Gesund leben

Wer Vitamin A, B und E in Form von Nahrungsergänzung überdosiert, riskiert Leber- und Nervenschäden

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Vitamine und Mineralstoffe sind überlebenswichtig. Viele nehmen sie in Form von Tabletten und Dragees zu sich. Doch das birgt Gefahren. Überdosierungen können extrem schaden.

Gesunde Erwachsene, die sich ausgewogen ernähren, führen sich in der Regel alle wichtigen Nährstoffe zu. Doch es gibt viele Menschen, die ohne ärztliche Absprache Nahrungsergänzungsmittel einnehmen. Die Werbung verspricht auf diesem Wege mehr Energie, bessere Haut oder sogar längeres Leben. Doch Mediziner warnen: Wer ohne einen nachgewiesenen Mangel Vitamine, Spurenelement und Mineralstoffe zu sich nimmt, riskiert gefährliche Überdosierungen.

Eine Überdosis an Kalzium-Nahrungsergänzung etwa fördert die Entwicklung eines Herzinfarkts. „Ab einer Tagesdosis von mehr als 1.500 Milligramm Kalzium steigt das Risiko nachweislich“, so der Lübecker Professor für Pharmakonutrition Martin Smollich im Interview mit dem Wissensportal Spektrum. Auch Vitamin D wirkt überdosiert schädlich. „Bei einer übermäßig hohen Einnahme von Vitamin D entstehen im Körper erhöhte Kalziumspiegel (Hyperkalzämie), die akut zu Übelkeit, Appetitlosigkeit, Bauchkrämpfen, Erbrechen oder in schweren Fällen zu Nierenschädigung, Herzrhythmusstörungen, Bewusstlosigkeit und Tod führen können. Da Vitamin D im Körper gespeichert werden kann, ist neben einer akuten auch eine schleichende Überdosierung möglich“, informiert das Robert Koch-Institut (RKI).

Vitamin A, B und E nicht überdosieren

Auch Vitamin A, B und E kann überdosiert zu Beschwerden führen. Sogar Organschäden sind möglich. Daher sollten Sie Nahrungsergänzungsmittel mit Vitaminen nie ohne ärztliche Absprache einnehmen.

Wer Vitamin B12 überdosiert riskiert Nervenschäden.

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Der Körper zeigt bei einigen Nährstoff-Überdosierungen Symptome. Die AOK informiert, welche Beschwerden Sie ernst nehmen sollten:

  • Vitamin A: Hier muss unterschieden werden. Provitamin A bereitet in der Regel keine Beschwerden, wenn es überdosiert wird. Anders sieht es aus bei Vitamin-A-Nahrungsergänzung. Die Knochenstabilität kann abnehmen und bei Schwangeren steigt die Gefahr, dass das ungeborene Kind Schaden davonträgt.
  • Vitamin E: Bei einer Überdosis von Vitamin E steigt langfristig die Blutungsneigung.
  • Vitamin B3 (Niacotinsäure): Herzbrennen, Kopfschmerzen, Durchfall und Bauchschmerzen können auf eine Vitamin-B3-Überdosis hindeuten. Auch potentiell lebensgefährlicher Blutdruckabfall und Leberschäden sind mögliche Folgen.
  • Vitamin B6: Eine Überdosierung kann das Nervensystem schädigen. Infolge leiden Betroffene an Gangunsicherheit, die mit Stürzen einhergehen kann.
  • Vitamin B12: Veganer müssten Vitamin B12 zusetzen, da nur tierische Lebensmittel den Bedarf decken können. So eine Information der Stiftung Warentest. Aktuellen Studien zufolge könnte ein zu hoher Vitamin-B12-Spiegel im Blut mit einem erhöhten Lungenkrebsrisiko verbunden sein, wie der NDR berichtet.

Immunsystem stärken und so Grippe bis Corona vorbeugen – acht einfache Regeln

Frau hält Glas Wasser in der Hand.
Wer ausreichend trinkt, hält die Schleimhäute in Mund und Rachen feucht. Das ist wichtig, weil diese die erste Schutzbarriere des Körpers gegen Viren und Bakterien darstellen. Trocknen die Schleimhäute aus, können Viren leichter andocken und sich einen Weg in den Körper bahnen. Auch das Lutschen von Bonbons hilft dabei, die Schleimhäute feucht zu halten.  © Tanya Yatsenko/Imago
Korb voll mit Gemüse und Obst
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse sorgt dafür, dass dem Körper wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zugeführt werden. Es wird vermutet, dass ein Zusammenhang zwischen einem gesunden Darm und einem gesunden Immunsystem besteht, denn ein Großteil der Antikörper produzierenden Zellen befinden sich im Darm, informiert das Portal München Klinik, der Gesundheitsversorger der Stadt München. © Oleksandr Latkun/Imago
Frau krault im Schwimmbad
Auch Bewegung macht uns weniger anfällig für Krankheitserreger. Mitverantwortlich ist die antientzündliche Wirkung von Sport und Bewegung auf unseren Körper. Davon profitiert auch unser Immunsystem, so Professor Karten Krüger von der Justus-Liebig-Universität in Giessen im Interview mit der Krankenkasse BKK Provita. Sein Forschungsgebiet: Die Wirkung von Bewegung auf unser Immunsystem. Ihm zufolge wird man seltener krank und übersteht eine Erkrankung besser, wenn man sich regelmäßig bewegt, gut schläft, sich ausgewogen ernährt und ein gutes Stressmanagement pflegt.  © Imago
Hand, die Weinglas und Zigarette hält
Inhaltsstoffe in Zigarettenrauch und Alkohol blockieren die körpereigene Abwehr und machen uns so anfälliger für Krankheiten. Nach einer durchzechten Nacht kann das Immunsystem Studien zufolge sogar bis zu 24 Stunden lang nicht wie gewohnt arbeiten, so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Auch Rauchen fördert wie Alkohol Entzündungsprozesse im Körper, was eine erhöhte Anfälligkeit für Atemwegsinfekte zur Folge haben kann. Zudem trocknet Zigarettenrauch die Schleimhäute aus, was deren Abwehrkraft abschwächt.  © macondo/Imago
Frau öffnet das Fenster zum Lüften
Vor allem im Herbst und im Winter sollten Sie regelmäßig lüften. Denn trockene Heizungsluft trocknet die Schleimhäute in Mund und Nase aus. Diese stellen die erste Barriere für Viren und Bakterien dar. Im ausgetrockneten Zustand sind die Schleimhäute weniger widerstandsfähig. © Roman Möbius/Imago
Wanderweg im Bergischen Land nahe der Müngstener Brücke
Bewegung an der frischen Luft stärkt unsere Atemwege. Auch das Immunsystem profitiert, weil über die Haut durch Kontakt mit Sonnenlicht Vitamin D produziert wird. „Es ist wissenschaftlich unstrittig, dass eine ausreichende Vitamin D-Versorgung zur normalen Funktion des Immunsystems beiträgt. Auch zeigen Studien, dass Menschen mit einer unzureichenden Vitamin D-Versorgung ein erhöhtes Risiko für akute Atemwegsinfekte aufweisen und von der Gabe von Vitamin D-Präparaten profitieren können“, heißt es in einem Bericht des Bundesinstituts für Risikobewertung.  © Olaf Döring/Imago
Gestresste Frau im Büro
Stress ist ein wahrer Immunkiller. Durch die Ausschüttung von Stresshormonen verlieren die Immunzellen die Fähigkeit, sich zu vermehren, um Krankheitserreger abzutöten. Auch die Menge an Antikörpern in unserem Speichel verringert sich, so eine Information des Universitätsspitals Zürich.  © Joseffson/Imago
Frau schaltet den Wecker aus
Ausreichend Schlaf zählt zu den Grundpfeilern eines intakten Immunsystems. Wissenschaftler der Universität Tübingen und der Universität Lübeck konnten dem ärztlichen Journal zufolge zeigen, dass bereits nach drei Stunden ohne Schlaf die Funktion der T-Zellen beeinträchtigt war. „T-Zellen zirkulieren ständig im Blutkreislauf und suchen nach Erregern. Die Adhäsion (Anmerkung der Redaktion: bedeutet so viel wie „Haftkraft“) an andere Zellen erlaubt ihnen dabei, im Körper zu wandern und beispielsweise an infizierte Zellen anzudocken, um sie anschließend zu beseitigen“, sagt Erstautor Stoyan Dimitrov.  © Oleksandr Latkun/Imago

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.

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