Schrauben locker

Elektro-Desaster: Toyota kauft bZ4X von Kunden zurück

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Toyota verstolpert den Start ins Elektro-Zeitalter: Wegen Sicherheitsmängeln beim Akku-Modell bZ4X muss der Hersteller zu drastischen Maßnahmen greifen.

Mit dem Erfolgsmodell Prius wurde Toyota einst zum Vorreiter bei der Elektrifizierung per Hybrid-Antrieb. Doch danach verschlief der weltgrößte Autokonzern so ziemlich jede Entwicklung: Erst stieg man viel zu spät bei der beliebten Plug-in-Technik ein (deren Stern derzeit schon wieder rapide sinkt), dann setzte man bei Elektroautos statt auf Akkus auf Brennstoffzelle mit Wasserstoff – schaffte mit dem Toyota Mirai aber nicht mehr als einen wirtschaftlich unbedeutenden Achtungserfolg.

Elektro-Desaster: Toyota kauft bZ4X von Kunden zurück

Spät kündigten die Japaner dann doch an, auf zukunftsfähige BEV (Battery Electric Vehicle) umzuschwenken. Beim ersten Stromer der Marke Toyota vergaßen sie in der Hektik aber, sich eine wohlklingende Modellbezeichnung auszudenken. So rollte das SUV unter seinem Entwicklungs-Code auf die Straße, gegen den sogar die Namen südkoreanischer TV-Geräte schlank klingen.

Start mit Problemen: Der Toyota bZ4x. (Symbolbild)

Doch mit dem Marktstart des bZ4X begannen die Probleme erst so richtig. Denn der Wagen leidet offenbar unter einem sicherheitsrelevanten Qualitätsproblem. Angesichts der sprichwörtlich guten Verarbeitung bei Toyota (die indes nicht immer überzeugt, wie dieser ADAC-Test nahelegt), irritiert das durchaus einige Käufer.

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Elektro-Desaster: 2.700 Fahrzeuge haben eine Schraube locker

Weil Räder und Reifen nicht sicher sitzen, musste Toyota nämlich 2.700 Fahrzeuge zurückrufen, davon 2.200 in Europa (die Fahrzeuge deutscher Käufer sind allerdings noch nicht ausgeliefert). „Unter bestimmten Fahrbedingungen kann es nicht ausgeschlossen werden, dass sich Radnabenbolzen des Toyota bZ4X lösen“, erklärte der Hersteller: „Die Ursache des Problems und die Fahrmuster, bei denen dieses Problem auftreten könnte, werden noch untersucht.“

Elektroautos: Die zehn beliebtesten Modelle in Deutschland

BMW i3
Platz 10: BMW i3. Schon seit 2013 auf dem Markt, und immer noch recht beliebt: 12.178 BMW i3 wurden 2021 neu zugelassen. Trotzdem läuft die Produktion des City-Stromers mit knapp 300 Kilometern Reichweite nach insgesamt 250.000 Einheiten dieses Jahr ohne Nachfolger aus. Preis: ab 39.000 Euro. © BMW
Fiat 500
Platz 9: Fiat 500. Das aktuelle Modell des Kleinstwagens, auch als Fiat 500e oder Fiat 500 Elektro bezeichnet, wird ausschließlich als E-Auto angeboten. 2021 fand er 12.516 Kunden. Je nach Akku-Größe schafft der kleine, aber charakterstarke Cityflitzer aus dem Stellantis-Konzern 190 bis über 300 Kilometer. Preis: ab 26.790 Euro. © Fiat/Stellantis
VW ID.5
Platz 8: VW ID.4. Die Crossover-Variante des braven Grundmodells ID.3 mit größerem Innenraum und etwas Off-Road-Fähigkeit wurde im vergangenen Jahr 12.734 mal zugelassen. Die Reichweite der Top-Version gibt VW reichlich optimistisch mit 518 Kilometern an. Preis: Ab 46.515 Euro. © Ingo Barenschee/VW
Skoda Enyaq iV
Platz 7: Škoda Enyaq iV. Der technische Ableger des VW ID.3 und ID.4 auf der MEB-Plattform ist mit 4,65 Metern etwas länger, und erfüllt somit das übliche Marken-Image als Alternative für die Familie. 13.026 Käufer und Leasingnehmer überzeugte das E-SUV mit offiziell bis zu 500 Kilometern Reichweite. Preis: ab 46.515 Euro. © Skoda Auto a.s.
Hyundai Kona Elektro
Platz 6: Hyundai Kona Elektro. Im Gegensatz zum neuen Ioniq 5 bietet Hyundai den seit Kona mit verschiedenen Antriebsversionen an, das seit 2018 verkaufte Elektroauto brachte es auf 17.240 Neuzulassungen. Die Motoren leisten 136 oder 204 PS, die Reichweite beträgt maximal 484 Kilometer. Preis: ab 35.650 Euro.  © Hyundai
Smart EQ fortwo Edition Bluedawn smart EQ fortwo edition bluedawn: stylish and electrifying eye-catcher
Platz 5: Smart EQ Fortwo. Wie beim BMW i3 ist auch das Ende des Elektrozwergs besiegelt. Künftig kommen die Elektroautos aus China und als größere SUV daher. Das Original fand trotz seiner mickerigen Reichweite von offiziell 153 Kilometer noch 17.413 Abnehmer. Preis: ab 21.940 Euro. © Mercedes-Benz AG
Renault Zoe
Platz 4: Renault Zoe. Beim Crashtest versagte die aktuelle Version des französischen City-Stromers (null Sterne!), aber mit 24.736 Neuzulassungen war er hierzulande durchaus beliebt. Dank bis zu 395 Kilometern maximaler Reichweite eignet er sich auch für längere Trips. Preis: ab 33.140 Euro. © Renault
VW ID.3
Platz 3: VW ID.3. Das Grundmodell des „Modularen E-Antriebs-Baukastens“ des VW-Konzerns gilt längst als elektrischer VW Golf, auch wenn sich manch Stromer-Fan einen etwas aufregenderen Auftritt gewünscht hätte. Europaweit brachte es der ID.3 mit seinen offiziell bis zu 553 Kilometern Reichweite schon auf über 100.000 Verkäufe, auf Deutschland entfielen 26.693 Zulassungen. Preis: ab 36.960 Euro. © VW
VW e-Up
Platz 2: VW e-Up. Seine große Beliebtheit führt zu seinem größten Nachteil: Immer wieder ist der kleine, 30.797 mal zugelassene Stromer ausverkauft, was letztendlich auch zu einer kräftigen Preissteigerung führte. Bis zu 260 Kilometer Reichweite gehen für diese Größe ok. Preis: ab 26.895 Euro. © VW
Tesla Model 3
Platz 1: Tesla Model 3. Das Einstiegsmodell des Elektroauto-Pioniers sicherte sich mit 35.262 Neuzulassungen klar die Pole-Position, und schaffe es wochenweise sogar an die Spitze der Gesamt-Charts aller Pkw. Die Reichweite beträgt laut Werksangabe bis zu 547 Kilometer. Preis: ab 52.965 Euro. © Tesla

Elektro-Desaster: Gratis laden oder Auto zurückgeben

Bislang scheint das Problem aber noch nicht wirklich gelöst zu sein. Als kleinen Ausgleich stellt Toyota den Käufern einen kostenlosen Leihwagen, oder sie dürfen nach Rückerhalt des Stromers bis Ende 2024 kostenlos laden. Wenn sie ihren Wagen dann tatsächlich noch fahren wollen. Denn mittlerweile bietet der Hersteller den bisherigen Käufern auch an, den bZ4X zurücknehmen: Ein in der Autoindustrie sehr ungewöhnlicher Vorgang.

US-Kunden bekommen alternativ einen Preisnachlass von 5.000 Dollar sowie eine verlängerte Garantie. Ob die Großzügigkeit ausreicht, den ohnehin angeschlagenen Ruf als Elektro-Pionier wieder herzustellen, wird sich zeigen.

Rubriklistenbild: © Toyota Motor Corporation/dpa-mag

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