Mogelpackung des Jahres: Das ist die dreisteste Trickserei im Supermarkt

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Mogelpackungen bringen Supermarkt-Kunden zur Weißglut. Ein bekanntes Produkt haben Verbraucher jetzt zur dreisteten Mogelei 2023 gekürt.

Update, Dienstag (23. Januar): Verbraucher haben abgestimmt. Die dreisteste Mogelpackung des Jahres 2023 ist das Produkt TUC Bake Rolls Meersalz von Mondelez. Mit mehr als der Hälfte aller Stimmen (54,7 Prozent) für die salzigen Brotchips war das Votum eindeutig.

Die Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) kritisiert bei dem Produkt die versteckte Preiserhöhung von 127 Prozent, die durch einen Markentausch eingeführt wurde. Erstmals unter 7Days für 1,39 Euro, jetzt unter TUC für 1,89 Euro – dabei werden die Chips jedoch mit 100 Gramm weniger Inhalt verkauft. Für die VZHH ist der TUC-Snack daher „völlig zu Recht“ Negativ-Sieger geworden.

Mogelpackung des Jahres 2023: Die 5 dreistesten Tricksereien im Supermarkt

Die dreisteste Mogelpackung des Jahres? Verbraucher können darüber abstimmen.

Erstmeldung, 5. Januar: Die „Shrinkflation“ schlägt im Supermarkt voll zu. Kunden bekommen beim Kauf vieler Produkte weniger Inhalt, bezahlen jedoch den gleichen Preis. Einige Produkte fallen aufgrund der besonders dreist versteckten Preiserhöhungen auf.

Der Wocheneinkauf im Supermarkt oder Discounter hält immer wieder Überraschungen bereit. Sei es ein neues „Fleisch“-Produkt oder Veränderungen bei Lebensmittelverpackungen. Über letzteres denken Kunden vermutlich kaum nach, doch ein näherer Blick lohnt sich. Der Grund: Es könnte sich um eine Mogelei im Sinne versteckter Preiserhöhungen handeln.

Immer wieder deckt die Verbraucherzentrale sogenannte Mogelpackungen auf. Mogelpackungen sind Produkte, bei denen der Inhalt schrumpft, der Preis jedoch gleich bleibt – und das ganz unbemerkt. Wie man Mogelpackungen doch erkennen kann, verraten Supermarkt-Tricks.

Video: Mehr Luft als Inhalt – diese Mogelpackungen verstecken sich im Supermarkt

Mogelpackung des Jahres 2023: Aldi-Eigenmarke, Oreo, TUC, Listerine und Katjes zur Auswahl

Die Kunden haben nun selbst die Wahl. Sie können die „Mogelpackung des Jahres 2023“ wählen. Die Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) stellt dafür fünf Produkte zur Auswahl, für die im vergangenen Jahr vielfach Beschwerden eingegangen sind. Die Online-Abstimmung läuft noch bis zum 22. Januar, 16 Uhr. Zur Auswahl stehen folgende Produkte:

  1. Yoghurt-Gums von Katjes: Die Tüte ist nun nicht mehr mit 200, sondern mit 175 Gramm gefüllt. Der Preis blieb hingegen gleich, was eine versteckte Preiserhöhung von 14 Prozent bedeutet. Damit wurden die Katjes-Yoghurt-Gums bereits zur Mogelpackung des Monats Oktober gekürt.
  2. TUC Bake Rolls Meersalz von Mondelez: Ein Markentausch von 7Days zu TUC hat den Preis in die Höhe schnellen lassen. Die quasi gleichen Brotchips haben nun eine neue Verpackung mit 100 Gramm weniger Inhalt als vorher. Sie sind insgesamt also 127 Prozent teurer geworden (von 1,39 Euro auf 1,89 Euro).
  3. Chocolat Amandes Vollmilch von Aldi: Der gesamte Inhalt der Schokolade schrumpfte von 184 auf 150 Gramm. Das macht eine Preiserhöhung von etwa 30 Prozent. Die Eigenmarke vom Discounter spart zudem am geschmackstragenden Marzipan-Anteil in der Schokolade.
  4. Listerine Total Care von Johnson & Johnson: Kunden zahlen für eine schmalere Flasche des Mundwassers 33,5 Prozent mehr. Die Verpackungsänderung fällt kaum auf, denn die Höhe der Flasche bleibt gleich, das Fassungsvolumen ist jedoch geschrumpft. Hinzu kommt ein genereller Preisanstieg bei einigen Händlern.
  5. Oreo Stieleis von Froneri: Es sind weniger Stieleise als vorher in der Verpackung. Zudem sind die einzelne Eise kleiner. Der Hersteller reduziert die Eismenge von 440 Milliliter auf 270 Milliliter pro Karton bei gleichbleibendem Preis. Die versteckte Preiserhöhung beläuft sich auf 63 Prozent.

Mogelpackungen im Supermarkt: Verbraucherschützer fordern Politik zum Handeln auf

Die VZHH meldet im Jahr 2023 so viele Mogelpackungen wie noch nie zuvor. Über die versteckten Preiserhöhungen führen die Verbraucherschützer eine Liste, mit der sich Kunden über betroffene Lebensmittel informieren können.

Schon lange fordern sie von der Politik ein härteres Durchgreifen bei den Herstellern. Das würde nicht nur den Geldbeutel der Verbraucher schonen und für mehr Preis-Transparenz sorgen, sondern käme auch der Umwelt zugute. Denn wenn die Inhaltsmenge der Verpackungen schrumpft, entsteht mehr Müll. Doch die geltenden Gesetze lassen den Produzenten aktuell noch zu viel Spielraum, um Kunden weiterhin auszutricksen, teilt die VZHH mit.

Rubriklistenbild: © monticello/Panthermedia/Imago; Steinach/Imago; Collage: RUHR24

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