Note „mangelhaft“

Öko-Test: Krebserregende Stoffe in Tiefkühl-Kräutern von Edeka und Frosta

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Wer keine frischen Kräuter zur Hand hat, greift auf Tiefkühlware zurück. Aber: Bei Produkten von Frosta und Edeka ist Vorsicht angebracht, sagt Öko-Test.

Hamm - Schnittlauch, Petersilie, Dill und mehr - ohne Kräuter fehlt vielen Gerichten der Pep. Wer beim Kochen etwas auf sich hält, nimmt frische Ware. Doch es gibt zum Glück eine lagerbare Alternative für Menschen, die spontan kochen oder beim Einkaufen gerne mal pennen: Tiefkühl-Kräuter. Aber ist es wirklich Glück? Die Experten von Öko-Test haben in einigen Mischungen krebserregendes Pflanzengift nachgewiesen.

VerbrauchermagazinÖko-Test
Erscheinungsweisemonatlich
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Öko-Test entdeckt in Tiefkühlkräutern von Frosta und Edeka Pflanzengift

Das renommierte Verbraucher-Magazin hat für seinen Testbericht (Januar-Ausgabe 2023) insgesamt 17 tiefgefrorene Kräutermischungen untersucht, darunter acht Produkte mit Kräutern aus biologischem Anbau. Eingekauft wurden die Mischungen in Bio-Supermärkten und Discountern sowie bei Tiefkühl-Lieferdiensten zu Preisen zwischen 43 Cent und 2,45 Euro pro 50 Gramm.

Satte siebenmal vergab Öko-Test die Note „sehr gut“, darunter etwa an die „All Seasons 8 Kräuter“ von Aldi, die „BioBio Kräuter Italienische Art“ von Netto, „Bio 6-Kräuter, Naturland“ von Rewe und „K-Bio 6-Kräuter“ von Kaufland. Darüber hinaus gab es sechsmal die Note „gut“.

Also alles bestens bei Tiefkühlkräutern? Nein. Das von Öko-Test beauftragte Labor stieß bei einigen Produkten auf Unliebsames wie Pflanzengifte und Pestizide. Von zwei Kräutermischungen rät das Magazin mit der Note „mangelhaft“ sogar komplett ab. In ihnen wurden die gesundheitsschädlichen Pflanzengifte Pyrrolizidinalkaloide (PA) in einem stark erhöhten Gehalt gefunden.

Öko-Test: Produkte von Frosta und Edeka fallen mit Note 5 durch

Durchgefallen im Tiefkühlkräuter-Test sind mit Note 5 folgende Produkte:

  • „Edeka Bio 8 Kräuter“ (0,85 Euro pro 50 Gramm)
  • „Frosta 8-Kräuter“ (0,43 Euro/50 Gramm)

Bei der mit „ausreichend“ bewerteten Mischung „Freshona 8 Kräuter“ von Lidl ist der PA-Wert etwas niedriger.

PA-Verbindungen sind - je nach Menge - für den Menschen gefährlich: „Sie schädigen verschiedene Organe, vor allem die Leber, und können in höheren Dosen sogar zum Absterben von Lebergewebe führen. In Tierversuchen erwiesen sie sich überdies als krebserregend und erbgutschädigend“, heißt es bei Öko-Test.

Das Problem: Die schädlichen Stoffe stammen aus der Natur, etwa das Jacobskreuz-Kraut bildet sie. Bei der Ernte wird es versehentlich mit gepflückt und landet in den Kräutermischungen - mitsamt der PA-Gifte. Sie werden ebenso schockgefroren wie die guten Inhaltsstoffe. Immerhin: Man kann auf Kräutermischungen ohne Boretsch, der ebenfalls die PA bildet, zurückgreifen und so das Risiko minimieren, schreibt Öko-Test.

Öko-Test rät: Tiefkühlkräuter gefroren aufs Essen geben

Positiv vermerkte das Verbraucher-Magazin, dass in den getesteten Produkten keine Salmonellen gefunden wurden. In den vergangenen Jahren gab es deshalb immer wieder Rückrufe von Tiefkühlkräutern.

Gesunder Darm: Neun Lebensmittel streichen und dadurch leichter abnehmen

Weingläser
Alkohol kann nicht nur Lebererkrankungen auslösen und Krebs begünstigen: Er wirkt sich auch negativ auf das Gleichgewicht im Darm aus und ruft Magen-Darm-Entzündungen hervor. Zudem verstecken sich in alkoholhaltigen Getränken oftmals mehr Kalorien als man annehmen würde. Wer ein paar Kilos verlieren und abnehmen und gleichzeitig seinem Darm etwas Gutes tun möchte, sollte seinen Konsum besser reduzieren oder ganz darauf verzichten.  © Cavan Images/IMAGO
Fleisch und Wurstwaren
Wurstwaren und verarbeitetes Fleisch können Ihrer Darmflora ebenfalls schaden und Sie so beim Abnehmen hindern. Zudem erhöht der übermäßige Konsum von rotem Fleisch das Risiko für Darmkrebs. Deshalb wird empfohlen, nicht mehr als 500 Gramm rotes Fleisch pro Woche zu verzehren. Stattdessen raten Experten immer wieder zu einer mediterranen und überwiegend vegetarischen Kost. © Zoonar.com/monticello/IMAGO
Zucker in goldener Schale
Industriell hergestellter Zucker ist nicht nur allgemein schädlich für die Gesundheit. Ob braun, weiß oder in Form von Puder: Er schadet der Darmflora, in dem er schnell Entzündungsreaktionen auslöst. Wer abnehmen möchte, sollte ebenfalls auf Zucker verzichten, da er zu den klassischen Dickmachern zählt.  © Stefan Rotter/IMAGO
Pizza
In Fertigprodukten wie etwa Tiefkühlpizzen oder Fast Food stecken mehrere ungesunde Inhaltsstoffe, dafür kaum Ballaststoffe. Zu ersteren zählen neben Fett auch Salz und Zucker. Zudem enthält stark verarbeitetes Essen auch noch Konservierungsmittel, Aromen und häufig Geschmacksverstärker. Alles zusammen kann der Darmflora schaden. © Joerg Beuge/IMAGO
Semmeln aus Weizenmehl
Gluten ist das wichtigste Protein in Getreide. Allerdings greift es direkt die Darmwand an und beschädigt sie. Zudem stellt es einen Risikofaktor für das Reizdarmsyndrom und Autoimmunerkrankungen dar und ist die direkte Ursache für Zöliakie. Wenn Sie Ihrem Darm nicht schaden möchten, dann sollten Sie Getreide nur in Form von Sauerteigprodukten verzehren. Auf Brot, Nudeln, Backwaren und andere Dinge, die Getreide enthalten, sollten Sie besser verzichten. © Andre Bonn/IMAGO
Sonnenblumenöl
Industrielle Speiseöle werden – wie der Name bereits sagt – industriell hergestellt und sind für den menschlichen Verzehr in dieser Menge eigentlich nicht gedacht. Sie enthalten alle zu viele Omega-6-Fettsäuren, die Entzündungen im Körper fördern. Da dies bereits im Darm beginnt, sollten Sie beispielsweise Sonnenblumenöl, Distelöl oder Nussöl vermeiden. © CSP_walenga/IMAGO
Verschiedenes Obst
Nicht nur Zucker kann der Darmflora schaden: Vorsicht ist auch bei Fruktose (Fruchtzucker) angesagt. Denn zu viel Fruchtzucker kann zu Magen- und Darmbeschwerden führen. So kann er im Übermaß und ohne schützende Ballaststoffe (also in allen Süßigkeiten, die nicht Obst sind) im Darm eine Entzündungsreaktion verursachen. Die Verbraucherzentrale rät deshalb von mehr als fünf Portionen Gemüse und Obst am Tag ab. © Mark1987/IMAGO
Verschiedene Milchprodukte
Zwar zählen Proteine zu den wichtigen Bestandteilen einer ausgewogenen Ernährung. Dennoch kann tierisches Eiweiß in großen Mengen schädlich für den Darm sein. Achten Sie deshalb zum Beispiel bei Käse, Fleisch, Eiern und Milch immer auf die Menge und die Herkunft. Tierische Proteine können zudem zu Entzündungen führen, die die Bakterien-Flora im Verdauungstrakt negativ beeinflussen. © Alex9500/IMAGO
Mann hält Pille und ein Glas Wasser in seinen Händen
Bei Antibiotika handelt es sich zwar nicht um ein Lebensmittel im klassischen Sinne. Sie können der Darmflora allerdings auch schaden. Wer dennoch einmal ein Antibiotikum als Medikament einnehmen muss, kann mithilfe eines Probiotikum entgegensteuern und so die Milchsäurebakterien im Darm stärken. © Giorgio Fochesato/IMAGO

Öko-Test rät aus zweierlei Gründen, tiefgekühlte Kräuter nicht erst aufzutauen, sondern direkt aus der Schachtel und noch gefroren auf das Essen zu streuen. Erstens, weil so der Geschmack erhalten bleibt, und zweitens, weil sich durch das Auftauen ansonsten die möglicherweise in den Kräutern enthaltenen Keime schneller vermehren.

Für Aufsehen sorgte vor Weihnachten ein Test von Schoko-Nikoläusen. Bei Öko-Test gab es fünfmal „mangelhaft“ - zum Teil waren in den Nikoläusen krebserregende Stoffe gefunden worden. Geradezu katastrophal fiel die Bewertung von Butter aus. Von 20 Buttermarken fielen bei Öko-Test 17 durch; 14 erhielten sogar die Note 6.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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