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Höhere Parkgebühren für SUVs? Für Betreiber eine Verschiebung des Problems

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Ein SUV parkt in einer Reihe mit anderen Autos. Die in Europa gebauten Autos werden nach Daten des französischen Beratungsunternehmens Inovev immer größer und schwerer.
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Sollen Fahrer großer Autos stärker zur Kasse gebeten werden? Über höhere Parkgebühren wurde in Paris abgestimmt. Was Parkhausbetreiber in Deutschland sagen.

Hamm - Parkraum in Deutschland wird immer knapper, jedes Jahr werden mehr Autos zugelassen – und die werden immer größer. Rund jede dritte Neuzulassung ist ein Sport Utility Vehicle (SUV). In Paris hat sich eine Mehrheit im Februar für dreimal höhere Parkgebühren für SUVs entschieden. Auch in Deutschland forderte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy, eine Stafflung der Gebühren nach Fahrzeuggröße.

SUVs und Geländewagen: Parkgebühren sollen sich nach Größe des Autos richten

„Wer sein Auto dort abstellen möchte, wo Parkplätze knapp sind, muss damit rechnen, dafür zu bezahlen. Denn der Platz in den Städten ist viel zu wertvoll, um nur als Parkplatz oder für Fahrspuren herzuhalten“, sagt Dedy. Die Forderung, Parkplätze zu vergrößern oder Parkhäuser umzubauen, damit Geländewagen und SUV hineinpassen, sei aus der Zeit gefallen.

„Denn wir müssen in den Städten Energie und Flächen sparen sowie das Klima und die Ressourcen schützen“, fordert Dedy. Das Bundesverwaltungsgericht hat im vergangenen Jahr eine Staffelung nach Fahrzeuggröße jedoch noch als unverhältnismäßig bewertet, sofern die Preissprünge zu groß sind. 

Trend geht zu größeren Stellplätzen: Parkgebühren abhängig von Parkzonen

Anders sieht es hingegen beim deutschen Parkhausbetreiber Contipark mit Sitz in Berlin aus: Beim Umbau seien besonders ältere Parkhäuser problematisch. „Das ist einerseits baulich nicht möglich, zum anderen müssen wir auch immer abwägen, ob wir durch eine Verbreiterung nicht die Anzahl der Parkgelegenheiten unzumutbar verringern“, sagt Stephan Opitz, Mitglied der Geschäftsleitung bei Contipark, auf Nachfrage von wa.de. „Bei anstehenden Sanierungen versuchen wir aber meist, breitere Stellflächen zu realisieren.“

Wesentlich seien auch unterschiedliche Parkzonen in den Parkhäusern, etwa für Kleinstwagens Autos oder eben größere Fahrzeuge wie SUVs. „Die Tendenz geht aber zu Komfortparkplätzen“, sagt Opitz. „Je nach Zone wird dann eine bestimmte Parkgebühr fällig.“

Mehr Off-Street-Parking-Lösungen, weniger Diskussion um Fahrzeugklassen

Auch bei Q-Park gehe der Wunsch der Kunden zu größeren Stellplätzen: Zwar könne die Reduzierung von SUVs zu weniger Behinderungen beim Parken an Gehwegen führen und mehr Raum für alternative Nutzungen schaffen, erklärt ein Sprecher von Q-Park: „Allerdings könnte die Gebührenerhöhung auch dazu führen, dass mehr Fahrzeuge auf diesen Plätzen parken, ohne eine wesentliche Änderung der Situation herbeizuführen, sondern lediglich eine Verschiebung zu kleineren Fahrzeugen.“

Q-Park ist ein internationaler Parkraumbewirtschafter, unter anderen mit mehreren Parkhäusern in NRW. Das Unternehmen fordert zudem, dass bestehende Off-Street-Parking-Lösungen (Parkhäuser, Tiefgaragen oder Parkplätze) stärker in die Planungen einbezogen werden, anstatt dass sich die Diskussion nur auf eine Fahrzeugklasse konzentriere. Ob der Betreiber zukünftig die Parkgebühren basierend auf der Fahrzeuggröße erhöhen will, könne man noch nicht abschließend beurteilen.

Beim Parken gilt zudem einiges zu beachten: Es gibt viele Schilder im Straßenverkehr, die Autofahrer tagtäglich sehen, deren Bedeutung sie aber nicht kennen. Besonders ein kleines, weißes Schild mit rotem Rand kann es womöglich Leben retten.

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