Taschentücher sparen

Nase putzen oder den Nasenschleim hochziehen? Gesünder soll letztere Angewohnheit sein

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Wenn die Nase läuft, greifen die meisten zum Taschentuch. Doch eine andere Herangehensweise soll sich besser eignen. Diese wird von vielen allerdings als eklig angesehen.

Zählen Sie zu den Nasen-Putzern? Dann greifen Sie immer zum Taschentuch, wenn die Nase läuft. Doch es gibt auch diejenigen, die den in Industrienationen sozial eher unerwünschten Weg gehen – und den Nasenschleim einfach lautstark durch die Nase hochziehen. Letztere Möglichkeit soll biologisch gesehen mehr Sinn ergeben.

Wenn die Nase läuft, wird von den einen zum Taschentuch gegriffen. Andere bevorzugen die Variante „Einfach hochziehen“.

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Risiko für Entzündungen und wunde Stellen reduzieren

Ein Argument, das gegen das Naseputzen spricht: Die empfindliche Haut der Nase reagiert gereizt und kann schmerzhaft wund werden. Wer dagegen den Nasenschleim einfach hochzieht, umgeht dieses Problem. Der Schleim landet auf diese Weise im Rachen und wandert durch die Speiseröhre in den Magen, wo ihn Magensäfte unschädlich machen.

Ein weiterer Vorteil, wenn Sie den Nasenschleim hochziehen: Es entsteht kein Druck in der Nase. Wenn wir ins Taschentuch tröten, kann dadurch mit Viren infizierter Nasenschleim in die Nasennebenhöhlen gelangen und dort eine Nasennebenhöhlenentzündung zur Folge haben.

Sechs Hausmittel aus Russland, Türkei und Norwegen: Husten, Schlafstörungen und Müdigkeit natürlich bekämpfen

Frau kauft im Supermarkt einen Wirsing
Bei Prellungen und Schwellungen können Kohlwickel Abhilfe schaffen. Das traditionelle Hausmittel aus der Schweiz setzt auf die Essenzen aus Wirsing oder Weißkohl, die entzündungshemmend wirken sollen. Dazu werden ein paar große, dunkelgrüne Bio-Kohlblätter mit einem Nudelholz oder einem ähnlichen Küchenutensil ausgerollt/sanft abgeklopft, bis der Saft aus den Blättern austritt. Im Anschluss wird das Blatt auf die betroffene Hautstelle gelegt, mit Frischhaltefolie und dann mit einem Stofftuch umwickelt. Am besten lassen Sie den Kohlwickel einige Stunden wirken und wiederholen den Vorgang täglich, bis die Schwellung abnimmt.  © Ute Grabowsky/Imago
Glas mit Tomatensaft
Tomaten, Knoblauch, Zitrone, Ingwer: Die Kombi, die in Italien bei Erkältungen eingesetzt wird. Die Mischung enthält viele Nährstoffe, Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente sowie ätherische Öle, die das Immunsystem beim Kampf gegen Viren und Bakterien unterstützen. Für die italienische Tomaten-Passata einfach rund 250 Gramm Tomaten kreuzweise einritzen und mit kochendem Wasser übergießen. Im Anschluss lassen sie sich gut häuten und durch ein Sieb drücken. Jetzt werden zwei Knoblauchzehen zerquetscht und mit dem Saft einer Zitrone vermengt. Nun ein paar Scheibchen Ingwer hinzufügen und alles im Mixer zerkleinern. Im Anschluss wird die Passata erwärmt.  © Nailia Schwarz/Imago
Ein Löffel voll mit ganzen Pfefferkörnern
Pfeffer verleiht Gerichten Schärfe und regt die Verdauung an. In der Türkei wird er außerdem als Hustenmittel eingesetzt. Seine wärmende Wirkung wird in Form von Pfefferwickeln mit Honig genutzt: Zwei Esslöffel Honig auf dem Rücken verteilen und frisch gemahlenen Pfeffer aufstreuen. Mit einem Handtuch bedeckt sollte man so ungefähr 15 Minuten ruhen, heißt es im Buch „Pfefferwickel, Kurkumamilch & Co. – Traditionelle Hausmittel aus aller Welt“. Der Honig soll die erkältungslindernde Wirkung des Pfeffers verstärken, da er antibiotisch und schleimlösend wirkt.  © Antonio Gravante/Imago
Lavendelöl in einem kleinen braunen Glasfläschchen
In Frankreich greifen einige Menschen zu Lavendeltinktur, wenn Schlafstörungen plagen. Die beruhigende Wirkung des Heilkrauts ist der Grund dafür, dass Lavendelessenzen in vielen Produkten gegen Ein- und Durchschlafprobleme enthalten sind. Selbst machen können Sie einen Schlummertrunk, indem Sie eine Hand voll getrockneter Lavendelblüten in ein Glas mit Schraubverschluss bröseln und 175 Milliliter Weinbrand aus der Apotheke und 75 Milliliter gefiltertes Wasser dazugeben. Wenn die Blüten bedeckt sind, wird das Glas verschlossen und ein paar Minuten durchgeschüttelt. Nach zwei Wochen an einem kühlen und dunklen Ort (alle zwei Tage muss das Fläschchen geschüttelt werden) ist die Tinktur fertig. Filtern Sie sie durch ein Baumwolltuch und trinken Sie einen halben Teelöffel vor dem Zubettgehen.  © matka/Imago
Ein Zweig Rosmarin (Salvia rosmarinus)
Rosmarin macht sich nicht nur gut im eigenen Garten oder auf dem Balkon: Das Heilkraut kommt in vielen Nationen wegen seiner antibakteriellen, durchblutungsfördernden und anregenden Wirkung zum Einsatz. In Norwegen wird eine Ingwer-Rosmarin-Tinktur mit Honig bei Kopfschmerzen angewendet. In Kombination entfalten die Inhaltsstoffe schmerzlindernde Wirkung: Ingwer kann bei Übelkeit helfen, Honig wird seit Jahrhunderten wegen der antibakteriellen und krampflösenden Wirkung geschätzt, Rosmarin regt die Durchblutung an, was Kopfschmerz lindern kann. So können Sie die Tinktur selbst herstellen: Wasser mit frisch geriebenem Ingwer aufkochen lassen und nach kurzer Abkühlungsphase gehackten Rosmarin zugeben. Nach erneutem Aufkochen rund zehn Minuten ziehen lassen, alles durch ein Sieb gießen und Honig nach Belieben hinzufügen.  © David & Micha Sheldon/Imago
Frau liegt auf einer Liege vor einem Fenster
Babuschkas Energiemilch: Ein russisches Hausmittel gegen Abgeschlagenheit und Schlappheit, das durch eine Vielzahl an wichtigen Mineralstoffen und Spurenelementen neue Energie bringen soll. Die Hauptzutat: Milch als Lieferant von Proteinen, Kalzium und Kalium. Zugegeben werden Honig, der antibakterielle Wirkung entfaltet und Butter, der Fett, Eiweiß und Mineralstoffe enthält. Zudem enthält das Glas Energiemilch noch ein Ei als Protein-Spender. Im Buch „Pfefferwickel, Kurkumamilch & Co. – Traditionelle Hausmittel aus aller Welt“ wird geraten, zuerst die Milch (rund 250 Milliliter) zu erwärmen und dann alle Zutaten (von Butter und Honig jeweils ein Esslöffel) gut darin zu verrühren.  © Pedro Merino/Imago

Nase mit Taschentuch putzen: Welchen Fehler Sie vermeiden sollten

Wer sich fürs Taschentuch entscheidet, sollte sich etwas zügeln und nicht mit voller Kraft hinein schnäuzen. Dasselbe gilt für das Hochziehen: Auch hier sollte behutsam vorgegangen werden, um die feinen Blutgefäße in der Nasenschleimhaut nicht zu strapazieren.

Im Internet polarisieren Tipps rund um das Thema „Naseputzen“. So zeigte ein Instagram-Post des Wissenschaftsportal quarks, dass die Meinungen zur Nasenhygiene auseinander gehen. So schrieb ein User: „Ich bin ja dafür, wir machen es wie die Fußballer, immer raus damit“. Ein anderer User schreibt: „Vom Schneuzen kriege ich eh nur Nasenbluten“. Es gibt aber auch Menschen, die ein Problem im Hochziehen sehen: „Hochziehen ist absoluter Mist. Der ganze Rotz setzt sich in die Nasennebenhöhle fest, entzündet sich ggf. Dann lieber raus damit!“

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Arman Zhenikeyev/Imago

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