VonVolker Pfauschließen
Mazda hat dem 3 ein Facelift verpasst. Vor allem der Innenraum wurde modernisiert. Besonders erfreulich: Es gibt Knöpfe!
Seit inzwischen fünf Jahren ist der Mazda 3 auf dem Markt. Grund genug für den Hersteller, ihn jüngst vor allem im Innern zu überarbeiten. Wir fuhren den Kompaktwagen mit dem 186 PS starken 2,0-Liter-e-Skyactivmotor in der Ausstattung Exclusive Line.
Modernes Cockpit ohne modischen Schnickschnack
Bei den Verbesserungen im Cockpit hat Mazda nichts am praktischen Dreh-Drück-Steller auf Mittelkonsole verändert, die diversen Tasten am Armaturenbrett belassen und der Versuchung widerstanden, das Cockpit mit modischem Schnickschnack zu füllen. Das haptische Erlebnis bleibt, die Bedienung fällt leicht. Erfreulich ist auch, dass die akustische Geschwindigkeitswarnung recht einfach abschaltbar ist. Damit man nicht zu schnell unterwegs ist, reicht nämlich ein Blick auf die Anzeige im Tacho, die bei einem Tempolimit an der entsprechenden Stelle im Tacho-Rund einen roten Strich zieht.
Der Motor wirkt, trotzt der recht üppigen Leistung etwas brummig und braucht ein paar Drehzahlen, um flotter auf Trab zu kommen. Das maximale Drehmoment von 240 Nm ist bei 4000 U/min erreicht. Alternativ kann man natürlich den Sport-Modus wählen, in dem es zügiger zu Werke geht. Auch in dieser Antriebsvariante des Mazda 3 kommt das Mazda M Hybrid System zum Einsatz. Es nutzt die beim Verzögern gewonnene Energie, um den Verbrennungsmotor beim Beschleunigen zu unterstützen und Kraftstoff zu sparen.
Bis zu 216 km/h schnell - aber lieber nicht als Dauertempo
Bei den Fahrleistungen sorgt der Mazda 3 für eine Überraschung: Satte 216 km/h sind als Höchstgeschwindigkeit eingetragen. Das ist viel für den gerade mal 1434 Kilogramm leichten Japaner. Deswegen probierten wir das mal aus. Als Dauertempo ist das allerdings deutlich zu anstrengend. Ansonsten waren wir durchweg langsamer und entsprechend entspannter unterwegs.
Die alltäglichen Transportaufgaben erfüllt der Mazda 3 ordentlich. Vorne ist für zwei Erwachsene viel Platz, hinten sollte man dagegen nicht allzu großen Langstreckenkomfort erwarten. In den Kofferraum mit der bauartbedingten eher kleinen Kofferraumklappe passen 351 Liter, bei umgeklappter Rückbank sind es 1026 Liter. Beim Laden schwerer Güter stört die 75 Zentimeter hohe Ladekante, hinter der es dann wieder rund 20 Zentimeter ins Innere hinuntergeht. Die erlaubte Zuladung von 576 Kilogramm sollte man aber tunlichst nicht überschreiten, sonst drohen saftige Bußgelder.
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Ein sehr praktisches und in dieser Fahrzeugklasse eher unübliches Detail sind die Waschdüsen, die sich auf den Wischerarmen befinden, sodass das auf die Scheibe gesprühte Wasser direkt weggewischt wird. Diesen Service bieten eigentlich nur Autos höherwertiger Klassen.
Navigationssystem mit wenig zuverlässigen Angaben
Nicht so richtig auf der Höhe der Zeit war dagegen das Navigationsgerät in unserem Mazda 3. Es zeigte schon mal kilometerlange Staus auf der gewählten Strecke an, wo wir stattdessen kurz darauf mit Tempo 130 fahren konnten. Zudem schlug es uns mehrmals Routen vor, die auf der Autobahn direkt in kilometerlange Staus geführt hätten. In einem Fall war sogar ein Streckenabschnitt komplett gesperrter.
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Der Mazda 3 ist kein Sonderangebot, aber sein Geld wert
Bei unseren Fahrten ermittelten wir im Durchschnitt einen Verbrauch von 6,6 Litern auf 100 Kilometer. Das ist ein ordentlicher Wert angesichts des Potenzials des Wagens. Der Preis der von uns gefahrenen Version beträgt 31.490 Euro. Zu den erwähnenswerten Ausstattungsdetails gehören Head-up-Display, Lenkrad- und Sitzheizung, Licht- und Regensensor sowie das Matrix-LED-Lichtsystem, das im 1.100 Euro teuren Design-Paket enthalten ist. Der kompakte Mazda ist also nicht gerade ein Sonderangebot. Aber wer meint, Geld sparen zu können, indem er auf den Wechsel von Winter- auf Sommerreifen verzichtet, der spart am falschen Fleck!
Fazit: Warum der Mazda 3 nicht an mehr Straßenecken steht, ist uns verborgen geblieben, denn er hat eigentlich alles, was ein Kompaktwagen braucht und dazu noch einiges mehr an sinnvoller Ausstattung – und das alles zu einem akzeptablen Preis. Viel auffälliger ist dagegen der Mazda MX-30. Der kompakte elektrische Crossover mit Range Extender und den unkonventionellen, weil gegenläufigen Türen kostet ab 35 990 Euro.
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