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Die Zeit des 9-Euro-Tickets ist vorbei. Da es sehr gut angenommen wurde, wird nun über Nachfolgeoptionen diskutiert.
Berlin – Das 9-Euro-Ticket kann als Erfolg angesehen werden. Viele Bürgerinnen und Bürger würden sich ein solches Ticket dauerhaft wünschen. Die Politik denkt über passende Nachfolge-Angebote nach. „Wir wissen, dass wir eine Begeisterung für den ÖPNV ausgelöst haben, wie sie in Deutschland wahrscheinlich noch nie vorhanden war“, sagte Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) der Deutschen Presse Agentur (dpa).
Neben dem günstigen Preis, hatte das 9-Euro-Ticket den Vorteil, dass es bundesweit gültig war. Außerdem habe das digitale Angebot zum Erfolg beigetragen. Eine Sache hat der Fahrschein Wissing zufolge besonders gezeigt: „Nämlich, was für eine Attraktivität ein einfaches Ticket für die Menschen hat.“
Welche Fragen müssen für die Nachfolge des 9-Euro-Tickets geklärt werden?
Wissing betont, dass man sich zunächst über die Ausgestaltung eines neuen Tickets klar werden müssen. Vorher brauche man nicht über Preise zu diskutieren. „Wie soll die Geltung sein, wie kann es erworben werden? Soll es ein Monatsticket oder ein Ticket sein, das man im Jahresabo kauft? Soll es nur ein Tarif sein oder mehrere Tarife geben? Wie können wir die vielen Verkehrsverbünde, die eine Hürde darstellen, durch Digitalisierung für die Nutzer zumindest unsichtbar machen?“ Diese Fragen wirft der Verkehrsminister laut dpa auf.
Zudem müsse mit den Ländern zusammengearbeitet werden. Der ÖPNV liegt normal im Zuständigkeitsbereich des Bundes. Mit den Bundesländern müsse man klären, in welchem „Maße sie sich finanziell an einer solchen Reform beteiligen können“. Gleiches werde man für den Bund entscheiden müssen. Finanzminister Christian Lindner (FDP) unterstütze Wissing jedoch bei dem Vorhaben, ein geeignetes Nachfolgemodell zu finden.
Das muss über das Nachfolge-Ticket entschieden werden
- Soll es verschiedene Angebote geben?
- Wie beteiligen sich Bund und Länder an den Kosten?
- Wird es ein Jahres- oder Monatsticket?
- Wie viel kostet das neue Ticket?
- Ab wann ist das neue Ticket erhältlich?
Was könnte auf das 9-Euro-Ticket folgen?
Gesprochen wurde schon über ein Ticket für 29, 49 oder 69 Euro und ein Jahresticket für 365 Euro. „Wenn man sagt, ein Ticketpreis ist gesetzt, und der Rest muss angepasst werden, dann kommt man nicht zu einer optimalen Reform“, betonte Wissing gegenüber der dpa. Deshalb könne er sich auch noch nicht dazu äußern, zu welchem Termin ein Nachfolgeticket an den Start gehen würde.
„Manche sagen, wir brauchen einen günstigeren Tarif für bestimmte Bevölkerungsgruppen“, thematisiert der Verkehrsminister auch die Option, ein Ticket zu unterschiedlichen Preisen zu verkaufen. Zudem sei auch eine Möglichkeit, Fahrscheine für ganz Deutschland teurer und solche, die nur für zwei Bundesländer gültig sind, günstiger anzubieten.
Zu günstig oder sogar kostenlos wird das neue Ticket nach dem Willen Wissings nicht sein. „Ich bin kein Freund von kostenlosem ÖPNV. Denn das Angebot muss auch kontinuierlich weiterentwickelt werden, und wir sollten nicht übersehen, dass die Qualität ein wichtiges Merkmal ist.“ (Jan Oeftger)
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