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„Problematisch“: Stiftung Warentest prüft Selbstbräuner und übt deutliche Kritik

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Stiftung Warentest hat 20 Selbstbräuner auf ihre Qualität und Wirkung getestet. Ein Dermatologe sieht ein häufiges Produkt-Detail kritisch.

München – Hautbräunung ohne schädliche Nebeneffekte? Statt sich in die Sonne zu legen, greifen viele Menschen auf Selbstbräuner zurück. Doch wie wirksam und gesund sind die Produkte wirklich? Stiftung Warentest hat 20 Selbstbräuner getestet und kommt insgesamt zu einem zufrieden stellenden Ergebnis, übt aber auch Kritik aus.

Unter den 20 getesteten Produkten, deren Ergebnisse Ende März veröffentlicht wurden, befanden sich verschiedene Selbstbräunungs-Produkte mit Preisen zwischen 0,98 und 23,30 Euro pro 100 Milliliter. Untersucht wurden teure Markenprodukte, aber auch günstige Eigenmarken von den Drogeriemärkten dm, Rossmann und Müller. Zudem testete Stiftung Warentest zwei Selbstbräuner von zertifizierten Naturkosmetika .

Günstige Eigenmarke, teure Luxus-Marke oder Naturkosmetik: Selbstbräuner im Test

„Knapp vorn liegt ein teurer Luxus-Selbst­bräuner“, zieht die Organisation ihr Fazit. Am besten schnitt damit das teuerste Produkt in der Testreihe ab, „St. Tropez Self Tan Classic Bronzing Mousse“ für stolze 23,30 Euro pro 100 Milliliter. Die Verbraucherorganisation gab dem Selbstbräuner die Note „2,0“ und damit die Führung unter der großen Auswahl an Lotionen, Tüchern und Mousse.

Dicht gefolgt auf Platz zwei befindet sich bereits ein weitaus rentableres Produkt. So schneidet mit fünf Euro pro 100 Milliliter auch das „St. Moriz Professional Transparentes Selbstbräunungsmousse“ mit der Note „2,1“ gut ab. Wer auf eine der günstigsten Optionen zurückgreifen will, dem empfiehlt Stiftung Warentest hingegen die „dm Sundance Teint Selbstbräunungs Milch“ für nur 0,98 Euro pro 100 Milliliter. Die Eigenmarke von dm schaffte es mit einer Bewertung von „2,4“ für ihren Selbstbräuner immerhin auf Platz sieben.

Selbstbräuner bei Stiftung Warentest: Das sind die Testsieger

ProduktnameNotePreis pro 100 Milliliter/pro Tuch
St. Tropez Self Tan Classic Bronzing Mousse2,023,30 Euro
St. Moriz Professional Transparentes Selbstbräunungsmousse2,15,00 Euro
b.tan love at first tan 2,25,00 Euro
Hawaiian Tropic Sunless Tan Self-Tanning Foam Light/Medium2,26,65 Euro
Ein wirksamer Selbstbräuner muss nicht unbedingt teuer sein.

Auf Platz neun von 20 folgt unterdessen der erste natürliche Selbstbräuner. „SoLavera Naturkosmetik Selbstbräunungslotion“ heißt eines der Naturkosmetik-Produkte und erreichte die Note „2,5“. Deutlich schlechter schnitt hingegen die „Rossmann Alterra Naturkosmetik Selbstbräunungslotion“ ab. Mit einer „ausreichenden“ Note von „3,8“ ist die Lotion das am schlechtesten bewertete Produkt von den insgesamt 20.

Diese Selbstbräuner schneiden bei Stiftung Warentest am schlechtesten ab:

ProduktnameNotePreis pro 100 Milliliter
Garnier Ambre Solaire Natural Bronzer Selbstbräunungs-Tuch3,00,95 Euro
Müller Lavozon Pflegendes Selbstbräunungstuch 3,00,35 Euro
Rituals The Ritual Of Karma Self Tanning Body Lotion3,814,00 Euro
Rossmann Alterra Naturkosmetik Selbstbräunungslotion3,82,00 Euro

Selbstbräuner: Stiftung Warentest kritisiert fehlende Kennzeichnung eines Inhaltsstoffes

Auffällig bei den Tests durch Stiftung Warentest ist dabei, dass keiner der Produkte hinsichtlich des Kriteriums „Deklaration und Wer­beaus­sagen“ eine bessere Note als „befriedigend“ erhalten hat. Das erklärt die Organisation durch den Inhaltsstoff Dihydroxyaceton (DHA), der in Selbstbräunern für die Tönung der Haut sorgt. „Vor allem DHA hat eine kritische Eigenschaft: Es spaltet Form­aldehyd ab“, erklärte Stiftung Warentest.

Formaldehyd kann unter Umständen gesundheitsgefährdend sein, wie zum Beispiel das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) auf ihrer Website erklärt. „Abhängig von der angebotenen Formaldehydmenge führt der Stoff am Eintrittsort zu Reizungen oder Verätzungen. [...] Zusätzlich kann bei bestehender Formaldehyd-Allergie eine Kurzatmigkeit und eine Verengung der Luftwege auftreten.“ Weiter teilt das LGL mit, dass größere Mengen an Formaldehyd möglicherweise das Erbgut verändern und Krebs erzeugen könnten.

Formaldehyd selbst darf laut der EU-weit geltenden Kosmetik­ver­ordnung bei Kosmetikprodukten nicht aktiv als Inhaltsstoff hinzugefügt werden. Es kann in Selbstbräunern jedoch durch die Abspaltung von DHA in kleinen Mengen entstehen. Die Verbraucherorganisation Stiftung Warentest kritisiert deshalb besonders aus Allergie-Gründen eine fehlende Kennzeichnung bei allen untersuchten Produkten und sprach mit dem Dermatologen Acel Schnuch über das Thema. „Meiner Meinung nach müssten die Anbieter diesen Hinweis auch auf den Verpackungen von Selbst­bräunern geben – im Interesse der von einer Kontaktal­lergie betroffenen Menschen“, sagte Schnuch. (nz)

Rubriklistenbild: © Petra Schneider/Imago

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