Mehr Sicherheit, weniger Kosten

Bye-bye, Blinkerhebel: VW-Patent hebt Multifunktionslenkrad auf neues Level

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Volkswagen will das (Multifunktions-)Lenkrad neu erfinden. Wichtige Funktionen wie der Blinker sollen künftig dort ihren Platz finden.

Das Rad mag sich nicht neu erfinden lassen, das Lenkrad aber offensichtlich schon. Zumindest versuchen es immer mehr Hersteller. Etwa mit dem Yoke von Tesla, das auch bei Lexus Anklang fand. Bei Volkswagen wiederum hat man ganz andere Pläne und möchte künftig viel mehr Funktionen darin unterbringen.

So könnte etwa der Blinkerhebel künftig der Vergangenheit angehören. Stattdessen übernehmen Bedienelemente im inneren Kranz diese Aufgaben, wie aus einem VW-Patent beim Deutschen Marken- und Patentamt hervorgeht, das von CarBuzz entdeckt wurde. Diese Schaltflächen könnten dem Antrag zufolge physisch, haptisch oder eine Kombination davon sein.

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Wichtige Funktionen am Lenkrad: Steuerung über zwei Ebenen

Das System erscheint zunächst komplex, könnte sich aber als ziemlich einfach und praktisch erweisen. Dem Patent zufolge gibt es zwei Gruppen von Steuerungselementen (physische oder berührungsempfindliche Tasten). Diese sind rechts und links am Lenkrad angebracht. VW unterscheidet dabei zwischen ersten und zweiten Bedienelementen.

Über die in das Lenkrad integrierten Bedienelement können Autofahrer beispielsweise die Blinker benutzen.

Zunächst muss das erste Bedienelement auf der linken Seite betätigt werden, dann kann der Fahrer rechts eine der Optionen auswählen. Wird beispielsweise die Funktion Scheinwerfer ausgewählt, werden im zweiten Schritt Fernlicht, Abblendlicht, Absenken der Scheinwerfer oder Aktivieren der Nebelscheinwerfer angezeigt. Sind nicht alle Felder belegt, lassen sich auch mehrere Primärfunktion auswählen, wie das gleichzeitige Aufleuchten der Entertainment- und Tempomatfunktionen zeigt.

Design muss sein: Zehn schöne Studien von ganz normalen Automarken

VW W12 Coupé
VW W12 Coupé: Der 600 PS starke Sportwagen wird auch als VW Nardo bezeichnet – nach dem italienischen Hochgeschwindigkeitskurs, auf dem er 2001 mit 310,99 km/h einen neuen Streckenrekord aufstellte. Später fuhr er in optimierter Version sogar 24 Stunden mit einem Durchschnittstempo von 322,89 km/h. Eine Serienfertigung des Zweisitzers mit W12-Mittelmotor wurde erwogen, kam mit Rücksicht auf die VW-Marke Lamborghini aber nicht zustande. © dpa
BMW 328 Hommage
BMW 328 Hommage: Der historische BMW 328 gilt als Rennsport-Ikone der späten 30er Jahre. 2011, zum 75. Geburtstag, stellten die Bayern eine moderne Neuinterpretation auf die Räder. Die Karosserie ist dank kohlefaserverstärktem Kunststoff (CFK) besonders leicht und deutlich flacher als die des Originals – trotzdem ist dessen Charakter eindeutig zu erkennen. Zur Leistung des Dreiliter-Sechszylinders schwieg BMW, wahrscheinlich waren es 258 PS. © BMW
Genesis Essentia Concept
Genesis Essentia Concept: Die noch junge Edelmarke aus dem Hyundai-Konzern profiliert sich regelmäßig mit Studien. 2018 zeigte sie diesen Gran Turismo auf der New Yorker Auto Show: Das erste Elektroauto der Marke, das deren konsequenten Umstieg auf Stromer vorwegnahm. Designelemente sind in aktuellen Serienmodellen zu finden, die Karbon-Karosserie dagegen nicht. © Genesis
Ford-Studie Indigo
Ford Indigo: Spätestens, seit Ford in den 60er-Jahren bei den 24 Stunden von Le Mans mehrfach Ferrari ausknockte, gelten die Amerikaner auch als Rennwagen-Spezialisten. Die Studie Indigo zeigte 1996 Design und Technologie für die 500 Meilen von Indianapolis (daher der Name: Indy go!). Motorbauer Cosworth verdoppelte einen V6 von Ford zu einem 441 PS starken V12, die von Designer Claude Lobo gestaltete Karosserie besteht aus Kohlefaser. © Ford
Škoda Vision 7S
Škoda Vision 7S: Das Konzept für einen nach Škoda-Art familiengerechten, aber schicken Elektro-SUV stammt von 2022 – für 2026 verspricht die tschechische VW-Tochter die Serienproduktion eines ähnlich aussehenden Siebensitzers. Der fünf Meter lange Wagen soll dann der erste von mehreren Stromern werden, die sich optisch klar von den braven Verbrennern unterscheiden. © Ivo Hercik/Škoda
Studie Opel Manta GSe ElektroMod
Opel Manta GSe ElektroMod: 2021 war Opel mutig – und zeigte ein 148 PS starkes Elektroauto, das trotz eher bescheidener Reichweite tatsächlich als zeitgemäße Neuauflage des Kult-Coupés durchgegangen wäre. Mittlerweile hat die Stellantis-Marke zwar bestätigt, dass der Name wiederbelebt wird, diesen wird ab 2026 aber ein SUV tragen.  © Opel
Studie Renault Air4
Mit dem Air4 will Renault das 60-jährige Jubiläum des R4 feiern. © Lionel Koretzky/TheArsenale
Studie Audi Skysphere Concept
Audi Skysphere Concept: Unter dem „Sphere“-Label hat die VW-Tochter schon mehrere Studien gezeigt, die auf ihre elektrische Zukunft hinweisen. Diese Kombination aus 4,94-Meter-Roadster und 5,19 Meter langem, autonom fahrendem Coupé mit variablem Radstand ist die spektakulärste. Sie entstand 2021 in Audis Designzentrum im kalifornischen Malibu, ihr E-Motor an der Heckachse leistet 631 PS. © Audi
Studie Citroën Oli
Citroën Oli: Die Stellantis-Marke war mal als Design-Pionier bekannt, mittlerweile musste sie diese Aufgabe an Konzernschwester DS abtreten. Was sie nicht daran hindert, 2022 mit dem Oli eine Art elektrischen Mini-Hummer vorzuführen. Der E-Motor leistet 136 PS, eine Smartphone-Halterung ersetzt den Touchscreen. Fans extrovertierter Fahrzeuge hoffen auf eine Serienfertigung des 4,20 Meter kurzen City-Hüpfers für 25.000 Euro – aber wahrscheinlich vergeblich. © Citroën
Studie Nissan IDx Freeflow
Nissan IDx Freeflow: Lange vor VW, nämlich schon 2013, präsentierten die Japaner ein Auto namens ID – allerdings mit 1,6-Liter-Verbrennungsmotor. Das kantige Design der 4,10 Meter kurzen Limousine würde aber auch heute noch gut in das elektrische Zeitalter passen. Schade, dass Nissan da etwas den Anschluss verloren hat. © Nissan

VW-System soll für mehr Sicherheit sorgen

Ein großer Vorteil des Systems ist laut VW, dass der Fahrer die Hände nicht mehr vom Lenkrad nehmen muss, um Funktionen zu nutzen, die dort Platz finden. Das Multifunktionslenkrad würde so auf ein neues Level gehoben. Zudem gibt es mehr Freiraum beim Lenkraddesign und auch weniger Unordnung im Innenraum des Fahrzeugs.

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Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

VW könnte darüber hinaus Millionen Euro an Entwicklungskosten sparen, wenn wichtige Funktionen im Lenkrad untergebracht würden. Diese Komponenten müssten dann nicht mehr extra entwickelt und in Serie produziert werden. Lediglich das System müsste dann an die einzelnen Modelle angepasst werden. Bis es aber soweit ist, können sich die VW-Kunden wieder auf mehr Knöpfe im Auto freuen. Die Bedienung über Touch-Elemente hatte der Hersteller zuletzt als Fehler bezeichnet. Daher dürfte man bei dem neuen Patent ganz genau hingucken, bevor man es in einem Modell verbaut.

Rubriklistenbild: © Volkswagen.

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