- VonBettina Menzelschließen
Ein neuer Mobilfunk-Mast schließt die Lücke im 5G-Netz der Telekom auf der A1. Bis Ende 2024 sollen 400 weitere Standorte folgen. Damit setzt der Magenta-Konzern O2 und Vodafone unter Druck.
Bonn – Im Mai gab Europas größtes Telekommunikationsunternehmen Telekom bekannt, das Handynetz entlang der Autobahn zusammen mit der Autobahn GmbH in Deutschland ausbauen zu wollen. Ein halbes Jahr später sind bereits die ersten Antennen aktiv – für Branchenstandards ging das ziemlich zügig. Die Verbindung ist laut Konzern künftig mit rund 200 Megabit pro Sekunde doppelt so schnell wie die staatliche Vorgabe. Dank der 400 neuen Standorte bis Ende 2024 soll das Netz flächendeckend stabiler werden und Verbindungsabbrüche seltener.
Telekom nimmt ersten neuen Funkmasten von geplanten 400 an der Autobahn in Betrieb
Für den Ausbau des Handynetzes arbeitet die Telekom mit der Bundesgesellschaft Autobahn GmbH zusammen. „An der A1 im Saarland sehen wir einen ersten Erfolg der Kooperation zwischen der Autobahn GmbH und der Telekom“, sagte Oliver Luksic, der parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Verkehr, laut einer Mitteilung des Telekommunikationskonzerns vom Montag. Dort habe man an der A1-Rastanlage Schellenbach im Saarland den ersten neuen Funkmasten in Betrieb genommen, der in den Standards 2G, 4G und 5G funke. „Bis 2024 sollen es insgesamt 400 zusätzliche Mobilfunkmasten sein“, kündigte das Unternehmen auf der Plattform X (vormals Twitter) an.
Nur wenige Monate nach Beginn der Zusammenarbeit erreichen wir mit der Autobahn GmbH (@Autobahn_Bund) den ersten Meilenstein: Der erste gemeinsam realisierte Mobilfunkmast ist in Betrieb.🤝 Bis 2024 sollen es insgesamt 400 zusätzliche Mobilfunkmasten sein. https://t.co/UctLQewSZW
— Deutsche Telekom (@deutschetelekom) November 6, 2023
Eigenen Angaben zufolge hat die Telekom derzeit rund 6300 Mobilfunkmasten entlang der Autobahnen in Betrieb. Bei den nun geplanten Masten sei die größere Nähe zur Fahrbahn ein Vorteil. Die Zusammenarbeit mit der Autobahn GmbH des Bundes machte hier offenbar den Unterschied. „Die Auswahl und Abstimmung von neuen Mobilfunkstandorten war in der Vergangenheit ein langwieriger Prozess“, sagte der Technikchef der Telekom Deutschland, Abdu Mudesir. „Durch die Kooperation mit der Autobahn GmbH hat sich das entscheidend verkürzt.“ Die Bundesgesellschaft Autobahn GmbH untersteht dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr und verwaltet die Autobahnen in Deutschland.
Telekom hat im Konkurrenzkampf mit Vodafone und O2 derzeit die Nase vorn
Die Konkurrenten Vodafone und O2 (Telefónica Deutschland) planen ebenfalls eine Zusammenarbeit mit der Autobahn GmbH des Bundes, doch die Telekom hat momentan die Nase vorn. Man habe sich mit der Bundesgesellschaft „auf eine ähnliche Vereinbarung verständigt, die kurz vor der Vertragsunterzeichnung steht“, sagte ein Vodafone-Sprecher laut Angaben der Deutschen Presse-Agentur. Bis die ersten Vodafone-Antennen aktiviert werden, die im Rahmen dieser Zusammenarbeit nah an der Fahrbahn funken können, kann es allerdings noch dauern.
Ein O2-Sprecher sagte, man befinde sich „derzeit in konstruktiven Gesprächen“ mit der Autobahn GmbH. „Am Ende dieser Gespräche könnte eine Kooperationsvereinbarung stehen, die beispielsweise den Aufbau zusätzlicher Standorte an Autobahnen und Raststätten ermöglicht.“ Man baue schon heute das Netz an den Autobahnen kontinuierlich und gezielt aus, also bisher auch ohne Kooperation mit der Autobahn GmbH, so der O2-Sprecher. Entsprechend äußerte sich auch Vodafone.
Die Deutsche Telekom deckte laut Angaben der Bundesnetzagentur in diesem Sommer 98 Prozent der Bundesfernstraßen mit 4G-Verbindungen ab, bei Vodafone waren es 97,7 Prozent und bei Telefónica 97,6 Prozent, wie dpa berichtete. Die Differenz zu 100 Prozent bedeutet für den Endverbraucher im Prinzip ein Funkloch. Beim Funkstandard 5G waren die Prozentwerte noch niedriger. (bme mit dpa)