Defekte Airbag-Gasgeneratoren: Gigantischer Rückruf für 52 Millionen Fahrzeuge droht
VonSebastian Oppenheimer
schließen
In den USA bahnt sich ein gigantischer Airbag-Rückruf an. Möglicherweise müssen viele Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten – auch von deutschen Herstellern.
Rückrufe sind in der Automobilbranche nichts Ungewöhnliches. Manchmal wird lediglich eine Handvoll Fahrzeuge in die Werkstatt beordert, manchmal wenige Hundert. Doch es gibt auch Rückruf-Aktionen in deutlich größeren Dimensionen, wie zum Beispiel zuletzt von Mercedes (mehr als eine halbe Million Fahrzeuge) oder auch von Nissan (knapp 2,5 Millionen Fahrzeuge). Zu den größten Rückrufen der Automobilgeschichte gehören aber sicherlich die von Takata. Rund 100 Millionen Fahrzeuge mussten im vergangenen Jahrzehnt aufgrund defekter Airbags des japanischen Zulieferers in die Werkstätten. Nun droht in den USA erneut ein riesiger Rückruf wegen gefährlicher Airbags.
Gefährliche Airbags: Laut NHTSA mindestens sieben Menschen verletzt und einer getötet
Wie die New York Times berichtet, verlangt die US-Verkehrssicherheitsbehörde National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) den Rückruf von rund 52 Millionen Airbag-Gasgeneratoren. Der Behörde zufolge seien bei sieben Vorfällen in den USA durch die defekten Airbags mindestens sieben Menschen verletzt und einer getötet worden.
Riesiger Rückruf droht: Auch einige deutsche Hersteller wären betroffen
Laut dem Bericht wurden 41 Millionen der betroffenen Airbags von ARC Automotive hergestellt und elf Millionen von Delphi Automotive Systems unter Verwendung eines von ARC lizensierten Designs. Gefertigt wurden die Airbags an mehreren Standorten und Reuters zufolge unter anderem in Fahrzeugen der deutschen Hersteller BMW,Mercedes,Porsche und Volkswagen verbaut. Aber auch in Autos der Marken Ford, General Motors, Hyundai, Kia, Maserati, Tesla und Toyota sowie Fahrzeugen des Stellantis-Konzerns. Betroffen seien Fahrzeuge, die zwischen 2000 und 2018 gebaut wurden.
Elektroauto-Markt in China boomt: Zehn Marken, die Sie kennen sollten
Gefahr aus dem Airbag: Gasgeneratoren können platzen
„Diese Airbag-Gasgeneratoren können platzen, wenn der Airbag des Fahrzeugs ausgelöst wird, wodurch Metallsplitter in den Fahrgastraum des Fahrzeugs geschleudert werden“, heißt es in einer Mitteilung der NHTSA. Und weiter: „Ein platzender Airbag-Füllkörper stellt ein unangemessenes Risiko für schwere oder tödliche Verletzungen der Fahrzeuginsassen dar.“
Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.
Wenn in Deutschland ein Fahrzeugmodell zurückgerufen wird, dann erfahren die Halter davon per sogenanntem Rückruf-Schreiben. Wichtig zu wissen: Ein solcher Brief ist keine Empfehlung, sondern eine ernstzunehmende Aufforderung, den genannten Mangel beseitigen zu lassen. Kommt man als Fahrzeughalter dem auch nach mehreren Ermahnungen nicht nach, kann das Auto durch die Behörden stillgelegt werden.