Heimischer Kräutergarten

Minze im Garten ernten: Die Blätter auf keinen Fall abzupfen

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Minze ist vor allem im Sommer eine köstliche Erfrischung. Im Umgang ist die Kräuterpflanze aber etwas schwieriger. Was Hobbygärtner beachten müssen.

Kassel – Ob im Eistee, im Salat oder im Mojito – gerade im Sommer ist Minze einfach erfrischend. Noch besser schmeckt sie, wenn sie aus dem eigenen Garten kommt. Doch beim Ernten sollte man einiges beachten.

Mal eben zwei, drei Minzblätter aus dem heimischen Kräutergarten pflücken und im Tee aufgießen. Kann man machen, sollte man aber möglichst vermeiden; zumindest, wenn man größere Mengen Minze abernten möchte. Denn: Nicht nur wird das einzelne Blätter-Zupfen zur Sisyphusarbeit, es stresst auch die Pflanze und verhindert somit den Trieb.

Eine Frau in einem Garten hält frisch gepflückte Minze in der Hand.

Schere statt Pflücken: Wie man Minze richtig erntet

Anstelle von einzelnen Minzblättern sollte man laut dem Online-Garten-Magazin 24garten.de am besten gleich den ganzen Stängel ernten; und dafür idealerweise Schere oder Messer nutzen. Wichtig: Stets darauf achten, dass das Schneid-Werkzeug sauber ist. Denn was für den Menschen gilt, trifft auch auf die Pflanze zu. Ist die Schere unrein, können sich bei der Pflanze Krankheiten ausbreiten.

Doch auch beim Schnitt gibt es ein paar Kniffe, die beherzigt werden sollten. Demnach sollte man den Minz-Stängel möglichst nah am Boden schneiden, idealerweise oberhalb des tiefsten Blattpaares. So kann die Pflanze weiter treiben und man über das gesamte Jahr frische Minze ernten.

Minze nicht pflücken: Vormittags ist der ideale Schnittzeitpunkt

Wann man die Minze abernten sollte, hängt davon ab, was man mit ihr machen möchte. Soll sie getrocknet werden, ist der Frühsommer, vor der ersten Blüte, der beste Zeitpunkt. Frische Minze – etwa für Cocktails oder andere Getränke – kann man zu jeder Jahreszeit ernten; vorausgesetzt natürlich, sie ist reif.

  • Tipps zum Ernten der Minze
  • Ganze Stängel statt einzelne Blätter: Die Stängel möglichst nah am Boden abtrennen, ein Blattpaar aber erhalten.
  • Schere statt Pflücken: Dabei stets achten, dass das Schneid-Werkzeug sauber ist.
  • Vormittags schneiden: Der beste Schnittzeitpunkt ist, nachdem der Morgentau getrocknet ist.
  • Pflege der Kräuterpflanze: Vor der ersten (Juni/Juli) und der zweiten Blüte (August/September) sollte die Minze auf jeden Fall beschnitten werden.
  • Frisch, getrocknet oder eingefroren: Nach der Ernte kann vieles mit der Minze gemacht werden. Sogar nach dem Einfrieren verliert sie ihr Aroma nicht. Nur nass darf sie bei der Ernte nicht sein.

Nass sollte die Pflanze allerdings bei der Ernte nicht sein, um Schimmelbildung zu vermeiden. Auch die pralle Sonne sollte gemieden werden. Der ideale Schnittzeitpunkt ist daher am Vormittag, wenn der morgendliche Tau abgetrocknet ist. Sind die Minzblätter nach dem Schneiden doch noch etwas feucht, einfach vorsichtig mit einem Küchenhandtuch abtrocknen.

Mit dem richtigen Schnitt kann Minze mehrmals im Jahr geerntet werden

Die Minze ist, wie etwa auch Basilikum, eine schnell wachsende Kräuterpflanze. Alleine deshalb empfiehlt es sich schon, sie hin und wieder etwas zurückzuschneiden. Damit die Minze nicht den gesamten Garten zuwuchert und man sie trotzdem mehrmals im Jahr abernten kann, raten die Experten von Gartenjournal die Minze zumindest zweimal im Jahr zu schneiden. Und zwar jeweils vor der ersten Blüte (Juni/Juli) und vor der zweiten Blüte (August/September). Tipp: Vor der ersten Blüte ist die Minze am intensivsten.

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Zu wenig gießen ist schlecht, aber zu viel gießen kann auch ein Problem werden. Denn bei Staunässe fangen die Wurzeln der Pflanzen im Erdreich zu faulen an. Gießen Sie also erst wieder, wenn die oberste Erdschicht angetrocknet ist. © imageBROKER/O. Diez via www.imago-images.de
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Auch für das Düngen braucht es ein gutes Händchen. Die einen machen es zu oft, die anderen überhaupt nicht. Doch zweimal im Jahr - Frühjahr und Herbst - sollten Sie Ihren Pflanzen diese Nährstoffzufuhr gönnen. Dazu reicht es, dem Boden einfach eine gute Menge Kompost hinzuzufügen. © -
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Alternativ kann die Minze auch eingetopft werden, um so den ausufernden Wurzeln Herr zu werden. Damit eignet sie sich auch gut für einen Kräutergarten auf dem Balkon oder der Terrasse. Damit schlägt man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Denn so gut die stark duftenden Kräuterpflanzen, wie Minze, für Menschen auch riechen, bei Mücken kommen sie gar nicht gut an; und halten sie deshalb von der Wohnung fern. (Romina Kunze)

Rubriklistenbild: © Steve Brookland/Imago

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