VonHannah Deckeschließen
Ein vermeintliches Gewinnspiel von Milka verbreitet sich via WhatsApp. Doch es ist ein fieser Betrug. Was ist zu tun, wenn man auf den Link geklickt hat?
Hamm - Viele Menschen in Deutschland haben in den vergangenen Tagen einen Link über WhatsApp und andere soziale Netzwerke erhalten. Es handelt sich um ein Fake-Gewinnspiel von Milka. Wer auf den Betrug hereingefallen ist, läuft Gefahr, dass seine Daten missbraucht werden oder sogar eine Schadsoftware auf den Laptop oder das Smartphone gespielt wurde. Im Gespräch mit wa.de erklären das Landeskriminalamt und die Verbraucherzentrale NRW, was Betroffene jetzt tun sollten.
Fake-Gewinnspiel von Milka angeklickt: Was tun? Das raten Experten
Das Angebot klingt verlockend: Ein gratis Osterkorb voller Schokolade von Milka - dafür müsse man nur ein paar Fragen beantworten und den Link zum Gewinnspiel via WhatsApp verbreiten. Allein dieser Schritt könnte den Kriminellen aber schon Zugang zu den Geräten der Betroffenen verschafft haben. Wenn dann auch noch Daten preisgegeben wurden, hat man ihnen womöglich Tür und Tor geöffnet, erklärt Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale NRW. „Wenn man seine Daten erst einmal angegeben hat, lassen sie sich nicht mehr zurückholen.“
Wichtig dabei sei zu unterscheiden, welche Daten man angegeben hat: Sind es „nur“ Name, Adresse, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse, „müssen sich die Betroffenen leider auf mögliche zukünftige Spam- und Phishing-Attacken per Post, E-Mail, Telefon oder in sozialen Netzwerken einstellen“, so Scherfling.
Handle es sich um persönliche Daten, etwa Bank- oder Kreditkartendaten, sollten Betroffene zeitnah ihre Bank kontaktieren. „Gegebenenfalls müssen sofort Zugangsdaten, Passwörter oder Sicherheitsfragen geändert werden.“ Laut Scherfling sollte man auch definitiv sein Bankkonto im Blick behalten.
Betrug durch Fake-Gewinnspiel von Milka - LKA rät: Anzeige erstatten!
So oder so sollen Betroffene, die auf das Milka-Gewinnspiel oder auch andere Betrugsmaschen hereingefallen sind, Anzeige bei der Polizei erstatten, sagt Frank Scheulen, Leiter der Pressestelle des Landeskriminalamtes (LKA) Nordrhein-Westfalen. „Für uns als Polizei ist es ganz wichtig, dass wir eine Anzeige bekommen.“ Nur so könne man erkennen, wo sich ein neues Problem anbahne, und die Bevölkerung aktiv warnen.
Dafür können Betroffene zur nächstgelegenen Polizeiwache gehen oder aber auch online über die sogenannte Internetwache eine Anzeige erstatten. Und: Betroffene brauchen keine Scheu zu haben.
Wurden sensiblen Daten wie Bankverbindungen angegeben, ist eine Anzeige bei der Polizei auch aus einem weiteren Grund wichtig, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Betroffene sichern sich somit ab, sollten die Daten etwa für kriminelle Machenschaften missbraucht werden. „Das Stellen der Strafanzeige ist im Zweifel immer vorteilhafter als das Unterlassen“, so Ralf Scherfling.
Vermeintliche Oster-Gewinnspiel von Milka: Haben Betroffene jetzt einen Trojaner?
Bei dem Fake-Gewinnspiel von Milka fürchten viele Betroffene, sich einen Trojaner oder Virus eingefangen zu haben. Laut Scherfling ist es denkbar, dass dies im aktuellen Fall passiert ist. Aber: Um wirklich ein Schadprogramm auf das Gerät des Betroffenen zu spielen, müsste eine Sicherheitslücke zum exakten Zeitpunkt des Website-Besuchs vorliegen. In der Regel sei es aber nicht der Fall.
„Trotzdem schadet es nicht - nur aus Sicherheitsgründen - den eigenen Computer bzw. das mobile Gerät auf mögliche Schadprogramme zu untersuchen, falls man auf einer betrügerischen Internetseite war“, so der Experte der Verbrauchzentrale. Übrigens: Um Sicherheitslücken ausschließen zu können, sollten Betriebsprogramme immer auf dem neusten Stand sein.
Frank Scheulen vom LKA rät eindringlich, im Internet und vor allem in sozialen Netzwerken vorsichtig zu sein: „Seien Sie zurückhaltend mit persönlichen Daten, die man über das Internet weggibt.“ Beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) können sich Verbraucher informieren, wie man sich vor einem Cyber-Angriff schützt.
Nicht nur über WhatsApp verbreiten sich Betrugsmaschen wie Fake-Gewinnspiele. Auch bei Anrufen müssen Verbraucher vorsichtig sein. In NRW kam es jüngst vermehrt zum „Europol-Fake“, bei dem eine junge Frau viel Geld verloren hat.
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