Endstation Autobahn

Hund am Straßenrad gefunden: Das sollten Sie jetzt zu tun

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Viele Tiere werden jedes Jahr zur Urlaubssaison ausgesetzt. Während die Menschen sich in dieser Zeit erholen, erleben Vierbeiner oft großes Leid.

München – Jedes Jahr zur Ferien- und Urlaubszeit füllen sich die Tierheime drastisch. Zahlen von der Tierschutzorganisation „Peta“ offenbaren das Ausmaß: jedes Jahr werden zwischen 50.000 und 80.000 Tiere vor den Sommerferien ausgesetzt. Darunter auch unzählige Hunde. Obwohl sie im Tierheim abgegeben werden könnten, landen sie oft angebunden an einer Straße oder werden einfach in der Natur ausgesetzt. Für viele Tiere ist es das sichere Todesurteil, doch manche werden auch gefunden und gerettet. Doch wie sollte man sich verhalten, wenn man ein ausgesetztes Tier findet?

Hund gefunden: Vier Schritte, wenn Sie ein ausgesetztes Tier finden

Ausgesetzte Tiere leiden und sind nach dieser Erfahrung oft traumatisiert. (Symbolbild)

Durch die unzähligen sogenannten „Corona-Haustiere“ spitzt sich das Problem immer mehr zu. Bei der Anschaffung wurde meist zu kurz gedacht. Und mancher Hundebesitzer, der nun in den Urlaub will, fragt sich schnell: „Was machen wir mit dem Hund?“ Für alle jene ist der vermeintlich einfachste Weg häufig, das Tier einfach auszusetzen. Wer dies allerdings tut, begeht eine Straftat, denn in Deutschland ist das Aussetzen eines Tieres verboten. Und dennoch kommt es auch hier immer wieder vor. So wie an einem Supermarkt, wo eine Senioren-Hündin ausgesetzt wurde und daraufhin im Tierheim landete.

Zehn Hunderassen mit dem stärksten Biss

Malinois werden auch als belgische Schäferhunde bezeichnet. Durch ihre hohe Aufmerksamkeit eignen sie sich als Wachhunde und werden auch als Diensthunde bei Polizei und Militär eingesetzt. Weil sie viel Energie besitzen, müssen sie entsprechend ausgelastet werden. (Symbolbild)
Platz 10: Der Malinois oder auch belgische Schäferhund hat eine Beißkraft von 200 PSI. Die Rasse ist sehr aufmerksam und eignet sich deswegen auch als Wachhund. (Symbolbild) © agefotostock/Imago
Wegen ihres üppigen Fells, werden Chow-Chows auch als „Löwenhunde“ bezeichnet. Sie sind zwar sehr ausgeglichene Tiere, aber auch etwas eigensinnig. In der Regel werden sie bis zu 56 Zentimeter groß. (Symbolbild)
Platz 9: Die flauschigen und ausgeglichenen Chow-Chows können mit bis zu 220 PSI zubeißen. Die Rasse kommt aus China und wird dort auch „Löwenhund“ genannt. (Symbolbild) © blickwinkel/Imago
Weil Holländische Schäferhunde so athletisch und lernwillig sind, werden sie häufig als Diensthunde bei Polizei, Militär und Zoll eingesetzt. Ihre Vorfahren sind die gleichen, wie die der Mallinois, den belgischen Schäferhunden. (Symbolbild)
Platz 8: Holländische Schäferhunde beißen mit 225 PSI zu. Sie sind sehr lernwillig und sportlich. Mit den Mallinois sind sie verwandt. (Symbolbild) © imagebroker/Imago
Mit einer Beißkraft von 235 PSI sind American Pit Bull Terrier früher oft in Hundekämpfen zum Einsatz gekommen. Die Rasse ist dadurch als äußerst aggressiv in Verruf geraten. Bei guter Erziehung aber, sind auch sie sehr freundliche Hunde. (Symbolbild)
Platz 7: American Pit Bull Terrier haben eine Beißkraft von 235 PSI. Durch Hundekämpfe sind sie in Verruf geraten. Doch bei guter Erziehung sind sie sehr menschenfreundlich. Deswegen werden sie heute auch, trotz ihres Stigmas, als Assistenz- und Therapiehunde eingesetzt. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago
Deutsche Schäferhunde wurden zwar zum Hüten gezüchtet, haben aber auch einen starken Jagdtrieb. Zubeißen können sie mit 240 PSI. Ihr Gebiss ist in erster Linie auf das Fangen, Festhalten, Zerreißen und das Zerkleinern der Beute spezialisiert. (Symbolbild)
Platz 6: Deutsche Schäferhunde wurden zwar zum Hüten gezüchtet, haben aber auch einen starken Jagdtrieb. Zubeißen können sie mit 240 PSI. (Symbolbild) © agefotostock/Imago
Hunde der Rasse American Bulldog sind loyal und freundlich. Ihre Statue ist klein, aber kräftig. So auch ihr Kiefer, mit dem sie eine Beißkraft von 300 PSI erreichen können. (Symbolbild)
Platz 5: Der American Bulldog ist klein und muskulös. Sein breiter, kräftiger Kiefer kommt auf eine Beißkraft von 300 PSI. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago
Rottweiler sind sehr aufmerksam und können auch ein ausgeprägtes Schutzverhalten an den Tag legen. Mit ihrem kräftigen Gebiss erreichen sie Kräfte von bis zu 330 PSI. (Symbolbild)
Platz 4: Rottweiler können mit 330 PSI zubeißen. Sie sind bekannt für ihr freundliches und tapferes Wesen. Doch auch für ihre Körperkraft und ihren starken Kiefer. (Symbolbild) © teamwork/Imago
Der English Mastiff gilt als ruhig und würdevoll, aber auch tapfer und beschützend. Rüden können bis zu 100 Kilogramm schwer werden. Mit einer Beißkraft von 560 PSI ist auch ihr Kiefer besonders kräftig. (Symbolbild)
Platz 3: Den drittstärksten Hundekiefer besitzt der English Mastiff. Mit 560 PSI kann er zupacken. Sein Wesen ist ruhig und beschützend, weswegen er sich auch sehr gut als Wachhund eignet. (Symbolbild) © agefotostock/Imago
Der Dobermann gilt als sensibel und oft wird ihm ein aggressiver Charakter nachgesagt. Auch wenn sie nicht so schwer werden, haben sie dennoch eine Beißkraft von bis zu 600 PSI. (Symbolbild)
Platz 2: Auch wenn der Dobermann gerade mal bis zu 45 Kilogramm schwer wird, hat er dennoch eine sehr große Beißkraft von 600 PSI. (Symbolbild) © Zoonar/Imago
Der Kangal-Hirtenhund kann mit 740 PSI kräftiger als ein Löwe zubeißen. Der Kangal ist ein Herdenschutzhund und wird zur Überwachung von Nutztieren eingesetzt. (Symbolbild)
Platz 1: Den stärksten Kiefer unter den Hunderassen hat der Kangal-Hirtenhund. Mit ganzen 740 PSI kann er zubeißen und ist damit sogar kräftiger als ein Löwe, der auf 691 PSI kommt. (Symbolbild) © blickwinkel/Imago

Wer dagegen verstößt, begeht laut Paragraf 3, Ziffer 3 des Tierschutzgesetzes eine Ordnungswidrigkeit und kann mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 Euro bestraft werden. Sollte das Tier nachweisbar, erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden erfahren haben oder sogar daran verstorben sein, ist der Straftatbestand der Tierquälerei erfüllt. Eine Geldstrafe oder sogar eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren ist dann möglich. Ausgesetzt und angebunden wurde auch eine Hündin, deren traurige Vorgeschichte aber ein Happy End finden konnte.

Hund gefunden: nicht den Vierbeiner mit nach Hause nehmen

Sollten Sie einen ausgesetzten Hund oder auch ein anderes Tier finden und ihm helfen wollen, ist ihr erster Gedanke vermutlich, den Vierbeiner mit nach Hause zu nehmen. Doch genau das sollten Sie nicht tun. Rufen Sie die Polizei oder ein Tierheim in der Nähe an. Denn nur so kann sichergestellt werden, dass der Besitzer, falls es sich um ein Irrtum handeln sollte und er nach seinem Tier sucht, es auch wiederfinden kann.

Gehe Sie im Idealfall in einer solchen Situation wie folgt vor:

  • 1. Warten Sie, ob nicht doch noch der Besitzer auftaucht.
  • 2. Rufen Sie die Polizei oder ein Tierheim in der Nähe an.
  • 3. Bleiben Sie bis zur Abholung bei dem Hund bzw. Tier.
  • 4. Versorgen Sie das Tier mit Wasser.

Auch wenn Sie im Umgang mit Hunden oder anderen Tieren erfahren sind, seien Sie vorsichtig. Ängstliche und gestresste Tiere beißen oft zu und schließlich kennen Sie den Vierbeiner nicht. Fassen Sie ihn also am besten nicht an und reden lieber beruhigen auf ihn ein.

Hund gefunden: Frist von sechs Monaten muss eingehalten werden

Wer sich in das aufgefundene Tier verliebt hat und es aufnehmen möchte, muss sechs Monate warten. Meldet sich der Eigentümer in der Zeit nicht, kann das Tier bei Ihnen einziehen. Manche Tierheime geben die Vierbeiner aber auch schon früher an Interessenten ab. Jedoch mit dem Hinweis, wenn sich der Besitzer meldet, muss das Tier wieder abgegeben werden. Dieser Mann wartete stundenlang vor einem Tierheim, weil er unbedingt seinen Lieblingswelpen adoptieren wollte.

Sollten Sie Ihren Vierbeiner nicht mit in den Urlaub nehmen können, fragen Sie um Hilfe. Das Tier einfach auszusetzen, ist keine Lösung. Der Tierarzt oder ein Tierheim können Ihnen mit Sicherheit einige Tierpensionen empfehlen. Vielleicht können Ihnen aber auch Familie, Nachbarn oder Freunde unter die Arme greifen und sich um den Vierbeiner kümmern. Dann haben nicht nur Sie einen erholsamen Urlaub, sondern auch Ihr Haustier eine gute Zeit.

Rubriklistenbild: © Imago/Gottfried Czepluch

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