Weitere Finanzierung ungewiss

Millionen Bahnfahrer von Änderung beim Deutschlandticket betroffen – Erste Abbuchung im Dezember 2024

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Das Deutschlandticket wird ab Januar 2025 teurer. Die Zukunft des Ticket-Abos ist weiterhin ungewiss – nicht zuletzt wegen des Aus der Ampel-Koalition.

Frankfurt – Nach langwierigen Verhandlungen steht nun fest: Ab 2025 wird der Preis für das Deutschlandticket, das bisher 49 Euro kostete, auf 58 Euro pro Monat erhöht. Wie lange diese Preiserhöhung bestehen bleibt, ist noch unklar.

Millionen Bahnfahrer nutzten 2024 das Deutschlandticket – Jetzt wird es teurer

Im Mai 2024 waren laut dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) 11,2 Millionen Menschen im Besitz eines solchen Tickets. „Im Laufe des ersten Jahres haben rund 20 Mio. Bürgerinnen und Bürger mindestens einmal ein Deutschlandticket besessen“, so die Information auf der VDV-Website.

Ob die Nutzerzahlen mit der Preiserhöhung ab Januar 2025 sinken werden, bleibt abzuwarten. Ebenso ungewiss ist, wie lange das 58-Euro-Ticket bestehen bleibt. Das Scheitern der Ampel-Koalition gefährdet auch die zukünftige Finanzierung des Deutschlandtickets. Trotz des Koalitionsbruchs drängen Baden-Württemberg und Niedersachsen auf eine geplante Gesetzesänderung durch den noch bestehenden Bundestag, um das Bahnangebot zu sichern.

Das Deutschland-Ticket bleibt auch nach der Preiserhöhung eine interessante Option für viele Menschen, doch für manche könnte die Grenze der Erschwinglichkeit erreicht sein. Wer sein Abo kündigen möchte, sollte die monatliche Kündigungsfrist beachten.

Verkehrsministerkonferenz pocht auf weitere Kostenteilung – Söder will Deutschlandticket abschaffen

Das nordrhein-westfälische Verkehrsministerium, das bis Ende 2024 den Vorsitz der Verkehrsministerkonferenz innehat, versicherte, dass das Aus der Regierungskoalition und der nicht verabschiedete Haushalt für das kommende Jahr keine direkten Auswirkungen auf das Deutschlandticket haben. Allerdings warnte der baden-württembergische Ressortchef Winfried Hermann (Grüne), dass nicht genutzte Mittel dringend ins nächste Jahr übertragen werden müssten – sonst könnte das Ticket teurer werden. „Das Nachsehen hätten die Fahrgäste.“

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, hält das Deutschlandticket in seiner jetzigen Form indes für nicht mehr finanzierbar. „Unser Ziel ist, eine Änderung am Deutschlandticket herbeizuführen“, äußerte er sich am Dienstag (12. November). Wenn das Deutschlandticket weiterhin existieren soll, müsste der Bund die Kosten alleine tragen. Diese Aussage stieß auf Proteste von Verbänden und Verkehrsministern anderer Bundesländer.

Wo gilt das Deutschlandticket?

Mit dem Ticket kann der öffentliche Nahverkehr in ganz Deutschland genutzt werden – unabhängig von Bundesland, Verkehrsverbund oder Tarifgebiet. Das Ticket gilt für Bus und Bahn. Ausgenommen sind lediglich Züge des Fernverkehrs wie beispielsweise ICEs, ICs und TGVs.

Deutschlandticket ab Januar 2025 teurer – Erste Abbuchung zum neuen Preis aber schon im Dezember

Für den Januar 2025 ist der Preis von 58 Euro gesichert. Millionen von Bahnkunden wurden in den letzten Tagen von ihrem jeweiligen Verkehrsverbund oder direkt von der Deutschen Bahn informiert, je nachdem, wo sie ihr Deutschland-Ticket erwerben.

„Diese Preisanpassung betrifft alle D-Tickets mit Gültigkeit ab dem 01.01.2025. Bitte beachten Sie, dass die Tickets für den Januar 2025 bereits ab Mitte Dezember 2024 ausgegeben werden. Der neue Preis von 58 Euro wird somit bereits bei der Abbuchung Mitte/Ende Dezember 2024 für das Januar-Ticket fällig und von dem Zahlungsmittel abgebucht, welches Sie beim Abschluss des Abos angegeben haben“, so eine E-Mail des Münchner VerkehrsVerbunds (MVV).

„Sollten Sie mit dieser Preisanpassung nicht einverstanden sein, haben Sie bis einschließlich 10.12.2024 die Möglichkeit, Ihr Deutschland-Ticket-Abo im MVV-Ticketshop zum Ende des Jahres zu kündigen. Wenn Sie Ihr Abo bis zum 10.12.2024 nicht gekündigt haben, stimmen Sie der Preisanpassung automatisch zu“, heißt es weiter. Auch bei anderen MVV-Tickets erhöhen sich zum neuen Jahr die Preise.

Wie kann ich das Deutschlandticket kündigen?

In der App (ohne Wartezeit): Gehen Sie in der MVV-App zum „Ticketshop“ und klicken Sie oben rechts auf das Profil-Symbol. Wählen Sie unter „Abonnements“ Ihr Abo aus und klicken Sie auf den Kündigungsbutton.

In der Bestätigungs-E-Mail (ohne Wartezeit): Sie haben beim Kauf des Deutschland-Tickets zwei E-Mails erhalten. In der zweiten E-Mail, die den Abschluss des Abos bestätigt, finden Sie einen Kündigungslink. Dieser Link ist auch in der jeweiligen E-Mail für das Ticket des Folgemonats enthalten.

Falls Sie die beiden Kündigungsmöglichkeiten nicht nutzen können, senden Sie uns einfach eine formlose E-Mail als Antwort auf diese Nachricht mit Ihrem Kündigungswunsch.

Quelle: Münchner VerkehrsVerbund (MVV)

Zukunft des D-Tickets ist ungewiss – Wissing appelliert „sich bei offenen Finanzfragen einig“ zu werden

Viele Millionen Bahn-, Tram- und Busfahrer hoffen nun auf die Fortführung des Tickets. Das Bundesverkehrsministerium unter Minister Volker Wissing (parteilos) scheint dieser Hoffnung positiv entgegenzusehen. „Wir appellieren an alle handelnden Akteure, dass man sich bei offenen Finanzfragen einig wird“, sagte ein Sprecher. Trotz aller Forderungen aus München bleibt die allgemeine Vereinbarung bestehen, dass Bund und Länder bis 2025 jeweils 1,5 Milliarden Euro pro Jahr beisteuern. Ironischerweise wechselt der Vorsitz der Verkehrsministerkonferenz zum Jahresbeginn 2025 nach Bayern. (sp/mke/dpa)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Christian Ohde

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