Triebe ausputzen

Überflüssig oder doch nötig – sollte man Paprika- und Chili-Pflanzen ausgeizen?

  • schließen

Das Ausgeizen von Tomaten verbessert deren Aroma und das kräftige Wachstum der Pflanzen. Aber ist diese Methode bei Paprika- oder Chili-Pflanzen auch erwünscht?

Für die meisten Tomatensorten sind sich die Hobbygärtner und -gärtnerinnen einig: Weniger ist mehr. Das Abknipsen junger, unfruchtbarer Seitentriebe, die in den Blattachseln wachsen, ist in unseren Breiten sehr sinnvoll. Für Paprika- und Chili-Pflanzen ist diese Methode umstritten – es kann einige Vorteile mit sich bringen, aber man muss dabei Paprika und Chilis unterscheiden.

Das Ausgeizen von Paprika- und Chilipflanzen ist nicht nötig, aber sinnvoll

Ob man Paprikapflanzen ausgeizen soll, daran scheiden sich die Geister. Aber es beugt zum Beispiel Krankheiten vor. (Symbolbild)

Paprikapflanzen können auf Deutschlands Balkonen oder in den Gärten aufgrund des Klimas nicht die gleiche Wachstumsleistung bringen wie in ihrer mittel- und südamerikanischen Heimat. Wenn sie bei uns reife Schoten ausgebildet haben, ist die Saison schon fast wieder vorüber. Geizt man die Pflanzen nicht aus, bekommen sie einen buschigen Wuchs mit vielleicht mehr Fruchtständen – haben aber noch weniger Zeit, ihre Kraft in die Ausbildung der Früchte zu stecken.

Das Ausgeizen von Paprikapflanzen bis zu dem Zeitpunkt, wenn sie Früchte tragen, soll folgende Vorteile mit sich bringen:

  • Schutz vor Schädlingen und Krankheiten: Ein dichtes Blattwerk bietet ideale Wachstumsbedingungen und ein prima Klima für unerwünschte Mitbewohner. Weniger Blätter bedeuten mehr Luftzirkulation.
  • Die Pflanze kann die volle Kraft in die Ausbildung der vorhandenen Blüten und Fruchtanlagen stecken – diese kommen dann in dieser Saison wahrscheinlicher zu voller Reife.
  • In der Natur werfen Paprikapflanzen aus mangelnder Kraft selbst Blüten ab. Dies kann man gelegentlich auch beobachten, wenn man die Pflanze einfach wachsen lässt. Um der Paprika die Kraft für diesen unnötigen Wachstumsprozess gleich zu sparen, ist ein Entfernen überflüssiger Triebe sinnvoll.

Noch mehr spannende Gartenthemen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Zu viel sollte man auf jeden Fall nicht abknipsen, sonst hat man später kaum Früchte. Als sicher gilt es, dass das Ausbrechen der Königsblüte, der ersten oberste Blüte der Verzweigung zwischen dem Haupt- und dem ersten Seitentrieb, später einen höheren Ertrag bringt.

Kostenlose Vitamine: Zehn Wildfrüchte, die Sie für den Vorrat haltbar machen können

Geerntete Holunderbeeren in einem Korb
Ab August ist sind Holunderbeeren erntereif. Roh sind giftig, als Saft oder Sirup jedoch toll in der Erkältungszeit.  © blickwinkel/Imago
Kornelkirschen in Salzlake eingelegt
Kornelkirschen enthalten doppelt so viel Vitamin C wie Zitronen und schmecken als Konfitüre, süßsauer oder in Salzlake eingelegt.  © blickwinkel/Imago
Gemeine Berberitze, Zweig mit reifen Früchten
Die Berberitze, auch Sauerdorn genannt, reift ab August. Die Früchte eigenen sich sehr gut zum Einkochen und zum Trocknen. © blickwinkel/Imago
Reife Preiselbeeren am Strauch
Von August bis Oktober findet man im Wald Preiselbeeren. Sie schmecken klassisch als Kompott. Eingefroren halten sie rund sechs Monate. © imagebroker/Imago
Mann pflückt Brombeeren
Wer hat Angst vor wilden Beeren? Brombeeren verarbeitet man im Herbst zu Konfitüre und Kompott. © Westend61/Imago
Zweigriffeliger Weißdorn, reife Früchte in einer Schale
Im September trägt der Weißdorn Früchte, die ihr Aroma am besten als Gelee, Kompott, Saft oder Sirup entfalten. © Westend61/Imago
Sanddornbeeren, Sanddornblätter und selbstgemachter Saft aus Sanddornbeeren
Viel mehr Vitamin C geht nicht: Sanddorn lässt sich als Saft, Mus oder Sirup haltbar machen. © blickwinkel/Imago
Amsel frisst Voegelbeeren
Die sauren Vogelbeeren der Ebereschen macht der Frost bekömmlicher – eingelegt, kandiert oder als Konfitüre.  © blickwinkel/Imago
Hagebuttenzweige in der Hand eines Kindes
Hagebutten werden bei Minustemperaturen aromatischer. Man kann sie zu Mus verarbeiten oder auch trocknen. © photothek/Imago
Schlehenfrüchte im Schnee
Schlehen müssen Frost bekommen, bevor sie pur genießbar sind. Ideal für Gelee oder Likör.  © Reiner Bernhardt/Imago

Bei Peperoni- und Chilipflanzen sieht es etwas anders aus: Die Pflanzen wachsen von Natur aus buschiger und die Früchte werden in ihrer Endgröße kleiner und sind schneller reif, daher haben die Pflanzen auch genug Kraft für die Ausbildung von mehr Früchten. Hier ist das Ausgeizen nur in Ausnahmefällen sinnvoll (zum Beispiel, falls man die Chilipflanze überwintern möchte), damit man die Ernte nicht schmälert.

Rubriklistenbild: © Panthermedia/Imago

Kommentare