Cents für die Umwelt

Neue Kaufland-Regel: Plastikbeutel in Obst- und Gemüseabteilung kosten jetzt Geld

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Wer noch nicht informiert ist, könnte sich über die Änderung aufregen. Denn bei Kaufland sind Plastiktüten jetzt kostenpflichtig. Damit folgt der Supermarkt anderen Discountern.

München – Ein mysteriöser Posten namens „OuG Beutel“ taucht auf dem Kassenbon auf und kostet einen Cent. Manche Kunden von Kaufland entdeckten diesen Betrag erst zu Hause auf ihrer Quittung und fragten sich wohl: Was habe ich da erworben? Die Antwort: Einen Knotenbeutel. Denn „OuG“ steht ganz einfach für „Obst und Gemüse“.

Die Supermarktkette macht ihre Kunden auf den Preis aufmerksam, der an der Halterung der Knotenbeutel angebracht ist. Dennoch haben einige Personen diesen seit seiner Einführung übersehen, wie verärgerte Beiträge in den sozialen Medien wie Facebook zeigen. So kommt der Preis von einem Cent für sie auf den Kassenzettel nun recht unerwartet.

Neue Kaufland-Regel: Supermarkt äußert sich zu kostenpflichtigen Plastikbeuteln

Kaufland erklärt auf Anfrage von IPPEN.MEDIA den Preis: „Mit der Bepreisung der Knotenbeutel mit einem Cent [...] wollen wir unsere Kunden für den bewussteren Verbrauch von Einwegplastik sensibilisieren und Anreize schaffen, sich bei Obst und Gemüse für nachhaltige Alternativen zu entscheiden.“ Solche Preisgestaltungen sind laut dem Unternehmen mittlerweile branchenüblich. Auch Kaufland bietet bereits seit 2019 bundesweit in seinen Filialen Frischetaschen für 99 Cent an. Die Beutel seien ein perfektes Beispiel dafür, wie Kunden ohne großen Aufwand noch mehr Plastik im Alltag einsparen können, erklärt die Supermarktkette auf ihrer Internetseite.

Ein Aufpreis bei Kaufland sorgt für Wirbel. Das Unternehmen bezog Stellung.

Auch Aldi bepreist Plastiktütchen – Mehrwegbeutel bieten viele Vorteile

Auch die beiden Discounter Aldi und Lidl bieten schon seit geraumer Zeit umweltfreundliche Beutel an. Bei Lidl heißen diese Beutel Vitaminnetze und kosten 49 Cent pro Zweierpack. Bei den Discountern Aldi Nord und Aldi Süd gibt es seit 2019 nur noch Knotenbeutel aus nachwachsenden Rohstoffen, die ebenfalls einen Cent pro Beutel kosten. Darüber hinaus stellt der Discounter seinen Kunden Mehrwegnetze als umweltfreundliche Alternative bereit. Grundsätzlich bieten die Beutel und Netze den Kunden folgende Vorteile:

  • Kunden können auch die Mehrwegnetze anderer Anbieter beim Einkauf nutzen
  • Sie sind leicht und gleichzeitig stabil und können somit lange verwendet werden
  • Sie schonen die Umwelt, denn sie können gewaschen werden
  • Die Beutel sind ohne Verwendung von Erdöl hergestellt worden

Quellen: Aldi und Lidl

Neue Kaufland-Regel: Kunden können eigene Tasche zum Einkaufen mitbringen

Wer die Kosten für Beutel und Netze vermeiden möchte, sollte seine eigene Tasche zum Einkaufen mitbringen. Das trägt schließlich auch zur Vermeidung von Plastikmüll bei. Laut Kaufland könnten mit Frischetaschen pro Jahr bis zu 693 Tonnen Einweg eingespart werden, wenn Kunden diese Alternative nutzen, berichtet web.de. Lidl hat sich bereits 2019 das Ziel gesetzt, den Kunststoffeinsatz bis 2025 um 20 Prozent zu reduzieren und „die Recyclingfähigkeit bei Verpackungen der Eigenmarken auf 100 Prozent zu steigern“, so eine Erklärung des Discounters aus dem Jahr 2019.

Aldi hat schon vor Jahren umgedacht und seine Plastiktaschen kostenpflichtig gemacht. Dadurch ist der Verbrauch von Kunststofftragetaschen um zwei Drittel gesunken, berichtet der Discounter. Man würde es begrüßen, wenn andere Händler nachziehen würden. Um Kunden von den umweltfreundlichen Maßnahmen der Händler zu überzeugen, sollten sie jedoch über die Preisgestaltung informiert werden und nicht erst zu Hause beim Blick auf den Kassenbon überrascht werden. Kaufland bestätigte gegenüber t-online, dass entsprechende Hinweise an den Halterungen der Knotenbeutel vorhanden sein sollten. Allerdings scheint dies noch nicht in allen Filialen der Fall zu sein. Das zumindest belegen die Reaktionen von Kunden in den sozialen Medien. Aber auch die Schließungen von Kaufland-Filialen in ganz Deutschland sorgten in 2024 bereits für mediale Aufregung.

Beim Einkauf Geld sparen: Welche Tipps und Tricks Verbraucher kennen sollten

Bei der Auswahl im Supermarkt entstehen oft Impulseinkäufe.
Tipp 1: Bei der riesigen Auswahl im Supermarkt entstehen oft unnötige Impulseinkäufe. Mit einem Essensplan kann man gezielt die Lebensmittel kaufen, die man für seine Gerichte auch braucht. So spart man nicht nur an der Kasse einiges an Geld, sondern kann auch eventueller Lebensmittelverschwendung entgegenwirken. © Oleksandr Voskresenskyi via imag
Hungrig sollte man nicht einkaufen gehen.
Tipp 2: Niemals hungrig einkaufen gehen. Wer Hunger hat, neigt dazu, alles was er gerne isst einfach in den Einkaufswagen zu packen und steht am Ende mit einem teureren Einkauf als geplant an der Kasse. Am besten, man geht nach dem Frühstück oder Mittagessen einkaufen. © Bernd54 via www.imago-images.de
Einkauf in einem Supermarkt oder Discounter zu Zeiten voTipp 3: Auf den Grundpreis achten: Vor Allem der Vergleich zwischen Markenprodukt und Eigenmarke lohnt sich. Meist bekommt man für weniger Geld genauso gute Eigenmarkenprodukte. Um einfacher vergleichen zu können, gilt es auf den Grundpreis zu schauen, der meist in Liter oder Kilogramm angegeben wird.n Inflation. Fleisch, Schweinefleisch, Billigfleisch, Rindfleisc
Tipp 3: Auf den Grundpreis achten: Vor allem der Vergleich zwischen Markenprodukt und Eigenmarke lohnt sich. Meist bekommt man für weniger Geld genauso gute Eigenmarkenprodukte. Um einfacher vergleichen zu können, gilt es auf den Grundpreis zu schauen, der überwiegend in Liter oder Kilogramm angegeben wird. © IMAGO/Martin Wagner
Tipp 4: Auf Angebote achten und vergleichen: Fast jeder Supermarkt hat Aktionen und Angebote. Besonders bei Produkten die man in großen Mengen gebraucht lohnt es sich bei solchen Aktionen zuzuschlagen. Doch es ist Vorsicht geboten: bei reduzierter Ware neigen wir dazu sie zu kaufen obwohl wir sie gar nicht brauchen. Das kann den Preis in die Höhe treiben.
Tipp 4: Auf Angebote achten und vergleichen: Fast jeder Supermarkt hat Aktionen und Angebote. Besonders bei Produkten, die man in großen Mengen braucht, lohnt es sich bei Aktionen zuzuschlagen. Doch es ist Vorsicht geboten: Bei reduzierter Ware neigen wir dazu, sie zu kaufen, obwohl wir sie gar nicht brauchen. Das kann den Preis in die Höhe treiben. © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON
Tipp 5: Große Packungen kaufen: Ein Tipp der Verbraucherzentrale ist es, größere Packungen zu kaufen – sie haben meist einen günstigeren Grundpreis. Natürlich rentieren sich Großpackungen nur, wenn sie auch wirklich verbraucht werden können.
Tipp 5: Große Packungen kaufen: Ein Tipp der Verbraucherzentrale ist es, größere Packungen zu kaufen – sie haben meist einen günstigeren Grundpreis. Natürlich rentieren sich Großpackungen nur, wenn sie auch wirklich verbraucht werden können. © IMAGO/Jakub Porzycki
Tipp 6: Einkaufsfallen erkennen: In Supermärkten gibt es viele Einkaufsfallen, die für einen teureren Einkauf sorgen können. Dazu gehören irreführende Aktionsschilder, „Mogelpackungen“ und bewusste Produktplatzierungen. Ein Trick, welcher vermutlichen vielen bereits bekannt ist: Die teuersten Produkte stehen in der Regel auf Augenhöhe. Ober- und unterhalb sind die günstigeren.
Tipp 6: Einkaufsfallen erkennen: In Supermärkten gibt es viele Einkaufsfallen, die für einen teureren Einkauf sorgen können. Dazu gehören irreführende Aktionsschilder, „Mogelpackungen“ und bewusste Produktplatzierungen. Ein Trick, welcher vermutlichen vielen bereits bekannt ist: Die teuersten Produkte stehen in der Regel auf Augenhöhe. Ober- und unterhalb sind die günstigeren. © IMAGO/McPHOTO/BilderBox
Tipp 7: Panikkäufe vermeiden: Panikkäufe, wie etwa aufgrund des Ukrainekriegs, sollten unbedingt vermieden werden. Diese führen ebenfalls zu Preissteigerungen. Außerdem wollen wir doch alle nicht, dass es wieder zum Kampf um die letzte Packung Klopapier im Supermarkt kommt – so wie zu Beginn der Corona-Pandemie.
Tipp 7: Panikkäufe vermeiden: Panikkäufe, wie etwa aufgrund des Ukrainekriegs, sollten unbedingt vermieden werden. Diese führen ebenfalls zu Preissteigerungen. Außerdem wollen wir doch alle nicht, dass es wieder zum Kampf um die letzte Packung Klopapier im Supermarkt kommt – so wie zu Beginn der Corona-Pandemie. © IMAGO/MANUEL GEISSER
Tipp 8: Verzichte mindestens ein mal in der Woche auf Fleisch: Fleisch ist eines der teuersten Lebensmittel, schadet der Umwelt und den Tieren. Ganz einfach kann man auch fleischlose Gerichte zaubern, ohne Ersatzprodukte kaufen zu müssen.
Tipp 8: Verzichte mindestens ein mal in der Woche auf Fleisch: Fleisch ist eines der teuersten Lebensmittel, schadet der Umwelt und den Tieren. Ganz einfach kann man auch fleischlose Gerichte zaubern, ohne Ersatzprodukte kaufen zu müssen. © IMAGO/Larissa Veronesi
Tipp 9: Saisonales Obst und Gemüse kaufen: Saisonale Produkte sind meist günstiger als nicht-saisonale. Das liegt an den hohen Importkosten die für Obst und Gemüse aus dem Ausland anfallen. Außerdem schmecken die saisonalen Früchte auch besser.
Tipp 9: Saisonales Obst und Gemüse kaufen: Saisonale Produkte sind meist günstiger als nicht-saisonale. Das liegt an den hohen Importkosten, die für Obst und Gemüse aus dem Ausland anfallen. Außerdem schmecken die saisonalen Früchte auch besser. © EIBNER/EXPA/Stefanie Oberhauser
Tipp 10: Wasser aus dem Hahn statt aus der Flasche: Das Hahnenwasser wird in Deutschland streng kontrolliert und kann im Normalfall mit dem aus der Flasche mit halten. Es spart also sowohl Geld als auch Energieaufwand beim Kisten schleppen.
Tipp 10: Wasser aus dem Hahn statt aus der Flasche: Das Hahnenwasser wird in Deutschland streng kontrolliert und kann im Normalfall mit dem aus der Flasche mithalten. Es spart also sowohl Geld als auch Energieaufwand beim Kisten schleppen. © IMAGO/Anastasiya Amraeva

Die EU hat übrigens bereits 2022 den Verkauf von dicken Plastiktüten an der Kasse verboten. Die Händler haben jedoch einen einfachen Trick gefunden, um das Gesetz zu umgehen. Offenbar sind die dicken Tüten eine gute Einnahmequelle. (sthe)

Rubriklistenbild: © Screenshot Facebook Juergen Niklas

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