65 Prozent teurer

Preis-Hammer im Supermarkt: Für diese Produkte müssen Kunden mehr bezahlen

  • schließen

Die Inflation bleibt stabil, doch beim Blick auf die Preisschilder im Supermarkt wird klar: Viele Lebensmittel kosten spürbar mehr als im Vorjahr.

München – Entlastung an der Zapfsäule, Frust an der Kasse: Während die Energiepreise zuletzt weiter nachgelassen haben, steigen die Lebensmittelpreise an. Laut Statistischem Bundesamt zahlten Verbraucher im Mai 2025 für Strom, Gas und Heizöl 4,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Grund sind unter anderem die sinkenden Rohölpreise. Diese Entwicklung wird auf die wirtschaftlichen Unsicherheiten infolge des Handelskriegs unter US-Präsident Donald Trump zurückgeführt.

Trotz dieser Entlastung beim Energieverbrauch bleibt der Einkauf im Supermarkt ein teures Unterfangen. Zwar ist die allgemeine Inflationsrate stabil geblieben, doch davon ist in den Regalen wenig zu spüren. Der Verbraucherzentrale zufolge sind die Preise für Lebensmittel heute im Schnitt 30 Prozent höher als 2021. Besonders ärgerlich wird es, wenn ein eigentlich günstiger Alltagsklassiker plötzlich zur kostspieligen Überraschung wird – so wie jetzt bei einem beliebten Produkt.

Frust im Supermarkt: Preis-Hammer schlägt sich vor allem auf einem Produkt nieder

Nach Informationen von t-online.de ist die größte Preissteigerung bei Kartoffeln zu verzeichnen. Die Redaktion vergleicht regelmäßig ausgewählte Produkte der Supermarktkette Rewe. Die traurige Bilanz: Während der Zwei-Kilogramm-Sack Kartoffeln im April 2025 noch 2,29 Euro kostete, stieg der Preis im Mai 2025 auf 3,79 Euro – ein Anstieg von satten 65,5 Prozent. Demnach ist auch die Tafel Schokolade der beliebten Marke Ritter Sport um rund 5,3 Prozent teurer geworden.

Die Kartoffel-Krise macht sich nicht nur im deutschen Einzelhandel bemerkbar, sondern hat inzwischen auch eine politische Dimension erreicht. In einer Live-Übertragung im Fernsehen räumte Russlands Präsident Wladimir Putin einen Kartoffelmangel ein. Auch Belarus schlägt Alarm.

Wer aktuell durch den Supermarkt schlendert, muss mit der ein oder anderen unangenehmen Preisüberraschung rechnen. (Symbolbild)

Unerfreuliche Preise im Supermarkt – besonders Obst und Gemüse betroffen

Andere Gemüsesorten bleiben von dem Preis-Hammer nicht verschont: Im März waren Paprika 34,5 Prozent teurer als im Vorjahresmonat. Die deutschen Großmarktpreise für rote Schoten lagen Anfang April bei mehr als 3,50 Euro pro Kilo. Laut der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) sorgt eine angespannte Marktlage für den Preisanstieg – unter anderem wegen wetterbedingter Ernteausfälle in Spanien. Hohe Feuchtigkeit beeinträchtigte zudem die Qualität.

Generell müssen Verbraucher für Obst und Gemüse derzeit mehr blechen. Gurken verteuerten sich um 23,7 Prozent, Tomaten um 19,9 Prozent, berichtet die AMI. Bei Obst sind es vor allem Beeren wie Erdbeeren, Himbeeren oder Stachelbeeren, die spürbar teurer geworden sind – hier liegt der Preisanstieg im Schnitt bei 23,7 Prozent. Demnach sei besonders bei Himbeeren das Angebot zuletzt knapp gewesen, da die kühlere Witterung die Saison beeinflusst und die Reife verzögert habe.

Lebensmittelpreise steigen, trotz stabiler Inflation: Das ist der Grund

Zudem müssen Verbraucher bei Produkten wie Butter (23,3 Prozent) und Fruchtsäften (18,7 Prozent) spürbar tiefer in die Tasche greifen. Der Preis für Butter war im Herbst auf ein Rekordhoch gestiegen, im Februar sank er wieder. Gleichzeitig gibt es aber auch einige erfreuliche Ausreißer nach unten: So lag der Zuckerpreis laut Statistischem Bundesamt im März rund 26,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Zwiebeln, Knoblauch und ähnliche Produkte verbilligten sich deutlich um 12,7 Prozent.

Doch warum steigen die Preise überhaupt so stark, obwohl die Inflationsrate laut Statistik stabil geblieben ist? Die Verbraucherzentrale nennt mehrere Ursachen: Neben extremen Wetterbedingungen durch den Klimawandel erschweren gestiegene Ausgaben für Energie, Düngemittel und Tierfutter die landwirtschaftliche Produktion. Hinzu kommen höhere Lohnkosten, etwa durch den gestiegenen Mindestlohn und fehlende Arbeitskräfte. (cln/dpa/AFP)

Rubriklistenbild: © Martin Wagner/Imago

Kommentare