Wie der Geist den Körper beeinflusst

Psychische Gesundheit: Glückliche Menschen sind eher gesund, wie Studienergebnisse zeigen

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Zufriedenheit und Glück im Leben wünschen sich alle. Dass ein Glücksgefühl auch für den Körper gesund ist, zeigen Studienergebnisse.

Gesundheit und Glück gehen Hand in Hand. Dass gesunde Menschen nämlich nicht nur glücklicher, sondern glückliche Menschen auch gesünder sind, kann eine US-amerikanische Studie, die in der Fachzeitschrift Psychological Science veröffentlicht wurde, nachweisen. Die glücklichen Menschen sind im Durchschnitt seltener krank und fallen im Job auch seltener aus. Bestimmte Eigenschaften und eine positive Lebensweise kann das Glücksgefühl stärken und sogar gegen Depressionen und Ängste helfen.

Glücksgefühl beeinflusst die Psyche und den Körper

Laut Studie sind glückliche Menschen eher körperlich gesund. (Symbolbild)

Gründe, warum ein Mensch glücklich ist, gibt es viele: Familie, Partnerschaft, Beruf, Besitztum oder auch körperliche und geistige Fitness. In Dänemark hat das Glück so einen großen Stellenwert, dass die Dänen sogar gemäß einer eigenen Formel danach leben. Für viele Menschen mag beispielsweise Kinderkriegen ein besonderes Glück bedeuten, während Nachwuchs für andere kein Mittel zum Glücklichsein darstellt.

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Psychische Gesundheit stärken: Zehn Tipps, die Balsam für die Psyche sind

Eine Frau hält ein Fernglas in der Hand.
Offenheit und Neugierde für neue Erlebnisse schaffen nicht nur Abwechslung im Leben, sondern regen auch die Lebensgeister an. Wer seiner Seele etwas Gutes tun möchte, bleibt dem Leben gegenüber deshalb neugierig und sorgt immer wieder für neue Herausforderungen und Erfahrungen. © Vasily Pindyurin/IMAGO
Eine Frau sitzt im Schneidersitz im Gras und meditiert.
Um Ihre psychische Gesundheit zu stärken, sorgen Sie für genügend Entspannung in Ihrem Leben. Dabei gibt es verschiedene Techniken, wie zum Beispiel Meditation oder Yoga, die Sie hier unterstützen können. Finden Sie die für Sie passende Entspannungsmethode und lassen Sie einfach mal los. © Daniel Ingold/IMAGO
Eine Frau sitzt an einem Schreibtisch und stützt ihren Kopf auf ihre Hände.
Stress und Überlastung im Job können Gift für die psychische Gesundheit sein. Achten Sie deshalb darauf, dass Sie, wenn möglich, im beruflichen Alltag immer wieder kleine Pausen einlegen. Gehen Sie ein paar Schritte, atmen Sie tief ein oder aus oder schauen Sie einfach mal ein paar Minuten aus dem Fenster. Das wird Ihren Körper und Ihren Geist entspannen. © Rainer Berg/IMAGO
Eine Seniorin und ein junger Mann spielen zusammen Karten.
Wer anderen hilft, tut auch sich selbst etwas Gutes. Denn soziales Engagement fördert die Selbstwertschätzung und damit gleichzeitig die psychische Gesundheit. Seien Sie ehrenamtlich tätig und unterstützen Sie beispielsweise Senioren in ihrem Alltag. © Maskot/IMAGO
Freunde sitzen zusammen an einem Tisch.
Einsamkeit wirkt sich negativ auf die Psyche aus. Soziale Beziehungen und Freundschaften gehören zu einem guten Leben dazu. Deshalb sollten Sie diese pflegen und sich regelmäßig bewusst Zeit für Freunde und Familie nehmen. Wer zum Beispiel neu in einer Stadt ist und vor Ort noch keine Bekanntschaften hat, kann sich beispielsweise Vereinen oder Nachbarschaftstreffs anschließen, um Menschen kennenzulernen.  © IMAGO/Maskot
Eine Frau hält ein Bild in ihren Händen.
Malen, Zeichnen oder Schreiben: Künstlerisch oder kreativ tätig zu sein, wirkt sich bei vielen Menschen positiv auf ihre Stimmung und ihr Wohlbefinden aus. Greifen Sie deshalb gerne mal zu Pinsel und Farbe und toben Sie sich auf einer Leinwand aus.  © Emma Innocenti/IMAGO
Eine Frau umarmt einen Mann
Vermeidung ist keine gute Strategie, um Problemen aus dem Weg zu gehen. Anstatt sie zu verdrängen, holen Sie sich Unterstützung von anderen. Tauschen Sie sich zum Beispiel mit guten Freunden aus. Oder nehmen Sie eine Beratungsstelle in Anspruch, um Probleme anzugehen und Lösungen zu finden. Sich Hilfe zu holen, ist keineswegs ein Zeichen von Schwäche. Im Gegenteil: Sie beweisen damit Mut und Ehrlichkeit. © Maskot/IMAGO
Frau hält eine Tasse in der Hand und lacht.
Um sich wohlzufühlen, ist es wichtig, dass man seine ganz eigenen Bedürfnisse kennt. Trainieren Sie sich deshalb in Achtsamkeit sich selbst gegenüber. Nehmen Sie sich öfters Zeit nur für sich. Es empfiehlt sich dafür, das Handy einmal auszuschalten, um nicht gestört zu werden. Außerdem besteht dann weniger die Gefahr, dass man sich ablenken lässt. © "AntonioGuillem"/Imago
Eine Person trainiert an einem Sportgerät.
Sport kann ein guter Ausgleich zur Arbeit sein. Nebenbei macht er sogar noch glücklich. Schließlich schüttet der Körper Endorphine aus, bei denen es sich um die bekannten Glückshormone handelt. Dabei muss man nicht gleich Leistungssport betreiben. Auch andere Formen von Bewegung, wie etwa ein täglicher Spaziergang, unterstützen das Wohlbefinden. © Uwe Umstätter/IMAGO
Eine Person hält ein Fahrrad und eine Tasche mit Gemüse.
Wer allgemein auf einen gesunden Lebensstil achtet, der kann seine psychische Gesundheit damit positiv beeinflussen. Neben einer guten Ernährung gehören beispielsweise ein geregelter Tagesablauf, ausreichend Bewegung und genügend Schlaf und Erholung dazu. Außerdem sollten Sie auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum verzichten. © IMAGO/David Munoz

Im Rahmen der US-amerikanischen Studie am Institut für Psychologie der Universität Georgetown startete Dr. Kostadin Kushlev über einen Zeitraum von sechs Monaten mit anderen Wissenschaftlern der Universität Virginia und der Universität British Columbia ein spannendes Experiment. Dafür untersuchten er und sein Team 155 Erwachsene unterschiedlichen Geschlechts und Berufs im Alter von 25 bis 75 Jahren. Ziel war es, herauszufinden, wie sich ein besseres subjektives Wohlbefinden der Probanden auf ihre körperliche Gesundheit auswirkte – ohne, dass sie dafür in irgendeiner Form medizinisch behandelt wurden. Für die Untersuchung wurden die Personen nach dem Zufallsprinzip entweder einer ersten Gruppe mit zwölfwöchiger, psychologischer Therapie oder der Kontrollgruppe zugeteilt.

Glücksgefühl messen: Programm mit verschiedenen Aufgaben

Das Studienprogramm mit dem Namen „Enduring Happiness and Continued Self-Enhancement“ (ENHANCE) bestand aus wöchentlichen Modulen, die entweder von einem Mediziner geleitet oder individuell von den Probanden jeweils selbst über eine spezifische Online-Plattform durchgeführt werden konnten. Jedes Modul enthielt eine einstündige Aufgabe mit Informationen und Übungen, darunter beispielsweise geführte Meditation. „Alle Aktivitäten waren evidenzbasierte Instrumente zur Steigerung des subjektiven Wohlbefindens“, erklärt Dr. Kushlev in der Fachzeitschrift Psychological Science.

In den ersten drei Wochen des Programms sollten sich die Probanden der ersten Gruppe mit ihren persönlichen Werten, Stärken und Zielen auseinandersetzen. Die nächsten fünf Wochen konzentrierten sie sich auf die Achtsamkeit sowie Regulation ihrer Emotionen und negativer Denkmuster. In den letzten vier Wochen des Programms befassten sich die untersuchten Personen mit ihrem sozialen Selbst und erlernten Techniken, die Dankbarkeit und soziale Interaktion förderten.

Studie zeigt: Glücksgefühl führt auch körperlich zu mehr Wohlbefinden

Zum Abschluss des Programms erhielten die Teilnehmer individuelle Auswertungen und Empfehlungen, welche Module ihr Glück am nachhaltigsten verbessern würden. Drei Monate nach Beendigung der Studie untersuchten die Forscher die Teilnehmer erneut, um ihr Wohlbefinden und ihre Gesundheit zu bewerten. Diese berichteten nicht nur über ein zunehmendes subjektives Wohlbefinden. Sie fielen krankheitsbedingt auch weniger aus als vergleichsweise die Kontrollgruppe mit den weniger glücklichen Probanden.

„Obwohl frühere Studien gezeigt haben, dass glücklichere Menschen tendenziell eine bessere kardiovaskuläre Gesundheit und ein besseres Immunsystem haben als ihre weniger glücklichen Kollegen, gilt unsere Forschung als eine der ersten randomisierten kontrollierten Studien, die darauf hindeutet, dass die Steigerung des psychischen Wohlbefindens selbst von allgemein gesunden Erwachsenen Vorteile für ihre körperliche Gesundheit haben kann“, sagt Dr. Kushlev abschließend.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Pau Novell/Imago

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