Häufig angewandte Methode

Pferde füttern: Was bringt es, wenn das Heu vorher bedampft wird?

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Heu in schlechter Qualität kann bei Pferden zu chronischen Atemproblemen führen. Eine beliebte Lösung: Das Bedampfen des Heus vor der Fütterung. Welche Vor- und Nachteile die Methode hat.

Ob gelegentlicher Husten, Allergien oder sogar langfristige Schäden: Viele Pferde haben mit Lungenproblemen zu kämpfen. Laut Pferde.de sind drei von vier Tieren davon betroffen. Schuld daran ist vor allem das Heu, in dem jede Menge Pilz- und Schimmelsporen oder Hefe lauern. Um das Problem zu lösen, bedampfen oder wässern viele Besitzer die getrockneten Pflanzen. Doch wie effektiv ist das tatsächlich?

Was muss man bei der Fütterung mit Heu beachten?

Für die Pferdefütterung ist Heu unerlässlich. Wichtig ist dabei, dass es in guter Qualität bei den Besitzern ankommt – an diesem Punkt scheitert es jedoch häufig. Oft ist das Futtermittel mit Bakterien, Pilzen oder Hefen belastet. Die Ursachen hierfür liegen oft schon beim Schnitt der Gräser. Setzt das Mähwerk etwa zu tief an, kann Erde mit zu den geschnittenen Gräsern gelangen und diese verunreinigen. Bei den Pferden kann es dadurch etwa zu Reizhusten kommen. Zudem ist der richtige Zeitpunkt des Schnitts wichtig. Wird zu lange gewartet, verblühen die Gräser und es kommt zur Pilzbildung an den Halmen. Auch möglich ist, dass Blätter und Teile der Pflanze bereits absterben, bevor sie geerntet werden. An den toten Teilen bilden sich dann ebenfalls Keime.

Ebenso kann es beim Trocknen und Lagern des Heus zu Problemen kommen – etwa, wenn das Heu in zu feuchtem Zustand gepresst wird. Dann entstehen Bakterien oder Schimmelpilze. Letztere fühlen sich dann am wohlsten, wenn das Heu unter großem Druck in Rundballen gepresst wurde. In dessen Inneren sind die Temperaturen höher und begünstigen das Wachstum der Pilze. Diese wirken reizend auf die Lunge und den Verdauungstrakt. Sind Pferd oder Mensch dem verschimmelten Heu auf lange Sicht ausgesetzt, steigt das Risiko, Allergien zu entwickeln. Beim Tier sind zudem Entzündungen oder Vergiftungen mögliche Folgen.

Weitere negative Einflüsse bei der Lagerung sind Kondenswasser oder tierische Exkremente, etwa von der Stallkatze oder Nagern.

Vorteile von bedampftem Heu

Laut Experten leidet etwa jedes zweite Pferd in Boxenhaltung unter Atemwegsproblemen wie Equinem Asthma (COB). Eine Lösung: Das Heu bedampfen. Hierbei wird das Heu mit etwa 100 Grad heißem Dampf behandelt. Das bietet zahlreiche Vorteile:

  • Das Heu enthält weniger Bakterien, Hefen und Pilze. Denn: Pilzsporen und Staub werden durch das Dämpfen gebunden, Mikroorganismen sterben ab.
  • Dämpfen wirkt nachhaltig: Auch Tage nach der Behandlung, steigt die Keimbelastung nicht an.
  • Pferden schmeckt das bedämpfte Heu. Sie kauen es deshalb besonders lange und sorgfältig, was gut für den Magen ist.
  • Die Inhaltsstoffe bleiben Großteils erhalten.
Für die Pferdefütterung ist Heu unerlässlich.

Heu bedampfen: Das sind die Nachteile

Der heiße Dampf wirkt gut gegen Staub und Keime. Jedoch bringt die Methode auch einen Nachteil mit sich. Ein Team Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) fand heraus, dass es bei dem Prozess zu einer chemischen Reaktion kommt. Bei dieser werden Proteine im Heu geschädigt, was sie für das Pferd schwerer verdaulich macht. So gehen dem Tier wichtige Proteinbestandteile verloren. Dadurch kann es dazu kommen, dass das Pferd unterversorgt ist. Das kann unter anderem dazu führen, dass es weniger leistungsfähig ist. Im äußersten Fall verlangsamt sich dadurch auch die Wundheilung.

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Die zehn außergewöhnlichsten Pferderassen – und ihre wichtigsten Eigenschaften

Ein Pferd im Miniatur-Format ist das American Miniature Horse. Diese Rasse zeichnet ein feiner, eleganter Körper mit schönen Proportionen aus.
Ein Pferd im Miniatur-Format ist das American Miniature Horse. Diese Rasse zeichnet ein feiner, eleganter Körper mit schönen Proportionen aus. (Symbolbild) © agefotostock/Imago
Von mini zu maxi: Eine imposante Erscheinung sind die Shire Horses aus England. Die größte Pferderasse der Welt wird auch liebevoll als sanfter Riese bezeichnet. Mit ihrem coolen Temperament sind sie der ideale Freizeitpartner.
Von mini zu maxi: Eine imposante Erscheinung sind die Shire Horses aus England. Die größte Pferderasse der Welt wird auch liebevoll als sanfter Riese bezeichnet. Mit ihrem coolen Temperament sind sie der ideale Freizeitpartner. (Symbolbild) © Horst Galuschka/Imago
Die American Bashkir Curly Horses haben nicht nur lockiges Fell und Langhaar, sondern sind auch für die meisten Allergiker geeignet. Ihr Proteinmuster in den Hautzellen unterscheidet sich von anderen Rassen, weshalb sie als hypoallergen gelten.
Die American Bashkir Curly Horses haben nicht nur lockiges Fell und Langhaar, sondern sind auch für die meisten Allergiker geeignet. Ihr Proteinmuster in den Hautzellen unterscheidet sich von anderen Rassen, weshalb sie als hypoallergen gelten. (Symbolbild) © Anni Sommer/Imago
Das Exmoor Pony hat Ähnlichkeit mit dem Urtyp des europäischen Wildpferds. Ihr Körperbau ist klein und kompakt. Sie sind als äußerst robuste Pferderasse bekannt, die in Südengland nahezu wild im gleichnamigen Nationalpark aufwachsen.
Das Exmoor Pony hat Ähnlichkeit mit dem Urtyp des europäischen Wildpferds. Ihr Körperbau ist klein und kompakt. Sie sind als äußerst robuste Pferderasse bekannt, die in Südengland nahezu wild im gleichnamigen Nationalpark aufwachsen. (Symbolbild) © Miroslav Chaloupka/Imago
Der Marwari hat ein markantes Erkennungsmerkmal: seine Sichelohren, die sich fast an der Spitze berühren. Die elegante, indische Pferderasse hat seidiges Fell und Langhaar.
Der Marwari hat ein markantes Erkennungsmerkmal: seine Sichelohren, die sich fast an der Spitze berühren. Die elegante, indische Pferderasse hat seidiges Fell und Langhaar. (Symbolbild) © Vladimir Sklyarov/Imago
Seinen Namen hat der Jütländer von der gleichnamigen Region Dänemarks, aus der er stammt. Er zählt zu den ältesten europäischen Kaltblutrassen, die ein Gewicht von bis zu 800 Kilogramm erreichen.
Seinen Namen hat der Jütländer von der gleichnamigen Region Dänemarks, aus der er stammt. Er zählt zu den ältesten europäischen Kaltblutrassen, die ein Gewicht von bis zu 800 Kilogramm erreichen. (Symbolbild) © Antje Lindert-Rottke/Imago
Robust, intelligent und vielseitig: Die Eriskay Ponys sind an der Westküste Schottlands beheimatet. Sie gelten als die letzten Überlebenden der ursprünglich einheimischen Ponys. Die Rasse wird daher vom Rare Breed Survival Trust (RBST) als vom Aussterben bedroht eingestuft.
Robust, intelligent und vielseitig: Die Eriskay Ponys sind an der Westküste Schottlands beheimatet. Sie gelten als die letzten Überlebenden der ursprünglich einheimischen Ponys. Die Rasse wird daher vom Rare Breed Survival Trust (RBST) als vom Aussterben bedroht eingestuft. (Symbolbild) © Ernie Janes/Imago
Eine Kreuzung aus Warmblut und Kaltblut ist der Budjonny. In Deutschland sind die Pferde eher selten vertreten, in ihrer Heimat in Südrussland sind sie dagegen umso bekannter. Budjonny Pferde sind temperamentvoll und äußerst zäh, da sie ursprünglich für die russische Kavallerie gezüchtet wurden.
Eine Kreuzung aus Warmblut und Kaltblut ist der Budjonny. In Deutschland sind die Pferde eher selten vertreten, in ihrer Heimat in Südrussland sind sie dagegen umso bekannter. Budjonny Pferde sind temperamentvoll und äußerst zäh, da sie ursprünglich für die russische Kavallerie gezüchtet wurden. (Symbolbild) © agefotostock/Imago
Kinsky-Pferde sind mittelgroße, leichte Warmblüter, deren Ursprung in Tschechien liegt. Daher sind sie in Deutschland eher weniger verbreitet. Die Rasse ist vor allem für ihren goldenen Schimmer im Fell bekannt. Dafür ist das sogenannte Cream-Gen verantwortlich.
Kinsky-Pferde sind mittelgroße, leichte Warmblüter, deren Ursprung in Tschechien liegt. Daher sind sie in Deutschland eher weniger verbreitet. Die Rasse ist vor allem für ihren goldenen Schimmer im Fell bekannt. Dafür ist das sogenannte Cream-Gen verantwortlich. (Symbolbild) © agefotostock/Imago
Bei den Mérens handelt es sich um schwarze, stämmige Gebirgspferde aus den Pyrenäen. Sie sind robust, trittsicher und sanftmütig. Vom Aussehen ähneln sie dem englischen Fell Pony und dem Dales-Pony.
Bei den Mérens handelt es sich um schwarze, stämmige Gebirgspferde aus den Pyrenäen. Sie sind robust, trittsicher und sanftmütig. Vom Aussehen ähneln sie dem englischen Fell Pony und dem Dales-Pony. (Symbolbild) © Carol Walker/Imago

Besonders problematisch ist zu wenig Protein jedoch für Jungpferde und Stuten, die ein Fohlen säugen. Junge Pferde brauchen die Proteine, um zu wachsen und sich zu entwickeln. Bei Stuten ist Eiweiß dagegen für die Milchproduktion entscheidend. Anzeichen eines Proteinmangels sind beispielsweise:

  • gestörter Muskelaufbau
  • stumpfes, struppiges Fell
  • einzelne, lange Hungerhaare
  • verzögerte Regeneration

Rubriklistenbild: © Frank Sorge/Imago

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