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Wie giftig ist Nagellack? „Öko-Test kritisiert eine ganze Liste problematischer Inhaltsstoffe“

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Die Nägel lackieren: regelmäßiges Ritual vieler Frauen und Männer. Ob ein Nagellack potenziell gesundheitsschädlich ist, hängt von den Inhaltsstoffen ab.

In Drogerien und Parfümerien säumen sie ganze Regale: Nagellacke in allen erdenklichen Farben. Fast jede Kosmetikmarke bietet eigene Farbkreationen an – mit teils schädlichen Inhaltsstoffen. Zwar wurden Nagellacke seit ihrer Erfindung Anfang des 20. Jahrhunderts weiter entwickelt. Doch immer noch gibt es Produkte, die dem Körper schaden können. Wenn auch nicht mehr in dem Ausmaß wie früher: Der handelsübliche Nagellack wurde in den 30er-Jahren als Produkt auf Basis von Autolacken auf den Markt gebracht.

Immer wieder befassen sich Forschende mit den gesundheitlichen Auswirkungen von dekorativer Kosmetik wie Make-up, Lippenstift bis Nagellack. Eine US-amerikanische Studie ergab, dass Inhaltsstoffe und Dämpfe von Nagellack sogar die DNA verändern und Unfruchtbarkeit bei Frauen fördern können.

TPHP: Gefährlicher Weichmacher in Nagellack

Unter anderem wirkt der Weichmacher Triphenylphosphat (TPP oder TPHP) in Nagellacken gesundheitsschädlich. Diese Substanz kommt auch in der Plastikherstellung zum Einsatz. In Nagellacken sorgt TPHP für längeren Halt, gilt allerdings als potenziell hormonell wirksam. „Es ist sehr beunruhigend, dass Nagellack, der für Frauen und Mädchen im Teenageralter vermarktet wird, eine mutmaßlich endokrine Substanz enthält“, wird Johanna Congleton als Mitautorin der US-amerikanischen Studie der Duke University und der Non-Profit-Organisation EWG in einer Pressemitteilung zitiert. Congleton zufolge nimmt der Körper TPHP relativ schnell durch das Auftragen von Nagellack auf die Fingernägel auf.

Sie können nicht ohne Nagellack? Dann sollten Sie besser zu Produkten ohne schädliche Inhaltsstoffe greifen.

Geprüft wurden im Rahmen der Studie zehn Nagellacke, TPHP wurde in acht von ihnen gefunden. Zwei der acht Lacke, die TPHP enthielten, wiesen den Inhaltsstoff allerdings nicht auf ihrem Etikett aus. Weiter heißt es in der Studie, dass TPHP in Tierversuchen zu Fortpflanzungs- und Entwicklungsproblemen geführt hatte. Dr. Heather Stapleton, leitende Forscherin der Duke-EWG-Studie erklärte in Hinblick auf die Gesundheitsgefahr für den Menschen: „Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass TPHP die Hormonregulation, den Stoffwechsel, die Fortpflanzung und die Entwicklung beeinträchtigen kann“.

Weitere wissenschaftliche Untersuchungen würden zudem nahelegen, dass TPHP zu Gewichtszunahme und Fettleibigkeit beitragen kann.

Die richtige Pflege je nach Hauttyp: Wie Sie trockene, fettige oder sensible Haut am besten versorgen

Junge Frau am Strand
Vor allem junge Menschen kämpfen oft mit fettiger Haut. Pickel und Mitesser sind bei diesem Hauttyp häufig, weil die Talg-Überproduktion zu einer Verstopfung der Poren führt. „Für Sie ist wichtig, dass Ihre Pflegeprodukte nicht zu reichhaltig sind. Das bedeutet, Ihre Haut benötigt Feuchtigkeit, aber nicht noch mehr Fett“, so eine Information des Hautarztzentrums Kiel. Die morgendliche und abendliche Reinigung sei ebenfalls wichtig, um die Haut vom überschüssigen Talg zu befreien. Waschschaum und eine leichte Creme mit Salizylsäure sowie ein Gesichtswasser würden sich aufgrund der antibakteriellen und entfettenden Wirkung besonders anbieten bei fettiger Haut.  © Stephan Klapszus/Imago
Frau blickt in Spiegel
Sensible Haut erkennen Sie daran, dass Sie besonders empfindlich auf äußere Reize wie heiße und kalte Luft reagiert. Auch Kontakt mit Duft- und Konservierungsstoffen hat häufig Hautirritationen wie Rötung zur Folge. Aggressive Peelings, Seife und andere reizende Waschsubstanzen sollten nicht verwendet werden, informiert das Hautarztzentrum Kiel auf seiner Website. „Ihre Haut braucht eine Pflege, die viel Feuchtigkeit enthält, sie nicht beschwert und bestenfalls frei von Duft-, Konservierungs- und Farbstoffen ist“, heißt es weiter: „Eine leichte Tages- und Nachtpflege für empfindliche Haut reich völlig aus. Zum Reinigen sollten Sie ein mildes Waschgel ohne Peelingmaterialien verwenden“.  © Imago
Trockene Haut eincremen
In den meisten Fällen ist falsche Pflege die Ursache von zu trockener Haut. Wie die Krankenkasse AOK informiert, sollten Menschen mit trockener Haut auf langes, häufiges und heißes Duschen bzw. Baden verzichten, milde und rückfettende Reinigungsmittel verwenden und zu Feuchtigkeitscreme greifen. Trotz dieser Maßnahmen bleiben die Probleme bestehen? Dann könnte eine Hautkrankheit dahinter stecken, die behandelt werden muss.  © Imago
Frau trägt Lippenstift auf und schaut in den Spiegel
Trockene Wangen und zu Pickeln und Mitessern neigende T-Zone (Stirn, Nase und Kinn) sind typische Merkmale der Mischhaut. Die Pflege dieser Haut sollte zweigeteilt werden: Die trockenen Stellen sollten nur mit Wasser oder sanften Reinigungsmitteln in Berührung kommen. Die fettigen Stellen können mit Substanzen gereinigt werden, die entfettend wirken, etwa Salizylsäure. „Sie können zudem zwei verschiedene Cremes verwenden: Eine für fettige Haut und eine für normale oder trockene Haut“, so eine Information des Hautarztzentrums Kiel.  © Aleksei Isachenko/Imago
Wegweiser zu einer Hautärztin in Luxemburg
Ihre Hautprobleme bleiben bestehen, obwohl Sie Ihre Pflegeroutine geändert haben? In dem Fall könnte es sein, dass Sie an einer Hautkrankheit leiden, die behandelt werden muss. Suchen Sie einen Hautarzt oder eine Hautärztin auf. Diese/r kann die richtige Diagnose stellen und je nach Befund die passende Therapie empfehlen.  © Sascha Steinach/Imago

Krebserregende und allergieauslösende Stoffe können enthalten sein

Doch nicht nur die Substanz TPHP gilt als potenziell gesundheitsschädlich. „Öko-Test kritisiert eine ganze Liste problematischer Inhaltsstoffe“, wird Kerstin Effers, Chemikerin und Expertin für Umwelt- und Gesundheitsschutz bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen vom Redaktionsnetzwerk Deutschland zitiert. Auch das Lösemittel Styrol oder allergieauslösende Substanzen wie Acrylate oder Triphenylphosphat sowie krebserzeugende Nitrosamine gelten Effers zufolge als gesundheitsschädliche Nagellack-Inhaltsstoffe.

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Es lohnt sich, vor dem Kauf von Nagellack die Inhaltsstoffe zu prüfen. Auch Apps können hier eine gute Hilfe sein. So zeigen etwa die Apps Codecheck, Yuka oder Cosmile an, ob bedenkliche Inhaltsstoffe in dekorativer Kosmetik enthalten sind.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Alba Caro/Imago

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