Neue Studie

Pferde können Buchstaben „lesen“ – Forscher testen Unterscheidungsvermögen

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In ihrer Studie haben Forscher aus Paris das Unterscheidungsvermögen von Pferden untersucht. Das Ergebnis: Sie können Buchstaben „lesen“.

Eine Forschergruppe aus Paris wollte es genau wissen: Können Pferde Buchstaben erkennen? Oder sogar richtig lesen? Um diesen Fragen nachzugehen, entwickelten Clara-Lynn Schubert und ihre wissenschaftlichen Kollegen von der Universität Pierre und Marie Curie ein ausgeklügeltes Testsystem, das keine Zufälle zuließ. Die Testkandidaten: fünf Garrano-Pferde, eine vom Aussterben bedrohte Ponyrasse aus Nordportugal.

Pferde können Buchstaben „lesen“ – Forscher testen Unterscheidungsvermögen

Eine neue Studie zeigt: Pferde können Buchstaben „lesen“. (Symbolbild)

Die Pferdegruppe bestand aus vier Stuten im Alter von zwei bis 13 Jahren und einem achtjährigen Wallach. Die älteste Stute namens Flore war auf einem Auge blind. Während der Untersuchung liefen die fünf Pferde in einem Außengehege in Nordportugal, das Forscher extra für Pferdestudien errichten ließen. Das umzäunte Areal liegt in der Nähe des Naturparks Serra d‘Arga – dem natürlichen Lebensraum der verwilderten Garrano-Pferde. Übrigens: Laut einer Studie zur Pferdehaltung finden Forscher heraus, dass Pferde in freier Wildbahn mehr Stress haben, als Pferde in Boxenhaltung.

Im ersten Schritt lernten die Pferde, schwarze Kreise mit der Nase zu berühren, sobald diese auf dem Bildschirm auftauchten. Für jede richtige Reaktion bekamen sie eine Möhre als Belohnung. Im zweiten Schritt testeten die Wissenschaftler, ob die Tiere die Buchstaben O, B, V, Z und X unterscheiden konnten. Zur Auswahl standen jeweils zwei Antwortmöglichkeiten auf dem Touchscreen, zum Beispiel ein „B“ auf der linken und ein „X“ auf der rechten Seite – wobei die Vierbeiner das „X“ als negativen Reiz verinnerlichten sollten, bei dessen Berührung kein Pferdefutter in die Schüssel fiel. Für jede richtige Antwort bekamen die Pferde außerdem ein akustisches Signal in Form eines Glockenspiels. Ein Summen signalisierte die falsche Antwort.

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Die zehn außergewöhnlichsten Pferderassen – und ihre wichtigsten Eigenschaften

Ein Pferd im Miniatur-Format ist das American Miniature Horse. Diese Rasse zeichnet ein feiner, eleganter Körper mit schönen Proportionen aus.
Ein Pferd im Miniatur-Format ist das American Miniature Horse. Diese Rasse zeichnet ein feiner, eleganter Körper mit schönen Proportionen aus. (Symbolbild) © agefotostock/Imago
Von mini zu maxi: Eine imposante Erscheinung sind die Shire Horses aus England. Die größte Pferderasse der Welt wird auch liebevoll als sanfter Riese bezeichnet. Mit ihrem coolen Temperament sind sie der ideale Freizeitpartner.
Von mini zu maxi: Eine imposante Erscheinung sind die Shire Horses aus England. Die größte Pferderasse der Welt wird auch liebevoll als sanfter Riese bezeichnet. Mit ihrem coolen Temperament sind sie der ideale Freizeitpartner. (Symbolbild) © Horst Galuschka/Imago
Die American Bashkir Curly Horses haben nicht nur lockiges Fell und Langhaar, sondern sind auch für die meisten Allergiker geeignet. Ihr Proteinmuster in den Hautzellen unterscheidet sich von anderen Rassen, weshalb sie als hypoallergen gelten.
Die American Bashkir Curly Horses haben nicht nur lockiges Fell und Langhaar, sondern sind auch für die meisten Allergiker geeignet. Ihr Proteinmuster in den Hautzellen unterscheidet sich von anderen Rassen, weshalb sie als hypoallergen gelten. (Symbolbild) © Anni Sommer/Imago
Das Exmoor Pony hat Ähnlichkeit mit dem Urtyp des europäischen Wildpferds. Ihr Körperbau ist klein und kompakt. Sie sind als äußerst robuste Pferderasse bekannt, die in Südengland nahezu wild im gleichnamigen Nationalpark aufwachsen.
Das Exmoor Pony hat Ähnlichkeit mit dem Urtyp des europäischen Wildpferds. Ihr Körperbau ist klein und kompakt. Sie sind als äußerst robuste Pferderasse bekannt, die in Südengland nahezu wild im gleichnamigen Nationalpark aufwachsen. (Symbolbild) © Miroslav Chaloupka/Imago
Der Marwari hat ein markantes Erkennungsmerkmal: seine Sichelohren, die sich fast an der Spitze berühren. Die elegante, indische Pferderasse hat seidiges Fell und Langhaar.
Der Marwari hat ein markantes Erkennungsmerkmal: seine Sichelohren, die sich fast an der Spitze berühren. Die elegante, indische Pferderasse hat seidiges Fell und Langhaar. (Symbolbild) © Vladimir Sklyarov/Imago
Seinen Namen hat der Jütländer von der gleichnamigen Region Dänemarks, aus der er stammt. Er zählt zu den ältesten europäischen Kaltblutrassen, die ein Gewicht von bis zu 800 Kilogramm erreichen.
Seinen Namen hat der Jütländer von der gleichnamigen Region Dänemarks, aus der er stammt. Er zählt zu den ältesten europäischen Kaltblutrassen, die ein Gewicht von bis zu 800 Kilogramm erreichen. (Symbolbild) © Antje Lindert-Rottke/Imago
Robust, intelligent und vielseitig: Die Eriskay Ponys sind an der Westküste Schottlands beheimatet. Sie gelten als die letzten Überlebenden der ursprünglich einheimischen Ponys. Die Rasse wird daher vom Rare Breed Survival Trust (RBST) als vom Aussterben bedroht eingestuft.
Robust, intelligent und vielseitig: Die Eriskay Ponys sind an der Westküste Schottlands beheimatet. Sie gelten als die letzten Überlebenden der ursprünglich einheimischen Ponys. Die Rasse wird daher vom Rare Breed Survival Trust (RBST) als vom Aussterben bedroht eingestuft. (Symbolbild) © Ernie Janes/Imago
Eine Kreuzung aus Warmblut und Kaltblut ist der Budjonny. In Deutschland sind die Pferde eher selten vertreten, in ihrer Heimat in Südrussland sind sie dagegen umso bekannter. Budjonny Pferde sind temperamentvoll und äußerst zäh, da sie ursprünglich für die russische Kavallerie gezüchtet wurden.
Eine Kreuzung aus Warmblut und Kaltblut ist der Budjonny. In Deutschland sind die Pferde eher selten vertreten, in ihrer Heimat in Südrussland sind sie dagegen umso bekannter. Budjonny Pferde sind temperamentvoll und äußerst zäh, da sie ursprünglich für die russische Kavallerie gezüchtet wurden. (Symbolbild) © agefotostock/Imago
Kinsky-Pferde sind mittelgroße, leichte Warmblüter, deren Ursprung in Tschechien liegt. Daher sind sie in Deutschland eher weniger verbreitet. Die Rasse ist vor allem für ihren goldenen Schimmer im Fell bekannt. Dafür ist das sogenannte Cream-Gen verantwortlich.
Kinsky-Pferde sind mittelgroße, leichte Warmblüter, deren Ursprung in Tschechien liegt. Daher sind sie in Deutschland eher weniger verbreitet. Die Rasse ist vor allem für ihren goldenen Schimmer im Fell bekannt. Dafür ist das sogenannte Cream-Gen verantwortlich. (Symbolbild) © agefotostock/Imago
Bei den Mérens handelt es sich um schwarze, stämmige Gebirgspferde aus den Pyrenäen. Sie sind robust, trittsicher und sanftmütig. Vom Aussehen ähneln sie dem englischen Fell Pony und dem Dales-Pony.
Bei den Mérens handelt es sich um schwarze, stämmige Gebirgspferde aus den Pyrenäen. Sie sind robust, trittsicher und sanftmütig. Vom Aussehen ähneln sie dem englischen Fell Pony und dem Dales-Pony. (Symbolbild) © Carol Walker/Imago

Pferde können Buchstaben „lesen“ – sie liegen zu 80 Prozent richtig

Während der aufeinanderfolgenden Trainingseinheiten zeigte sich: Bis auf den Wallach lernten alle Pferde die fünf Buchstaben des Alphabets zu unterscheiden und mit ihrer Nase den Bildschirm anzustupsen. Ihre Trefferquote lag bei rund 80 Prozent. „Die Fehlermuster und die Analyse der Formmerkmale zeigten, dass die gekrümmten Buchstaben O und B für die Pferde ähnlich aussehen, ebenso wie die geradlinigen Buchstaben Z, V und X“, stellten die Forscher in den kognitiven Tests mit den Tieren fest. In einer anderen Studie finden Forscher heraus, dass Ponys Gesichter „lesen“ können.

Außerdem gebe es Parallelen zur Wahrnehmung von Formen bei anderen Tieren. „Das Touchscreen-System erwies sich als objektive und innovative Möglichkeit, die Kognition in der sozial organisierten Gruppe von Pferden zu untersuchen“, hielten die Forscher abschließend fest.

Rubriklistenbild: © Wirestock/Imago

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