Zertifikat nötig

175.000 Euro für einen Mittelklasse-Toyota: Extreme Auto-Preise in Singapur

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Für 175.000 Euro bekommt man in Deutschland ein Auto der absoluten Luxusklasse. In Singapur gibt es dafür einen Mittelklasse-Toyota. Das hat einen speziellen Grund.

Einen günstigen Neuwagen zu finden, ist aktuell alles andere als leicht: Laut ADAC gibt es momentan lediglich noch vier Autos, die zu einem Preis von weniger als 15.000 Euro zu haben sind. Es gibt verschiedene Gründe, warum Autos in der letzten Zeit so teuer geworden sind. Eine der Ursachen ist sicherlich, dass viele Hersteller Kleinst- und Kleinwagen aus dem Programm nehmen – VW beispielsweise stellt nun den Up ein. Dennoch: Auch wenn Autos vielen hierzulande sehr teuer erscheinen – in anderen Ländern muss man teils deutlich mehr für einen Neuwagen bezahlen. Ein Extrem-Beispiel ist Singapur.

Zertifikat für den Autokauf in Singapur: Das kostet es aktuell

Einfach zu einem Autohändler gehen und ein Auto kaufen: In Deutschland kein Problem, solange man den geforderten Preis bezahlen kann. In Singapur ist das nicht ganz so einfach: Wer hier ein Auto kaufen möchte, muss zunächst ein sogenanntes Certificate of Entitlement (COE) erwerben. Und das hat einen stolzen Preis: Laut einem Bericht von Reuters kostet das Zertifikat für ein „großes Auto“ inzwischen 146.002 Singapur-Dollar (umgerechnet rund 100.000 Euro, Stand: Mitte Oktober 2023). Addiert man nun noch die Zulassungsgebühren und Steuern, so kommt ein Standard-Toyota-Camry dem Bericht zufolge auf 251.388 Singapur-Dollar – was umgerechnet knapp 175.000 Euro entspricht.

Ein Autokauf geht in Singapur ordentlich ins Geld: Das nötige Zertifikat kann deutlich mehr als das eigentliche Auto kosten. (Symbolbild)

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Toyota Camry in Singapur kostet rund 175.000 Euro – was man in Deutschland dafür bekäme

Zum Vergleich: Dafür bekäme man hierzulande 15 Basis-Dacia-Sandero (ab 11.300 Euro erhältlich), acht Basis-VW-Polo (ab 21.950 Euro) oder immerhin noch vier BMW X1 (ab 42.800 Euro).

Die zehn hässlichsten Autos aller Zeiten: Design-Sünden der Hersteller

Die erste Generation der Mercedes A-Klasse.
Platz 10: Mercedes-Benz A-Klasse. Die ersten Generationen der A-Klasse waren alles andere als eine Schönheit. Seit 2012 kann sich der Kompaktwagen jedoch sehen lassen. Dennoch fliegt die A-Klasse bald aus dem Programm. © Mercedes-Benz AG
Audi A2
Platz 9: Audi A2. Natürlich darf auch der A2 in diesem Ranking nicht fehlen. Hier ging der Nutzen klar vor Design. Mit einem cw-Wert von 0,252 kann der Kompaktwagen locker mit modernen Stromern mithalten. Und auch sonst war der Audi A2 seiner Zeit weit voraus. Vermutlich etwas zu weit, denn 2005 wurde die Produktion nach sechs Jahren eingestellt. Inzwischen genießt der Ingolstädter einen Kult-Status. © Heritage Images/Imago
Ein Chrysler PT Cruiser von 2009 auf der San Diego International Auto Show
Platz 8: Chrysler PT Cruiser. Den Kompatkwagen gab es alternativ auch als Cabrio. Optisch erinnert der PT Cruiser durch seine lange Motorhaube etwas an die Autos der 20er oder 30er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts. 2010 war nach zehn Jahren Bauzeit und einem Facelift dann Schluss. © UPI Photo/Imago
Ford Edsel Villager
Platz 7: Ford Edsel Villager. Ende der 1950er-Jahre führte die Ford Motor Company die Tochtermarke Edsel ein. Ab 1958 ging diese unter anderem mit dem Villager auf Kundenfang. Wirklich beliebt waren die Marke und ihre Modelle damals jedoch nicht. Das lag aber viel mehr an dem ungewöhnlich hohen ovalen Kühlergrill, der so manchen Kritiker an einen Toilettensitz erinnerte. Nach drei Jahren war dann Schluss mit Edsel und dem Villager. Für Ford ein teurer Flop, der fast für den Ruin des US-Autogiganten gesorgt hätte. © Chromorange/Imago
Ein Alfa Romeo SZ.
Platz 6: Alfa Romeo SZ. Nicht schön, dafür aber teuer. Der Alfa Romeo SZ kostete Anfang der 1990er-Jahre sagenhafte 100.000 DM (ca. 51.129 Euro). Der Sportwagen war zudem auf 1.000 Exemplare limitiert. Ob die Italiener wussten, dass der Sportwagen nicht besonders gelungen ist? © Alfa Romeo
Pontiac Aztek
Platz 5: Pontiac Aztek. Von 2001 bis 2005 baute Pontiac diese „Schönheit“. Der Crossover-SUV verkaufte sich immerhin rund 1115.000 Mal. Zu besonderem Ruhm kam der Aztek zudem durch die TV-Serie „Breaking Bad“, in der er von der Hauptfigur Walter White gefahren wird. Allerdings wird der SUV in jeder Episode beschädigt. © Daniel Lippitt/AFP
SsangYong Rodius
Platz 4: SsangYong Rodius. Für einen Platz auf dem Podium hat es für den Koreaner nicht ganz gereicht. Gleiches gilt aber auch für ein eigenständiges Design. Der Kühler erinnert etwas an den PT Cruiser, das Heck hingegen hat man sich bei Mercedes geborgt. Eine Idee, die man womöglich erst hatte, als das Auto schon fertig war, denn es wirkt wie nachträglich aufgesetzt. Trotzdem wurde der Van in zwei Generationen von 2004 bis 2019 gebaut. © SsangYong
Nissan S-Cargo
Platz 3: Nissan S-Cargo. Was aussieht wie ein Modellauto für Kinder, wurde von Nissan tatsächlich von 1989 bis 1992 gebaut. Warum genau wissen wohl nur die Designer und Manager des asiatischen Autobauers. © Nissan
Ein Commuter Tango T600.
Platz 2: Nein, das ist keine optische Täuschung. Der Tang T600 von Commuter Cars ist in der Tat nur 99 Zentimeter breit. Was bei der Parkplatzsuche helfen mag, wirkt optisch, als hätte man einen Smart zu heiß gewaschen oder einen Minivan aus der Schrottpresse gerettet. Doch das Design ist nicht das einzige Problem des Tango T600. Für das kleine Elektroauto werden schwindelerregende 121.000 US-Dollar fällig. Dafür bekommt man aber auch 600 kW Leistung.  © Commuter Cars
Fiat Multipla
Platz 1: Fiat Multiple. Der Sieg geht ganz klar an den Italiener. Zwar versuchte Fiat das Modell mit einem Facelift zu retten, doch wirklich schöner wurde der Van dadurch nicht. 2010 wurde der Multipla nach elf Jahren wieder eingestellt. Bleibt die Frage: Wie konnte dieses Design jemals auf die Straße kommen? © Fiat

Eingeführt wurden die Auto-Zertifikate in Singapur Anfang der 1990er-Jahre, um die Anzahl der Fahrzeuge auf den Straßen zu regulieren. Allerdings ist ein COE nicht endlos gültig: Nach zehn Jahren läuft es aus. Danach muss der Besitzer den Wagen entweder verschrotten, exportieren – oder ein neues Zertifikat zum dann gültigen Preis erwerben, wenn er das Auto künftig weiter nutzen möchte.

Rubriklistenbild: © Panthermedia/Imago

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