VonSandra Sporerschließen
Die Gastronomen setzen sich dafür ein, die Senkung dauerhaft beizubehalten. Ansonsten müssen die Kosten notgedrungen auf die Gäste umgeschlagen werden.
Kassel – Während der Pandemie wurde die Mehrwertsteuer für die Gastronomie-Branche zeitweise auf sieben Prozent gesenkt. Die Frist für diese Mehrwertsteuersenkung läuft jedoch am 31. Dezember 2023 aus. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband e. V. (DEHOGA) setzt sich zwar für eine Verlängerung der Steuersenkung ein, sollte er damit jedoch nicht erfolgreich sein, werden die Preise für Gastronomen steigen. Das wird sich auch auf die Kunden auswirken.
2024 soll Gastronomie wieder 19 Prozent Mehrwertsteuer zahlen – auswärts Essengehen wird dann teurer
Steigen die Kosten der Restaurants, wird den Besitzern langfristig nichts anderes übrigbleiben, als auch ihre eigenen Preise zu erhöhen. Denn auch die gestiegenen Energie- und Lebensmittelpreise machen der Gastronomie weiterhin zu schaffen, informiert die DEHOGA auf ihrer Webseite.
Bisher hätten die so entstandenen Mehrkosten teils durch die Mehrwertsteuersenkung abgefedert werden können. Mit einer Rückkehr zur 19-Prozent-Mehrwertsteuer „gäbe es keine Reserven mehr. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer müsste die Branche 1:1 über höhere Preise an die Gäste weitergeben“, so die DEHOGA.
DEHOGA prognostiziert große Zahl an Restaurant-Schließungen wegen höherer Mehrwertsteuer
Neben steigenden Preisen für Essen und Trinken im Restaurant gibt es jedoch noch eine andere Auswirkung, mit der Restaurantgäste leben werden müssen: weniger Auswahl. Denn der Gaststättenverband befürchtet, dass bei einer erneuten Mehrwertsteuererhöhung viele Restaurants schließen werden müssen.
„Viele Besucher blieben dann weg, weil sie sich Gastronomie einfach nicht mehr leisten könnten. Umsatzverluste wären vorprogrammiert und Existenzen würden erneut auf dem Spiel stehen“, so der DEHOGA. Auch in Kassel blicken viele Restaurants mit Sorge auf das kommende Jahr.
Zudem sind die Umsätze längst noch nicht wieder auf Prä-Pandemie-Niveau. „3 von 10 Betrieben im Gastgewerbe schätzen ihre wirtschaftliche Lage derzeit als ‚schlecht‘ oder ‚eher schlecht‘ ein“, heißt es in einer Pressemeldung der IHK Siegen. In dieser wird auch die Prognose der DEHOGA bestärkt, dass bei einer Aufhebung der Mehrwertsteuersenkung mit Restaurantschließungen zu rechnen ist. Laut IHK würde in diesem Fall ein Drittel der Restaurant-Inhaber über eine Geschäftsaufgabe nachdenken. (sp)
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