Ein Esel, oder?

„Er hat sein ganzes Leben auf diesen Moment gewartet“ – Esel beweist unerwartetes Gesangstalent

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Er wird doch nicht etwa …? Ein talentierter Esel überrascht einen Fußgänger auf dem Vorbeiweg mit perfekten Opernsänger-Qualitäten. Wie sich das bemerkbar macht, lesen Sie hier.

Der Instagram-Account des britischen Internetunternehmens UNILAD (@unilad) postete vor Kurzem ein Video, das die überraschenden Fähigkeiten eines Esels beweist. Der virale Clip mit der Überschrift „Die Stimme eines Engels“ begeisterte bisher rund drei Millionen Instagram-User und erhielt knapp 200.000 Gefällt-mir-Reaktionen.

Esel oder Opernsänger?

Ein Esel bewies in Irland erstaunliche Fähigkeiten. (Symbolbild)

Eine amüsierte Sprecherin aus dem Off kommentiert das Geschehen folgendermaßen: „Dieser Esel in Irland überraschte einen Passanten, als er offenbarte, was für eine wunderschöne Stimme er hat. Martin war nicht nur von dem Ständchen des Esels, sondern auch von seinem perfekten Opernvibrato überwältigt. Beyoncé sollte sich besser in Acht nehmen!“

Und tatsächlich ist in dem viralen Video zu sehen, besser gesagt zu hören, wie sich der Esel dem Mann namens Martin konzentriert zuwendet, sein Maul öffnet und – einen fast himmlischen Eselsgesang erklingen lässt. Doch probieren Sie beim Anschauen des Videos eine Sache selbst aus: Klicken Sie zuerst auf Play, schließen dann Ihre Augen und hören Sie einfach zu. Würden Sie vermuten, dass hier ein Esel seine Serenade zum Besten gibt?

Na? Hätten Sie den Sänger mit dem grauen Fell rein akustisch als Esel enttarnt? Seine Gesangskunst ist derart ausgefeilt, dass sich sogar das für Opernsänger typische Vibrato (geringe Veränderung der Frequenz eines gehaltenen Tons) durchhören lässt.

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Wie „Eselflüsterin“ Anahid Klotz in ihrem Buch „Esel und Mensch: Natürliches Horsemanship mit Eseln, tiergestützte Aktivitäten, Pädagogik und Therapie“ schreibt, haben alle Laute des Esels eine eigene Bedeutung. Demnach lässt sich der bühnentaugliche Auftritt des Esels im Video wie folgt interpretieren:

Interpretation der Eselslaute

Der hohe, für Menschenohren eher jammernde Ton wird von Experten als Zeichen der Neugierde und der Freude interpretiert. Die lange, laute Tonäußerung zeigt an, dass sich der Esel (auf etwas) freut und sich in der Situation wohlfühlt. Auch das Schnauben sollte nicht vergessen werden: Es steht für Entspannung und Wohlgefühl. Je länger und tiefer das Schnauben ist, desto entspannter ist das Tier. Spaziergänger Martin hat also Glück: In seiner Anwesenheit scheint sich das Grautier einfach pudelwohl zu fühlen.

Wie laut kann ein Esel eigentlich werden?

Während Esel im Schnitt Geräusche mit einer Lautstärke um die 80 Dezibel (vorbeifahrender Lkw) hervorbringen, können sie sich in Ausnahmesituationen auf bis zu 120 Dezibel (startendes Flugzeug) steigern.

Instagram-User kommentieren

Unter dem Hit-Video mutmaßen die Instagram-User in den Kommentaren, welchen Beruf der Esel wohl in seinem vorherigen Leben ausgeübt haben mag sowie fachmännisch über die genaue Tonhöhe und die Technik seines musikalischen Vortrags. Einen Auszug aus den lustigsten Kommentaren finden Sie hier:

  • „Er war ein Sänger in seinem früheren Leben. 😍“
  • „Es gibt einige Theorien im Zusammenhang mit der Wiedergeburt, wonach gierige Menschen als Esel und andere Tiere zurückkehren, sich aber noch an ihr früheres Leben erinnern und zur Strafe gefangen bleiben. 🤣“
  • „Opernsängerin im früheren Leben! 🙌“
  • „Ich sang es vor mich hin und merkte dann, dass ein halber Schritt darüber ein G war, also folgerte ich daraus, dass es ein Fis war.“
  • „Meine Katze liebt das – sie ist sofort zu mir gerannt und sitzt auf meinem Laptop, um das zu hören!“
  • „Technisch gesehen benutzt er nur den äußeren Rand seiner Stimmbänder, etwas, das Opernsänger tun, um hoch und leise zu singen, während sie die Bauchmuskeln ständig unterstützen. Das ist eine geschickte Technik! Bravo! 👏🏻 „

Die Besitzerin des singenden Esels Monte (@montethesingingdonkey) verweist außerdem in den Kommentaren auf ein Duett der beiden Esel, das sie vor Jahren einmal auf ihrem Kanal gepostet hatte.

Hier kommen die tierischen Lebensretter: Elf Tiere, die Gefahren erkennen, bevor wir es tun

Nahaufnahme einer Fruchtfliege, die auf einer Bananenschale sitzt.
Fruchtfliegen riechen Brustkrebszellen. Forscher haben herausgefunden, dass diese Fliegen ein umfassendes Duftriechsystem haben. Für eine zuverlässige Diagnose muss nicht einmal ein Training erfolgen: Die Fruchtfliegen „erriechen“ die erkrankten Zellen einfach. (Symbolbild) © Daniel Naupold/picture alliance
Eine Riesenhamsterratte wird auf strohigem Boden mit einem kleinen Geschirr geführt. Sie streckt ihre Nase in den Wind, ganz so als ob sie im Moment der Aufnahme etwas riechen würden.
Riesenhamsterratten erkennen Tuberkulosebakterien am Geruch: Die Ratten, die etwa so groß sind wie Kaninchen, haben dementsprechend eine besonders lange Schnauze. Die Ausbildung zur „Riech-Ratte“ startet, wenn die Tiere vier Wochen alt sind. Dabei werden sie auf viele verschiedene Gerüche trainiert. Im Verlauf von sechs bis neun Monaten wird dann das Erkennen von Tuberkulosebakterien mit einem Klicker belohnt – auf das Geräusch folgt eine leckere Belohnung, beispielsweise eine Banane. Eine fertig ausgebildete Riesenhamsterratte überprüft in zweiter Instanz innerhalb von rund 20 Minuten mehr als 100 Proben auf Tuberkulose. Eine solche Karriere dauert bis zu sieben Jahren und hilft dabei, die Eindämmung der Infektionskrankheiten einzudämmen. (Symbolbild) © picture alliance/dpa
Ein Hund mit cremefarbenem Fell streckt seine Hundenase prominent in den Fokus des Bildes.
Der beste Freund der Menschen kann gleichzeitig zu seinem Lebensretter werden. Denn: Hunde können Krebs erschnüffeln. Mit ihren bis zu 300 Millionen Riechzellen gelingt es den Fellnasen oft, den Krebs zu erkennen, noch bevor der Patient Symptome entwickelt hat. Die Profi-Schnüffler haben eine Erfolgsrate von bis zu 72 Prozent und sind häufig Lebensretter, da beispielsweise Lungenkrebs nur im frühen Stadium erfolgreich behandelt werden kann. Auch Diabetes, Epilepsie, Malaria, Parkinson oder COVID-19 können von Hunden durch ihr feines Riechorgan identifiziert werden. In der Pandemie hatten sich die Fellnasen außerdem beim Erriechen von Corona-Infektionen bewährt gemacht. Mit einer Genauigkeit von bis zu 94 Prozent waren ihre Ergebnisse präziser als die von manchen Antigen-Tests mit nur 72 Prozent. (Symbolbild) © Stephan Schulz/Imago
Ein Hund mit länglichem braunen Fell schnuppert an einem Rehkitz, das keine Angst zu haben scheint und dem Hund vertraulich zugewandt ist.
Hunde erkennen nicht nur beim Menschen Krankheiten. Auch bei anderen Tieren gelingt es ihnen, Erkrankungen zu erschnüffeln. Bei Cerviden (beispielsweise Rehe, Hirsche, Rentiere, Elche) können sie eine besonders grausame Krankheit feststellen: die Chronic Wasting Disease (CWD), eine infektiöse und degenerative Erkrankung, die das Gehirn der betroffenen Tiere befällt und tödlich enden kann. © blickwinkel/Imago
Eine getigerte Katze liegt entspannt auf einem Bett. Sie hat ihre Augen halb geschlossen und streckt die Beine von sich. Der Untergrund scheint ein Fell zu sein.
Einzelne Katzenbesitzer berichten immer wieder von den feinsinnigen Fähigkeiten ihrer Samtpfoten. Ein faszinierendes Beispiel dafür ist Katze Missy aus England: Sie soll sich wiederholt auf Frauchens Brust gelegt haben – und damit genau die Stelle gefunden haben, an der sich ein Tumor gebildet hatte. Eine andere, beinahe unheimliche Fähigkeit hat Kater Oscar aus den USA: Er wohnt in einem Seniorenheim und legt sich genau zu jenen Patienten aufs Bett, die nur noch wenige Stunden zu leben haben. Seine Prognosen sind derart präzise, dass das Personal sogar die Angehörigen informiert, sobald Oscar sich auf einem Bett einrollt. Wissenschaftliche Belege für diese Fähigkeiten gibt es bis dato keine. (Symbolbild) © Sabine Fallend/Imago
Eine mikroskopische Aufnahme zeigt einen Fadenwurm vor einem hellblauen Untergrund.
Kaum sichtbar und doch so wichtig: Fadenwürmer gelingt offenbar die Identifizierung von Krebs. In verschiedenen Studie hatten die Forschenden festgestellt, dass sich die Fadenwürmer auf Bauchspeicheldrüsen- und Brustkrebszellen zubewegten, während sie sich von den gesunden Zellen fernhielten. © blickwinkel/Imago
Ein länglicher Käfer sitzt auf einem Stück Holz. Sein Körper ist schwarz und hat größere weiße Punkte.
Keine Krankheit, aber ebenso eine lauernde Gefahr für Menschen: Waldbrände, die sich der Zivilisation oft rasend schnell nähern. Einige Käferarten, beispielsweise der Schwarze Kiefernprachtkäfer, besitzt die Fähigkeit, brennende Wälder aus bis zu 80 Kilometern Entfernung zu erkennen. Forscher haben herausgefunden, dass er diese hören kann. Sein Mechanismus könnte sogar sehr viel schneller auf Brände ansprechen als industrielle Infrarotsensoren.(Symbolbild) © blickwinkel/Imago
Eine Honigbiene fliegt vor grasgrünem Hintergrund eine lila Blüte an. Ihre Beine sind vollgepackt mit Blütenpollen.
Fleißig und hochmodern unterwegs: Honigbienen sind nicht nur in ihrer Funktion als Bestäuber unersetzlich, sondern haben sich auch während der Pandemie als nützlich erwiesen. Forscher haben 2021 herausgefunden, dass Bienen COVID-19 diagnostizieren können. Dank des Trainings, das nur wenige Minuten dauert, versprechen sich Experten hohe Erfolg im Kampf gegen Corona. In abgelegenen Gebieten könnten sie dazu beitragen, die Testmethodik zu erleichtern.  © Panthermedia/Imago
Mehrere dunkle bis schwarze Ameisen sind auf einem hölzernen Untergrund zu erkennen.
Die Grauschwarze Sklavenameise ist mehr als nur eine fleißige Arbeiterin. Sie kann Brustkrebszellen anhand des Urins erkennen. Nach einem Training setzt ihre feine Ameisennase nutzbringend ein. (Symbolbild) © blickwinkel/Imago
Eine V-förmige Formation von Zugvögeln fliegt vor blauem Himmel in die Ferne.
Eine Fähigkeit, die viele Menschenleben retten könnte, wurde bei der Beobachtung der Flugrouten von Zugvögeln entdeckt. Auf eine abrupt geänderte Flugroute folgte beispielsweise einige Tage später ein Sturm in der observierten Region. Die Vögel erlangten demzufolge bereits früher Kenntnis über zukünftige Ereignisse. Damit sind sie als eine Art Frühwarnsystem im Besitz einer Ahnung, die uns Menschen vor zahlreichen Naturkatastrophen retten könnte. Forscher nehmen an, dass die Vögel den Infraschall wahrnehmen können, der von heftigen Stürmen produziert wird und von Menschen nicht wahrgenommen werden kann. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago
Eine große, pink-rosa Qualle, schwimmt in tiefblauem Wasser.
Und sie könnte die Erlösung von allen Krankheiten sein: Eine spezielle Quallen-Art, die Turritopsis dohrnii, begeistert die Welt der Wissenschaft. Ihre Besonderheit: Sie ist unsterblich. Hat die Qualle ihren Lebenshöhepunkt erreicht, stirbt sie nicht, sondern verwandelt sich wieder in ihren Anfangszustand. Der frische Lebenszyklus beginnt mit neuen Tentakeln und einem geschrumpften Körper. Die Qualle kann diesen Kreislauf beliebig oft wiederholen und gilt somit als unsterblich. Manche Forscher nehmen an, dass der Mensch diese Fähigkeit eines Tages übernehmen könnte. Hinweis: Die Qualle auf dem Foto ist keine Turritopsis dohrnii. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago

Übrigens: Wussten Sie, dass Esel sich rund 25 Jahre lang an Menschen oder Orte erinnern können? Wer weiß – vielleicht waren sich Martin und der Esel aus dem Video schon einmal begegnet und Martin hatte es nur vergessen?

Rubriklistenbild: © Pond5/Imago

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