Brandgefahr: Hyundai und Kia müssen mehr als 3,3 Millionen Fahrzeuge zurückrufen
VonSebastian Oppenheimer
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Rückruf wegen Brandgefahr: Millionen von Kia- und Hyundai-Besitzern sollen ihre Fahrzeuge ab sofort draußen parken – bis der Fehler behoben ist.
Für einen Autobauer kann ein Rückruf teure Folgen haben – speziell, wenn eine sehr große Anzahl an Fahrzeugen in die Werkstätten geholt werden muss. Mercedes beispielsweise musste vor einiger Zeit knapp 590.000 Wagen zurückrufen – noch einmal deutlich mehr waren es bei Nissan: Der japanische Autobauer beorderte fast 2,5 Millionen Autos in die Werkstätten, weil die Fahrzeuge ungewollt beschleunigen können. Jetzt hat es die koreanischen Hersteller Kia und Hyundai erwischt: Mehr als 3,3 Millionen Fahrzeuge werden in den USA zurückgerufen – wegen Brandgefahr.
Im ABS-System kann Bremsflüssigkeit austreten – es besteht Brandgefahr im Motorraum
Nach Angaben der US-Verkehrssicherheitsbehörde National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) kann bei den betroffenen Fahrzeugen aus dem Antiblockiersystem (ABS) Bremsflüssigkeit austreten und es zu einem elektrischen Kurzschluss kommen. Dadurch erhöhe sich das Risiko eines Brands im Motorraum sowohl während der Fahrt als auch im geparkten Zustand.
ABS-Probleme: Zahlreiche Modelle von Kia und Hyundai von Brandgefahr betroffen
Betroffen von dem Rückruf sind zahlreiche Modelle, verschiedenster Bauzeiträume: Darunter beispielsweise der Hyundai Elantra (2011 bis 2015), der Hyundai Santa Fe (2013 bis 2015), der Hyundai Tucson (2010 bis 2013), der Kia Optima (2010 bis 2015), der Kia Rio (2011 bis 2017) sowie der Kia Sorento (2011 bis 2015).
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Gefahr von Motorbränden: Besitzer der betroffenen Modelle sollen draußen parken
Aufgrund der Brandgefahr wird den Besitzern der betroffenen Fahrzeuge empfohlen, draußen und möglichst nicht in der Nähe von Gebäuden zu parken. Weder Kia noch Hyundai seien laut der Behörde aktuell Unfälle, Verletzte oder Todesopfer im Zusammenhang mit dem Defekt bekannt. Allerdings gab es im Zusammenhang mit der Thematik mindestens 21 Fahrzeugbrände sowie 22 „thermische Vorfälle“ wie sichtbaren Rauch, schmelzende oder brennende Bauteile. Hyundai will in den Werkstätten die Sicherung des ABS-Moduls austauschen, um das Problem zu beheben. Kia arbeitet der NHTSA zufolge noch an einer Lösung.
Wenn in Deutschland Fahrzeuge zurückgerufen werden, dann erfahren die Besitzer in der Regel davon per Post. Hersteller sind hierzulande verpflichtet, Mängel, die ein potenzielles Risiko für Fahrzeuginsassen oder andere Verkehrsteilnehmer darstellen können, beim Kraftfahrtbundesamt (KBA) zu melden. Sollte es zu einem Rückruf eines Fahrzeugs kommen, kennt das KBA die Adressen der Halter – diese sind im sogenannten Zentralen Fahrzeugregister (ZFZR) gespeichert. Die Halter werden dann angeschrieben.