um drei Stunden zugenommen, nämlich von 18,2 auf 21,2 Stunden in der Woche. Im Durchschnitt aller Beschäftigter verringerte sich die Wochenarbeitszeit um eine halbe Stunde auf 34,1 Stunden.
In dem beobachteten Zeitraum ist die Zahl der Teilzeitbeschäftigten mit einer Zunahme um 30,1 Prozent deutlich schneller gestiegen als die der Vollzeit-Jobber (+8,7 Prozent). Die Teilzeitquote wuchs so auf 30,9 Prozent. Während bei den Männern nur ein kleiner Teil einem Teilzeitjob nachgeht, waren Teilzeit und Vollzeit bei den erwerbstätigen Frauen mit jeweils gut 9,4 Millionen Menschen fast gleichmäßig verteilt.
Nach weiteren Erkenntnissen aus der Mikrozensus-Befragung ist zudem die Produktivität gewachsen. Pro geleisteter Arbeitsstunde wurde 2023 nach Preisbereinigung ein um 9,1 Prozent höheres Bruttoinlandsprodukt gemessen als zwölf Jahre zuvor. Die Produktivität stieg dabei kontinuierlich, mit Ausnahme des vergangenen Jahres, als trotz steigendem Arbeitsvolumens das Bruttoinlandsprodukt zurückging.
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