Bis zu 40 Prozent teurer?

Preisexplosion bei Edeka und Rossmann droht für viele Produkte: Hersteller-Riese stellt Forderungen

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Nach langem Warten will nun auch der Konsumgüterhersteller P&G seine Preise anheben. Bis zu 40 Prozent könnten Verbraucher bald mehr zahlen müssen.

München - Bei Edeka und Rossmann stehen Kunden zuletzt häufiger vor gähnend leeren Regale. Erste Lieferprobleme begannen bereits während der Corona-Pandemie. Nun treibt auch der russische Angriffskrieg auf die Ukraine Energie- und Lebensmittelkosten in die Höhe. Zwischen dem Supermarkt und der Drogerie sowie dem Konsumgüterkonzern Procter & Gamble (P&G) herrscht daher aktuell ein erbitterter Preiskampf.

P&G schränkt Lieferungen ein: drohende Preisexplosion

Sowohl Edeka als auch Rossmann bieten eine große Auswahl an P&G-Produkten an. Der Supermarkt macht mit den Produkten des amerikanischen Konzerns laut Lebensmittelzeitung (LZ) jedes Jahr mehrere hundert Millionen Euro Umsatz. Besonders bei Drogerie-Produkten setzt die Supermarkt-Kette stark auf P&G: Elektrische Zahnbürsten von Oral-B, Windeln von Pampers, Waschmittel von Lenor und zahlreiche weitere Produkte machen den Konsumgüterkonzern für Edeka unverzichtbar.

Wie das Branchenblatt nun berichtete, hat P&G seine Lieferungen an Edeka stark eingeschränkt. So seien unter anderem Produkte der Marken Ariel, Meister Proper und Fairy bereits aus den Supermarkt-Regalen verschwunden. Nach Nestlé ist P&G der zweitgrößte Konsumgüterhersteller der Welt. Weitere Tochterfirmen des Unternehmens sind unter anderem Head & Shoulders, Braun, Ariel, Wick und Meister Proper.

Procter & Gamble

Gründung: 1837

Hauptsitz: Cincinnati im US-Bundesstaat Ohio

Umsatz 2022: 80 Milliarden US-Dollar

in 70 Ländern aktiv

CEO: Jon R. Moeller

Bis zu 40 Prozent teurer: P&G will Preise deutlich erhöhen

Procter und Gamble hatte zunächst lange auf Preiserhöhungen verzichtet. Womöglich, um zusätzliche Marktanteile gewinnen zu können. Nun werde jedoch auch P&G die Preise anpassen, so der Konzern gegenüber der LZ. Einen einseitigen Lieferstopp von Seiten P&Gs dementierte das Unternehmen allerdings.

Nach dem langen Warten will P&G die Preise nun aber drastisch anziehen: Um bis zu 40 Prozent sollen Produkte teurer werden, berichtete das Branchenblatt unter Berufung auf Experten. Edeka und Rossmann sind aber wohl nicht bereit, diese Änderungen hinzunehmen oder die erhöhten Preise an ihre Kunden weiterzugeben. Edeka lieferte sich schon in den vergangenen Monaten immer wieder erbitterte Preiskämpfe mit seinen Lieferanten. - Zuletzt eskalierte auch der Streit mit Coca-Cola. (mlh)

Rubriklistenbild: © imago/Simon Adomat

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