Von WHO gefordert

Preiserhöhung auf knapp 23 Euro pro Packung? Zigarettenrauchern droht massiver Aufschlag

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Laut WHO macht Deutschland im Kampf gegen den Tabakkonsum zu wenig. Raucher sollen deutlich mehr zur Kasse gebeten werden. Auch wegen der Kosten durch diese.

München – Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Deutschland im Kampf gegen den Tabakkonsum eines der Sorgenkinder. Auch im europäischen Vergleich schneidet Deutschland nicht gut ab: Es bildet laut WHO eines der Schlusslichter innerhalb Europas. Mit der sogenannten „Tabacco Control Scale“ misst die WHO, wie sehr ein Land und dessen Regierung die gesetzliche Tabakkontrolle in die Tat umsetzt. Deutschland wird in besagtem Ranking nur auf Rang 34 geführt – von insgesamt 37 erfassten Ländern.

23 Euro für eine Zigaretten-Packung? Darum fordert die WHO eine krasse Preissteigerung

Rüdiger Krech, WHO-Direktor für Gesundheitsförderung, reagierte auf diese Tatsache mit Unverständnis: „Wir können nicht wirklich nachvollziehen, warum die Politik in Deutschland so lax in der Umsetzung von Maßnahmen in der Tabakkontrolle ist.“ Warum es so wenig Nicht-Raucher in Deutschland gebe, das liegt laut WHO an mehreren Elementen. „Die letzten Preiserhöhungen für Zigaretten liegen unterhalb der Inflationsrate und machen Rauchen im Endeffekt billiger, nicht teurer“, betont Krech.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO fordert für Zigaretten eine drastische Preissteigerung von etwa 23 Euro.

Um dem starken Tabakkonsum in Deutschland entgegenzuwirken und durch Raucherinnen und Raucher entstehende Kosten zu decken, fordert die WHO einen drastischen Preisanstieg der Zigaretten-Packungen auf fast 23 Euro. Doch diese Forderung der WHO ist nicht ganz neu. Schon 2021 setzte der WHO-Direktor Krech in einem Spiegel-Interview für einen deutlichen Preisanstieg in Deutschland bei Zigaretten-Packungen ein. Sein Argument: „Die Tabakindustrie verursacht allein in Deutschland Kosten durch Krankheit und Arbeitsausfälle in Höhe von 97 Milliarden Euro im Jahr.“

Am Montag (7. August) kündigte der Bundesdrogenbeauftragte Burkhard Blienert ein verstärktes Eintreten gegen den Tabakkonsum an. „Wir müssen mehr machen, um Menschen davon abzuhalten, mit dem Rauchen überhaupt zu beginnen.“ Unterdessen will Italien ein totales Rauchverbot auch im Freien einführen, das auch für E-Zigaretten gelten soll.

Müssen Raucher drastische Preissteigerung von Zigaretten befürchten? Letzte Tabaksteuererhöhung 2005

Laut Krech erfolgte die letzte Erhöhung der Tabaksteuer in Deutschland im Jahr 2005. „In Australien beispielsweise kostet ein Päckchen mittlerweile umgerechnet 17 Euro. Das ist schon viel näher an den 23 Euro, die man für eine Schachtel Zigaretten bezahlen müsste, um die volkswirtschaftlichen Kosten zu kompensieren“, berichtete der WHO-Experte in besagtem Interview von 2021.

E-Zigaretten erinnern äußerlich an farbige Filzstifte und es gibt sie in fruchtigen Geschmacksrichtungen.

Wenn es nach der WHO gehen würde, müsste eine Packung Zigaretten (20 Stück) etwa 22,80 Euro kosten. Aktuell kostet eine Packung Zigaretten von bekannten Tabakherstellern zwischen 8 und 9 Euro. Laut Angaben des Bundesdrogenbeauftragten ist der Tabakkonsum mit mehr als 127.000 tabakbedingten Todesfällen pro Jahr in Deutschland weiterhin das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko. Rauchen ist demnach für etwa 90 Prozent aller Lungenkrebsfälle verantwortlich.

So würden immer mehr Leute nach der Corona-Pandemie zu Zigaretten und vor allem E-Zigaretten greifen, gab die Anti-Drogen-Behörde an. Auch die WHO steht E-Zigaretten skeptisch gegenüber. Auf ihrer Webseite schreiben sie: „E-Zigaretten enthalten keinen Tabak, sind aber gesundheitsschädlich und nicht sicher.“

Bluthochdruck senken: Finger weg von Alkohol und Zigaretten

Zwei Füße auf einer Waage.
Übergewicht erhöht auch den Blutdruck. Daher ist es wichtig, sein Gewicht im Blick zu behalten. © APress/Imago
Beine eines Joggers, der über eine nasse Straße läuft.
Das Körpergewicht hängt auch fast immer mit körperlicher Aktivität zusammen. Wer viel Ausdauersport wie Joggen betreibt, der senkt auch sein Gewicht und seinen Bluthochdruck. © Michael Gstettenbauer/Imago
Griechischer Salat mit frischen Tomaten Oliven und Feta Käse.
Die Ernährung spielt mit Blick auf Bluthochdruck auch eine entscheidende Rolle. Besonders gut ist eine mediterrane Ernährung, die sich auf gesunde Fette, Gemüse und Obst konzentriert. © Markus Mainka/Imago
Zu sehen ist ein Lachssteak auf einem Teller.
Eine mediterrane Ernährung beinhaltet auch, mehr Fisch als Fleisch zu essen. Besonders fetthaltiger Fisch wie Lachs versorgt den Körper mit wichtigen und gesunden Fettsäuren. © Adalberto Rodriguez/Imago
Salz auf einem Löffel.
Speisesalz sollte beim Essen nur in Maßen eingesetzt werden. Menschen mit Bluthochdruck sollten eher mit Kräutern statt mit Salz würzen. © Bassi/Imago
Eine Hand hält ein Weinglas, eine andere Hand schüttet Rotwein hinein.
Alkohol sollte bei Menschen mit Bluthochdruck nur noch selten im Glas sein. Bei Männern wie auch Frauen treibt Alkohol den Blutdruck nach oben. © Wavebreak Media Ltd/Imago
Zwei Flaschen mit Softdrinks gefüllt auf Eis.
Süße Softdrinks sollten bei Bluthochdruck die Ausnahme bleiben. Besser ist ein Glas stilles Wasser oder Wasser, das beispielsweise seinen Geschmack durch eine Zitronen- oder Limettenscheibe erhält. © Markus Mainka/Imago
Eine Frau sitzt auf einer Bank, hört Musik und genießt die Sonne.
Wer entspannt ist, dessen Blutdruck ist niedriger. Es hilft, von Zeit zu Zeit bewusste Pausen einzulegen und sein Stresslevel möglichst niedrig zu halten. © Antonio Guillem/Imago
Ein Mann schläft im Bett.
Zur Entspannung und einem niedrigeren Blutdruck trägt auch ausreichend Schlaf bei. Wer regelmäßig sieben bis acht Stunden schläft, lebt erholter und gesünder. © Ekaterina Yakunina/Imago
Ein Mann bricht eine Zigarette durch.
Rauchen ist schädlich und begünstigt nicht nur Bluthochdruck, sondern auch viele andere Krankheiten. Der Verzicht auf Zigaretten hat also viele positive Effekte. © Rüdiger Rebmann/Imago

Fast 23 Euro für Zigaretten: Drastische Maßnahmen, um den Tabakkonsum zu reduzieren

Um dem starken Tabakkonsum entgegenzuwirken, empfiehlt die WHO in ihrem neuen Bericht folgende Maßnahmen: Die drastischen Warnungen vor dem Rauchen auf Zigarettenpackungen, Rauchverbote in öffentlichen Räumen, eine hohe Besteuerung von Tabakprodukten sowie die zahlreichen Werbeverbote.

Seit Januar 2023 greift ein weiterer von mehreren Schritten einer „Anpassung“ der Tabaksteuer, beschlossen vom Bundeskabinett. Bis 2026 soll das Rauchen kontinuierlich teurer werden – auch für E-Zigaretten. (sli)

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa/Symbolbild

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