- VonPauline Wyderkaschließen
Selbst im Januar fliegen schon die ersten Pollen. Das spüren bereits einige Allergiker. Was da unterwegs, wo und warum, erfahren Sie hier.
Pollen? Mitten im Winter? Mancher mag sich bei der Vorstellung wundern, andere Allergiker haben es vielleicht schon am eigenen Leib zu spüren bekommen: Etwas liegt in der Luft. Was genau uns bereits im Januar niesen lässt – und nichts mit Erkältung, Corona und Co. zu tun hat –, verrät LUDWIGSHAFEN24.
Wann beginnt die Pollen-Saison?
Der Anfang des Monats mag besonders kalt ausgefallen sein, doch sowohl davor als auch danach blieb der Winter bis jetzt deutlich zu mild. Das bedeutet für Allergiker vor allem eins: Pollen-Zeit fast das ganze Jahr. Tatsächlich beginnen erste Frühblüher zum Teil bereits im Dezember damit, Blütenstaub abzugeben.
Wer also schon zur Weihnachtszeit am Schniefen war, findet möglicherweise hierin eine Erklärung. Extreme Kälte kann die Pollen-Saison zwar immer noch einmal unterbrechen, doch der erste Blütenstaub ist dann schon in der Luft. Wie das Wetter im Verlauf des Jahres 2024 wird, versucht der 100-jährige Kalender vorherzusagen.
Welche Pollen fliegen im Januar 2024?
In der Regel sind beim Pollenflug zuerst die Bäume dran. Gräser folgen dann ab Mitte Mai. Die Vorhut des Pollenflugs bilden Hasel und Erle. Gewöhnlich setzen sie ihren Blütenstaub erst zum Ende des Winters frei. Je milder jedoch die Temperaturen sind, desto früher beginnt die Pollensaison. Darum sind die Pollen der Bäume gelegentlich jetzt schon unterwegs.
Auch andere Pollen können je nach Temperatur schon früher ausschwärmen. Die nächste Welle an Blütenstaub sondern Esche, Pappel und Weide ab, gewöhnlich jedoch erst ab Februar. Und sogar aus dem weiter entfernten Süden können bereits erste Pollen nach Deutschland verweht werden.
Wo fliegen die meisten Pollen im Januar?
Auch die Region macht einen Unterschied beim Pollenflug. So beginnt dieser überall dort früher, wo es besonders warm ist. In kalten Gebieten dagegen, wie zum Beispiel den Bergregionen, beginnt die Saison später. Gerade im Südwesten und Westen bemerken Allergiker darum jetzt schon erste Reaktionen.
Besonders betroffen sind beispielsweise der Oberrheingraben oder die Bodenseeregion. Andere Regionen sind dann ein bis mehrere Wochen später dran. Doch auch in Städten, die meist deutlich wärmer als das Umland sind, können Pollen früher fliegen. Am längsten haben Allergiker im Nordosten Deutschlands, zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern oder Brandenburg, ihre Ruhe. Die Pollen-Hotspots im Überblickt:
- Oberrhein
- Breisgau
- Bodensee
- Westdeutsche Tieflandsbucht im Westen Nordrhein-Westfalens
Pollen-Saison beginnt immer früher – durch Klimawandel und invasive Pflanzen
Da die Zeit der Hasel- und Erlenpollen gerade erst beginnt, haben viele Allergiker aktuell noch Ruhe, andere erleben immerhin weniger gravierende Reaktionen. Je mehr der Pollenflug jedoch in Fahrt kommt, desto stärker reagieren die meisten Menschen. Der frühe Start der Pollenzeit ist für sie also vor allem eins: ein Vorbote darauf, dass es ab jetzt eher schlimmer als besser wird.
Durch den Klimawandel, der immer wärmere Jahre mit sich bringt, wird auch die Pollenzeit der Pflanzen immer länger. Und mit den milder werdenden Temperaturen breiten sich auch andere Pflanzen zunehmend in Deutschland aus. Darunter auch das Glaskraut, das das ganze Jahr blüht und dessen Pollen starke Allergene enthält. (paw)
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