Luxus-SUV als Plug-in-Hybrid

Neue Hybrid-Version des Porsche Cayenne im Alltagstest

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Auch vom Porsche Cayenne wird es bald eine vollelektrische Version geben. Zuvor wurde die Baureihe überarbeitet und um Plug-in-Hybride ergänzt. Wir waren mit dem Nobel-SUV im Alltag unterwegs.

Bevor der Cayenne in rund zwei Jahren als Stromer vorfährt, hat der Zuffenhausener Hersteller die 2017 gestartete dritte Generation des Nobel-SUV fit für den zweiten Zyklus gemacht. Dazu gehört vor allem, dass man beim Oberklassen-Dickschiff als Kunde nun auch die E-Hybrid-Version erstehen kann. Unser Testexemplar wurde vom V6-Turbo angetrieben, dessen Systemleistung, die aus dem 304 PS starken Verbrenner und einem E-Motor mit 176 PS generiert wird, mit 470 PS angegeben ist. Dank der größeren Modellauswahl kann die Erfolgsgeschichte fortgeschrieben werden, zumal es laut Porsche-Chef Blume weiterhin eine Verbrennerversion des Cayenne geben wird.

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Neue Hybrid-Version des Porsche Cayenne: Geräuschloser Start – der Anfang ist elektrisch

Nobel-SUV mit Elektroantrieb: Der Porsche Cayenne E-Hybrid.

Keine Frage, dass diese Power ausreicht, den 2500 Kilogramm schweren Cayenne adäquat auf Trab zu bringen. Wobei man vom Start weg die ersten Meter nicht mit brüllendem Sechszylinder-Aggregat zurücklegt, sondern dank Plug-in-Hybrid nahezu ohne Motorengeräusch losfährt. Und zu diesen Metern kommen Kilometer: Ohne zusätzliche Rekuperation schafften wir es, uns gut 65 Kilometer rein elektrisch fortzubewegen, denn erst ab 135 km/h schaltet sich der Verbrenner zu. Die Werksangabe von 74 Kilometern elektrischer Reichweite dürfte also bei optimalen Bedingungen realisierbar sein. Die kostenfreien Strom-Kilometer sind leider viel zu schnell zurückgelegt, und dann will der Motor Futter in Form von Super-Plus-Benzin. Ohne Elektrounterstützung nähert sich der Wert der Zehn-Liter-Marke, bei strammerer Gangart geht‘s deutlich drüber.

Schöner Rücken: Diese Ansicht werden viele Autofahrer vom 470 PS starken Power-SUV zu Gesicht bekommen.

Eingetragen ist der Porsche mit einer Höchstgeschwindigkeit von 254 km/h, die er auch problemlos erreicht. Es reicht aber, mit weit geringerem Tempo unterwegs zu sein und dennoch quasi freie Fahrt zu genießen. Das mächtige Gefährt – 4,93 Meter lang, 1,98 Meter breit und 1,70 Meter hoch – macht offenbar so viel Eindruck, dass man auf der Überholspur der Autobahn nicht von lichthupenden Hinterleuten bedrängt wird. Ist halt ein Porsche.

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Das Gute-Laune-Fahrzeug für Autobahn und Tempo-100-Straßen

Viel entspannter ist es, in gemäßigterer Gangart Strecke zu machen. Man ist stets souverän unterwegs und hat immer ausreichend Kraft zur Verfügung, sollte vielleicht doch einmal ein Zwischenspurt nötig sein. Als maximales Drehmoment sind satte 650 Nm angegeben, das bereits bei 1400 U/min anliegt. Auf Tempo-100-Straßen macht das Porsche-SUV dann so richtig Laune, bleibt aber – bei entsprechendem Respekt vor der Physik – stets beherrschbar und stabil. Nachts ist man dank extrahellem HD-Matrix-Licht mit LED-Technik (kostet 2725,10 Euro extra) stets erleuchtet unterwegs.

Der Kofferraum des Cayenne schluckt zwischen 627 und 1563 Liter Gepäck.

Alltagsfahrten selbst im wuseligen städtischen Berufsverkehr und zum Einkauf im Supermarkt absolviert man im Porsche dank ausreichender elektrischer Helferlein locker und lässig. Dabei wird der Cayenne zum praktischen Transporter, dessen Kofferraum ein Gepäckvolumen von 627 bis zu 1563 Liter schluckt. Problematisch ist allenfalls, die passende Parklücke zu finden.

Porsche Cayenne: Das Lenkrad ist mit vielen Funktionen belegt

Zum Leben erweckt wird der Cayenne E-Hybrid mittels Druck auf den porschetypisch links vom Lenkrad platzierten Startknopf. Der kleine Gangwahlhebel sitzt rechts vom Lenkrad, das mit reichlich Funktionen belegt ist und eine gewisse Eingewöhnung sowie stets recht sensible Fingerchen erfordert.

Edler Arbeitsplatz: Hinterm Lenkrad des Porsche-SUV kann man ganz entspannt Kilometer fressen.

Als Fahrzeuggrundpreis sind 103 377 Euro angegeben, die Konfigurationsliste hat jedoch noch eine Menge aufpreispflichtiger Extras zu bieten, sodass man bei entsprechender Anzahl Kreuzchen im Konfigurator sogar die Schwelle von 150 000 Euro überschreiten kann.

Top 10 Neuzulassungen: Die beliebtesten Elektroautos der Deutschen im Jahr 2023

Fahraufnahme eines Mini SE
Platz 10 – Mini Cooper E/SE: 13.953 Neuzulassungen im Jahr 2023 reichten Mini für den Einzug in die Stromer-Top-10. Der Cooper E/SE sicherte sich im Jahres-Ranking den zehnten Platz. © Mini
Ein BMW iX1
Platz 9 – BMW iX1: Die vollelektrische Version des BMW X1 wurde im vergangenen Jahr 14.694-mal neu zugelassen. Damit landet der iX1 auf dem neunten Rang im Jahres-Ranking 2023. © BMW
Ein Tesla Model 3
Platz 8 – Tesla Model 3: Der US-Hersteller Tesla sicherte sich mit seinem Model 3 den achten Platz im Ranking. Laut KBA kam der Stromer 2023 in Deutschland auf 15.865 Neuzulassungen. © Imagebroker/Imago
Fahraufnahme eines Cupra Born
Platz 7 – Cupra Born: Einst ein Seat-Ableger, inzwischen eine eigene Marke: Der vollelektrische Cupra Born wurde im vergangenen Jahr laut KBA 17.464-mal neu zugelassen – und landete damit auf Rang 7. © Cupra
Fahraufnahme eines Audi Q4 e-tron
Platz 6 – Audi Q4 e-tron: Laut KBA kam der Audi Q4 e-tron im Jahr 2023 auf 18.061 Neuzulassungen. Damit erreichte der Ingolstädter den sechsten Platz im Ranking. © Audi
Ein VW ID.3
Platz 5 – VW ID.3: Noch vor den zum Konzern gehörenden Marken konnte sich ein „eigenes“ VW-Produkt platzieren: Mit 22.270 Neuzulassungen im Jahr 2023 sicherte sich der VW ID.3 den fünften Rang. © VW
Fahraufnahme eines Fiat 500e
Platz 4 – Fiat 500e: Laut KBA wurde der Elektroflitzer Fiat 500e im Jahr 2023 in Deutschland 22.608-mal neu zugelassen – das reicht für den vierten Platz. © Fiat
Ein Skoda Enyaq
Platz 3 – Škoda Enyaq: Auch auf dem dritten Platz findet sich eine Marke aus dem VW-Reich: 23.498-mal wurde das E-SUV Škoda Enyaq im vergangenen Jahr neu zugelassen. © Škoda
Ein VW ID.4
Platz 2 – VW ID.4/ID.5: Für die erfolgsverwöhnten Wolfsburger reichte es nur für den Vize-Titel des Jahres 2023. 36.353 Neuzulassungen der E-Modelle ID.4 (Foto) und ID.5 zählte das KBA im vergangenen Jahr. © VW
Ein Tesla Model Y auf einer Messe
Platz 1 – Tesla Model Y: Eine Titelverteidigung ist nie einfach – doch Tesla hat es geschafft. Wie schon im Jahr 2022 konnte sich das Model Y auch im Jahr 2023 den Spitzenplatz bei den Neuzulassungen (45.818) in Deutschland sichern.  © Pond5 Images/Imago

Ein Öko-Gefährt ist der Porsche Cayenne E-Hybrid trotzt beachtlicher Elektro-Reichweite längst nicht. Aber es ist erstaunlich, dass es in dieser Fahrzeugklasse möglich ist, so sparsam unterwegs zu sein - auch wenn das technische Prinzip der Plug-in-Hybride nicht unumstritten ist. Man darf auf den vollelektrischen Cayenne gespannt sein. Dass es die Zuffenhausener schaffen, ihre Sportwagen-Gene auch vollelektrisch auf die Straße zu bringen, haben sie ja hinreichend mit dem Taycan bewiesen.

Rubriklistenbild: © Porsche

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