VonStella Henrichschließen
Eine Käserei auf der Nordseeinsel Pellworm ruft diverse Käse-Sorten zurück. Die Produkte wurden bundesweit vertrieben. Vom Verzehr wird Verbrauchern dringend abgeraten.
Pellworm – Die Regale bei Rewe, Edeka, Kaufland und den Discountern Aldi und Lidl sind in der Regel prall gefüllt. Solange das Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Verpackung und der Preis stimmen, greifen Verbraucherinnen und Verbraucher gerne zu. Hunger hat der Mensch schließlich immer. Doch bei so manchem Rückruf im Lebensmittelhandel dürfte den Verbraucherinnen und Verbrauchern dann doch der Appetit vergehen.
Erst gestern wurde vor mehreren Käsesorten bei Rewe gewarnt, heute wurde der Rückruf sogar noch einmal ausgeweitet. Auch in der vergangenen Woche warnte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit vor diversen Käsesorten verschiedener Hersteller, die unter anderem in Kiel, Flensburg und Lübeck verkauft wurden. Der Grund für die Rückrufe sind immer wieder Listerien, die bei routinemäßigen Kontrollen entdeckt wurden.
Käsesorten mit Bakterien verunreinigt: Käserei startet Rückruf
Auch bei dem aktuellen Rückruf einer Käserei auf Pellworm ist eine mikrobiologische Belastung (Listeria monocytogenes) festgestellt worden bzw. kann „nicht ausgeschlossen werden“, wie der Hersteller in einer Pressemeldung nun erklärt.
Betroffen sind folgende Produkte:
- „Die weiche Bri(e)se“ mit der Chargennummer 24Br#1 (letztes MHD 14.04.24)
- „Der junge Pellwormer“ mit der Chargennummer 23Sk#45 (letztes MHD 14.04.24)
- „Der rote Tilli“ mit der Chargennummer 23DaSk#43 (letztes MHD 10.03.24)
Quelle: Pressemeldung von Lebensmittel Manufaktur Pellworm GmbH
Verbraucherinnen und Verbrauchern wird dringend davon abgeraten, den Käse zu essen – er sei „nicht zum Verzehr geeignet“, teilt das Unternehmen mit. Die genannten Chargen seien sofort aus dem Verkauf genommen worden und alle betroffenen Kundinnen und Kunden bereits kontaktiert, heißt es auf Anfrage von IPPEN.MEDIA von Seiten des Herstellers. „Wir haben uns weiterhin dazu entschlossen, provisorisch zusätzliche Chargen zu sperren, bis wir anhand von Laborbefunden eine Kontamination ausschließen können. Wir arbeiten derzeit in enger Abstimmung mit dem Veterinär- und Gesundheitsamt.“ Derzeit werde außerdem daran gearbeitet, den genauen Ort der Kontamination zu ermitteln.
Weitere Angaben zum Rückruf:
| Hersteller | Lebensmittel Manufaktur Pellworm GmbH |
| Grund der Warnung | Eine mikrobiologische Belastung (Listeria monocytogenes) kann nicht ausgeschlossen |
| Vertrieb | ausschließlich an Privatkunden |
| Betroffene Bundesländer | Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein |
| Kontakt-Email | info@inselmeieri.de |
Quelle: Lebensmittelwarnung.de
Warnung vor drei Käsesorten: Listerien-Befall löst Fieber und Erbrechen aus
Bei Listerien (Listeria monocytogenes) handelt es sich um Bakterien, die vor allem bei immungeschwächten Menschen Infektionskrankheiten hervorrufen können. Eine Infektion zeigt sich laut Robert-Koch-Institut (RKI) in der Regel innerhalb weniger Tage und äußert sich durch grippeähnliche Symptome wie Fieber und Gliederschmerzen sowie Erbrechen und Durchfall. Bei Kindern sind sogar schwere Nierenkomplikationen möglich. Bei sehr seltenen schweren Verläufen kann es zu einer Sepsis oder einer Meningitis kommen. Besonders gefährdet sind Schwangere.
So können sich Verbraucherinnen und Verbraucher schützen:
- Als Vorsichtsmaßnahme sollten die Risikogruppen wie Schwangere und Ältere auf Produkte wie Rohmilch, Rohmilchkäse (Weichkäse), Rohwürste, rohe Fleischerzeugnisse wie Hackfleisch oder Mett, rohen Fisch bzw. lange gelagerten (auch in der Kühlung) Räucherfisch verzichten – außer bei einer Erhitzung des Lebensmittels auf mindestens 70 °C Kerntemperatur vor dem Verzehr.
- Vorsicht ist auch bei küchenfertigen, verpackten Salaten geboten
- Wichtig ist eine sachgerechte Lagerung und das Einhalten von Hygieneregeln in der Küche
- Vollständiges Kochen, Braten oder Backen von Lebensmitteln tötet Listerien
Quelle: Verbraucherzentrale NRW und Bundesamt für Risikobewertung
Listerien seien recht widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse wie Salz oder Säure. Darauf weist die Verbraucherzentrale NRW hin. Der Keim könne sich sogar bei Kühlschranktemperaturen vermehren. Auch das Tiefkühlen überlebe das Bakterium, vermehre sich aber nicht. Ebenfalls scheint Sauerstoffmangel, wie etwa in vakuumverpacktem Brühwurstaufschnitt oder Räucherfisch, kein Problem für Listerien zu sein, „so dass die Überlebenskünstler oft Wachstumsvorteile gegenüber anderen Bakterien haben“. Am besten wachsen sie aber bei Temperaturen von 30 bis 37 Grad Celsius. (sthe)
Rubriklistenbild: © Martin Wagner/Imago

