Neuer Macan auf PPE-Plattform

Porsche setzt auf Elektroautos: 911 bleibt Ausnahme

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Porsche setzt in Zukunft voll auf Elektroautos, und das auch im Motorsport. Nur der 911 darf seinen Verbrenner behalten, solange es geht.

Dass nur Verbrenner emotional sein sollen, will Porsche partout nicht gelten lassen. Der Sportwagenbauer ist gerade sehr aktiv, um neue Elektroautos marktreif zu machen. Porsches Motorsportabteilung hat den neuen Formel E-Renner 99X Electric Gen3 leichter gemacht als das Exemplar der vergangenen Generation. Zudem wurde die Batterie modifiziert. Das so gewonnene Know-how fließt in die Serienentwicklung ein.

Die Verbesserung der Rekuperation zum Beispiel. Konnte die Vorgänger-Generation des Formel E-Autos noch mit 250 Kilowatt rückspeisen, sind es heute 600. Ein starker Bremsvorgang erzeugt also so viel Energie, als würde man mit 600 Kilowatt laden. So viel Ladeleistung bringt aktuell nicht einmal die stärkste Ladesäule.

Der Porsche 911 ist das bekannteste Sportwagenmodell des Autobauers aus Stuttgart-Zuffenhausen.

Porsche setzt auf Elektroautos: 911 als einzige Ausnahme

Einer der zentralen Aufgaben ist es, E-Maschinen zu entwickeln, die möglichst lange viel Leistung abgegeben können. Auch das Umschalten zwischen Reibbremse und Rekuperation gehört Herausforderungen. Während es im Sportwagenbereich ruhig mal ruppiger zugehen kann, ist in der Serie eine möglichst sanfte Regelung erforderlich. Um eine hohe Dauerleistung zu erzielen, sind Wissen und Erfahrung beim Thema Kühlperformance und Know-how in der Batterieentwicklung von Bedeutung. Kenntnisse über die Zellchemie spielen hier eine große Rolle. 

Elektroautos: Die zehn beliebtesten Modelle in Deutschland

BMW i3
Platz 10: BMW i3. Schon seit 2013 auf dem Markt, und immer noch recht beliebt: 12.178 BMW i3 wurden 2021 neu zugelassen. Trotzdem läuft die Produktion des City-Stromers mit knapp 300 Kilometern Reichweite nach insgesamt 250.000 Einheiten dieses Jahr ohne Nachfolger aus. Preis: ab 39.000 Euro. © BMW
Fiat 500
Platz 9: Fiat 500. Das aktuelle Modell des Kleinstwagens, auch als Fiat 500e oder Fiat 500 Elektro bezeichnet, wird ausschließlich als E-Auto angeboten. 2021 fand er 12.516 Kunden. Je nach Akku-Größe schafft der kleine, aber charakterstarke Cityflitzer aus dem Stellantis-Konzern 190 bis über 300 Kilometer. Preis: ab 26.790 Euro. © Fiat/Stellantis
VW ID.5
Platz 8: VW ID.4. Die Crossover-Variante des braven Grundmodells ID.3 mit größerem Innenraum und etwas Off-Road-Fähigkeit wurde im vergangenen Jahr 12.734 mal zugelassen. Die Reichweite der Top-Version gibt VW reichlich optimistisch mit 518 Kilometern an. Preis: Ab 46.515 Euro. © Ingo Barenschee/VW
Skoda Enyaq iV
Platz 7: Škoda Enyaq iV. Der technische Ableger des VW ID.3 und ID.4 auf der MEB-Plattform ist mit 4,65 Metern etwas länger, und erfüllt somit das übliche Marken-Image als Alternative für die Familie. 13.026 Käufer und Leasingnehmer überzeugte das E-SUV mit offiziell bis zu 500 Kilometern Reichweite. Preis: ab 46.515 Euro. © Skoda Auto a.s.
Hyundai Kona Elektro
Platz 6: Hyundai Kona Elektro. Im Gegensatz zum neuen Ioniq 5 bietet Hyundai den seit Kona mit verschiedenen Antriebsversionen an, das seit 2018 verkaufte Elektroauto brachte es auf 17.240 Neuzulassungen. Die Motoren leisten 136 oder 204 PS, die Reichweite beträgt maximal 484 Kilometer. Preis: ab 35.650 Euro.  © Hyundai
Smart EQ fortwo Edition Bluedawn smart EQ fortwo edition bluedawn: stylish and electrifying eye-catcher
Platz 5: Smart EQ Fortwo. Wie beim BMW i3 ist auch das Ende des Elektrozwergs besiegelt. Künftig kommen die Elektroautos aus China und als größere SUV daher. Das Original fand trotz seiner mickerigen Reichweite von offiziell 153 Kilometer noch 17.413 Abnehmer. Preis: ab 21.940 Euro. © Mercedes-Benz AG
Renault Zoe
Platz 4: Renault Zoe. Beim Crashtest versagte die aktuelle Version des französischen City-Stromers (null Sterne!), aber mit 24.736 Neuzulassungen war er hierzulande durchaus beliebt. Dank bis zu 395 Kilometern maximaler Reichweite eignet er sich auch für längere Trips. Preis: ab 33.140 Euro. © Renault
VW ID.3
Platz 3: VW ID.3. Das Grundmodell des „Modularen E-Antriebs-Baukastens“ des VW-Konzerns gilt längst als elektrischer VW Golf, auch wenn sich manch Stromer-Fan einen etwas aufregenderen Auftritt gewünscht hätte. Europaweit brachte es der ID.3 mit seinen offiziell bis zu 553 Kilometern Reichweite schon auf über 100.000 Verkäufe, auf Deutschland entfielen 26.693 Zulassungen. Preis: ab 36.960 Euro. © VW
VW e-Up
Platz 2: VW e-Up. Seine große Beliebtheit führt zu seinem größten Nachteil: Immer wieder ist der kleine, 30.797 mal zugelassene Stromer ausverkauft, was letztendlich auch zu einer kräftigen Preissteigerung führte. Bis zu 260 Kilometer Reichweite gehen für diese Größe ok. Preis: ab 26.895 Euro. © VW
Tesla Model 3
Platz 1: Tesla Model 3. Das Einstiegsmodell des Elektroauto-Pioniers sicherte sich mit 35.262 Neuzulassungen klar die Pole-Position, und schaffe es wochenweise sogar an die Spitze der Gesamt-Charts aller Pkw. Die Reichweite beträgt laut Werksangabe bis zu 547 Kilometer. Preis: ab 52.965 Euro. © Tesla

Eine erste Mitfahrt im Prototypen Cayman GT4 e-Performance zeigt, wohin die Reise geht. Der Racer ist ein kleiner Vorgeschmack auf das, was die Kunden Mitte dieses Jahrzehnts erwarten dürfte. Die beiden E-Maschinen des zum großen Teil aus Naturfaserverbundwerkstoffen gefertigten Rennsport-Prototypen im GT4 Clubsport-Kleid leisten bis zu 800 kW/1.088 PS und können etwa eine halbe Stunde lang 450 kW/612 PS abgeben. 

Porsche setzt auf Elektroautos: Elektro-Rennauto lässt sich in 15 Minuten auf 80 Prozent laden

Vor der Taxifahrt heißt es erst einmal: In den Rennanzug quetschen und ein bisschen Sport machen — denn, um in den Racer zu gelangen, muss man mit vollem Körpereinsatz erst die Hürde des aufwändigen Käfigs nehmen. Und dann folgt ja noch die Anschnallprozedur mit dem Fünfpunktgurt. Dann kommt der Part von Porsche Cup-Rennfahrer Klaus Bachler, der sich auch im elektrischen Prototypen wohlfühlt.

Kurz den Daumen heben, es kann losgehen. Und dann schiebt das in der Elektrokonstellation erstmals als Allradler antretende Rennsportcoupé derart eindrucksvoll an, dass man über den fehlenden Sound zumindest im Moment der Aktion gar nicht mehr nachzudenken in der Lage ist. Schnell soll hier auch das Laden sein: Dank 900 Volt-Architektur lässt sich die Batterie mit 65 kWh Nettokapazität binnen 15 Minuten von fünf auf 80 Prozent Ladestand bringen — ein durchaus realistischer Ausblick auf künftige Serienfahrzeuge. Die Technik unter dem Chassis, das vom 718 GT4 stammt, teilt sich der Prototyp mit dem Porsche Mission R.

Porsche setzt auf Elektroautos: Neuer Macan kommt auf PPE-Plattform

Für die Serie hat Porsche den nächsten BEV in der Pipeline. Die Ingenieure arbeiten gerade mit vollem Elan am ersten Elektroauto, das auf der konzernweit eingesetzten PPE-Plattform entsteht: dem künftigen Porsche Macan. Einen kleinen Spoiler lässt die Porsche-Truppe schon zu. Unter dem Blech des Ende 2023 debütierenden Mittelklasse-SUV werden permanenterregte Synchronmotoren stecken, die bis zu 450 kW/612 PS und in der Topversion über 1.000 Drehmoment leisten werden. Als Stromspeicher dienen aus jeweils zwölf Modulen bestehende 100 kWh-Batterien.

Analog zur aktuellen J1-Architektur, auf der auch der Porsche Taycan basiert, wird die PPE (Premium Platform Electric) ebenfalls über ein 800 Volt-Spannungsnetz verfügen. Auf diese Weise lassen sich 270 Kilowatt Ladeleistung realisieren, um den Akku binnen 25 Minuten von fünf auf 80 Prozent Ladestand zu bringen. 

Porsche setzt auf Elektroautos: 911 soll so lange wie möglich als Verbrenner verkauft werden

Ein echter Porsche soll der Macan auch bezüglich seiner Höchstgeschwindigkeit werden. Tempi weit jenseits der 200 km/h-Grenze sollen auf dem Plan stehen. Auf die BEV-typische Abriegelung wird verzichtet. Für die nötige Querperformance sorgen Features wie aktives Fahrwerk und Allradlenkung mit bis zu fünf Grad Lenkwinkel hinten. Außerdem bleibt der Antrieb hecklastig, mit 52 Prozent Leistung auf der Hinterachse.

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Die Macan-Kunden, die dafür noch nicht bereit sind und stattdessen weiterhin auf Verbrenner setzen, dürfen den parallel angebotenen alten Macan noch eine ganze Weile lang kaufen. Dennoch ist sich der Konzern sicher, dass die Auslieferungen bis zum Jahr 2030 immerhin zu 80 Prozent auf batterieelektrische Produkte entfallen. Nur den Klassiker Porsche 911 werden die Schwaben auch in der Zukunft so lange mit Verbrennern antreiben, wie es die Gesetzeslage irgend möglich erlaubt. In diesem Segment scheint der Maschinenton wohl doch die Musik zu machen. (Patrick Broich/SP-X)

Rubriklistenbild: © STEFAN BOGNER/Porsche AG

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