Terrassenboden ohne Hochdruckreiniger reinigen – was hilft schonend bei Moos oder Algen?
VonAnne Tessin
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Anne Hund
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Grüner Belag macht sich auf der Terrasse breit? Dann kann man den Boden kräftig schrubben – ein umweltverträgliches Hausmittel hilft dabei.
Nicht jeder hat einen Hochdruckreiniger daheim. Bei manchen weichen Steinböden und auch bei bestimmten Holzböden ist der Hochdruckreiniger zudem keine gute Idee. Am einfachsten hält man sich an die Empfehlungen der Hersteller, dann ist man auf der sicheren Seite. Ohne Hochdruckreiniger heißt es vor allem: kräftig schrubben, um Böden von Moos oder Algen zu befreien. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen empfiehlt zudem den Gebrauch sanfter und umweltschonender Hausmittel, die man zunächst an einer unauffälligen Stelle des veralgten Terrassenbodens testen sollte. Sollte das Material an der Stelle unbeschadet bleiben, kann man fortfahren. Welches Hausmittel eignet sich und wie funktioniert die Reinigung?
Terrassenboden reinigen – mithilfe von Waschsoda
Will man grünen Belag auf der Holzerrasse loswerden, sollte man zunächst ein bis zwei Esslöffel Waschsoda in einem Liter heißem Wasser auflösen, heißt es auf Verbraucherzentrale.de. Waschsoda ist u.a. in Drogeriemärkten erhältlich. Das aufgelöste Pulver sollte man großzügig auf die betroffenen Stellen verteilen und einwirken lassen. Anschließend den Boden abbürsten und eventuell noch einmal mit Wasser nachschrubben. Bei den Arbeiten mit der Waschsoda-Lösung sollte man allerdings Handschuhe tragen, um die Hände vor der alkalischen Lösung zu schützen. Nach der Reinigung sollten die Holzdielen wieder neu geölt werden – „am besten mit einem umweltfreundlichen Holzöl mit dem Blauen Engel oder Leinöl“, empfiehlt die Verbraucherzentrale NRW.
Auch bei Steinflächen kann Waschsoda weiterhelfen. Gegen leichtere Verschmutzungen lösen Sie einen Esslöffel Soda pro Liter Wasser auf und gießen die Mischung auf die betroffenen Steinplatten. Lassen Sie das Ganze mindestens eine Stunde, gerne auch länger, einwirken, schrubben Sie gegebenenfalls etwas und spülen Sie dann mit klarem Wasser aus der Gartenbrause nach. Informieren Sie sich im Vorfeld unbedingt über die genaue Art Ihres Bodens. Natursteine können sehr empfindlich reagieren und es reicht häufig schon, diese mit Neutralseife und Wasser abzubürsten. Prüfen Sie die Verträglichkeit am besten an einer unauffälligen Stelle, bevor Sie die ganze Fläche bearbeiten.
Auch Unkraut in den Fugen ist aus Sicht von Hausbesitzern manchmal lästig. Eine umweltschonende Art aus Omas Trickkiste, um Löwenzahn aus Fugen zu entfernen: Übergießen Sie das Kraut mit kochendem Wasser. Sprießt das Unkraut aus den Pflasterfugen, kann man es auch einfach mit einem Fugenkratzer oder einer Fugenbürste entfernen. Ein Tipp, damit es gar nicht erst so weit kommt: Bürsten Sie den Terrassenboden regelmäßig mit einem harten Besen ab. Damit erwischen Sie bereits die kleinen Pflanzen, bevor sie sich gut verwurzeln und Samen bilden können.
Wichtig zu wissen: Es dürfen auf versiegelten Flächen keine chemischen Unkrautvernichtungsmittel eingesetzt werden, wie Experten betonen. Von der Verwendung von Essig und Salz sollte man absehen. Auch wer Löwenzahn und Giersch oder Moos zwischen den Pflasterfugen in der Einfahrt entfernen will, sollte auf keinen Fall zu scharfen Mitteln greifen. „Sie dürfen Fugen und Kiesflächen nicht mit Unkrautvernichtungsmitteln, sogenannten Herbiziden, behandeln“, informiert die Verbraucherzentrale NRW. „Geldstrafen bis 50.000 Euro drohen, denn diese Mittel belasten Wasser, Boden, Mensch und Tier.“