Hundepflege

Ihr Hund wurde gebissen? Was Sie jetzt schnell tun müssen und welche Regeln Sie beachten sollten

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Beim Gassigehen nur kurz von der Leine gelassen und schon ist es passiert: Ihr Hund trägt einen Konflikt mit einem Artgenossen aus und kommt mit einer Bissverletzung zurück. Was jetzt zu tun ist, lesen Sie hier.

Eine Bissverletzung Ihres Hundes sollten Sie immer ernst nehmen, egal wie groß oder klein die Wunde zunächst erscheinen mag. Der Schreck ist groß, wenn der Liebling eine blutige Verletzung durch einen anderen Hund davonträgt. Trotzdem gilt jetzt: Ruhe bewahren und die folgenden Tipps beachten.

Erste Hilfe: Richtige Behandlung von Bissen beim Hund

Während der Auseinandersetzung und auch nach einer bereits geschehenen Bissverletzung steht der Hund unter dem Einfluss von Stresshormonen. Aus diesem Grund wird die Schmerzempfindung zunächst unterdrückt. Für Sie bedeutet das, dass Ihr Hund direkt nach einem Kampf wenig bis keine Schmerzsymptome zeigt. Sie sollten ihn deshalb besonders genau auf Verletzungen hin untersuchen.

Hat Ihre Fellnase vom Kampf Spuren davongetragen, sollten Sie folgendermaßen vorgehen:

Erste Hilfe bei Bissverletzungen Ihres Hundes:

Blutet eine Wunde stark, hilft ein Druckverband. Haben Sie in der Situation keinen zur Hand, können Sie sich vorerst mit einer Packung Taschentücher und einem Tuch zum Verbinden behelfen.

Hat Ihr Hund eine offene Wunde, sollten Sie diese zunächst mit möglichst sauberem Wasser spülen und die Wunde oberflächlich reinigen. Zum Schutz der Wunde vor Dreck sollten Sie sie im Anschluss bestmöglich abdecken.

Wie schlimm ist es? Einschätzung von Bissverletzungen beim Hund

Oftmals sehen Bissverletzungen auf den ersten Blick harmlos aus. Häufig sind schlimme Verletzungen oberflächlich gar nicht zu erkennen. Doch auch Wunden, die sich schnell schließen, können später unter der Haut Entzündungen bilden. Verschleppen Sie die fachgerechte Behandlung einer Bisswunde durch einen Tierarzt, kann es auch Tage später noch zu Komplikationen kommen, die im schlimmsten Fall lebensbedrohlich sind.

Durch die Zähne gelangen beim Biss immer Bakterien in die Wunde. Deshalb gilt: Auch kleine oder kaum sichtbare Bisswunden sollten stets von einem Tierarzt untersucht werden.

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Bissverletzung: Wann muss der Hund zum Tierarzt?

Eine Behandlung beim Tierarzt kann den Hundebesitzer unter Umständen viel Geld kosten. Daher sollten sie noch am Ort des Geschehens, soweit möglich, mit dem Besitzer des anderen Hundes über eine mögliche Schadensregulierung sprechen. Bitten Sie ihn um seine Adresse oder sogar darum, mit dem Smartphone ein Foto seines Ausweises machen zu dürfen. Tauschen Sie zudem die Telefonnummern aus.

Eine Bissverletzung sollte in jedem Fall von einem Tierarzt untersucht werden. (Symbolbild)

Je früher Ihr Hund von einem Tierarzt versorgt werden kann, desto schneller und komplikationsloser kann die Heilung verlaufen. Bringen Sie Ihren Vierbeiner daher im Optimalfall direkt im Anschluss an den Kampf zu einem Tierarzt oder kontaktieren Sie den tierärztlichen Notdienst.

Wie erkenne ich, ob mein Hund Schmerzen hat?

Ob Ihr Hund nach einem Biss durch einen Artgenossen Schmerzen hat, erkennen Sie (meist erst mit zeitlichem Abstand) daran, ob Ihr Vierbeiner auffällig winselt, hechelt oder die Bissstelle leckt. Ist eines der Beine betroffen, könnte es sein, dass der Hund lahmt und ebenfalls Schmerzen empfindet. Fallen Ihnen die genannten Symptome auf, sollten Sie in jedem Fall einen Tierarzt aufsuchen.

Vorsicht im Umgang mit verletzten Hunden!

Die Mischung aus Stress, Angst und Schmerz kann Hunde unberechenbar machen. Auch eigentlich brave Hunde können dann plötzlich aggressiv werden und scheuen nicht davor zurück, ihren Besitzer zu beißen.

Hier kommen die tierischen Lebensretter: Elf Tiere, die Gefahren erkennen, bevor wir es tun

Nahaufnahme einer Fruchtfliege, die auf einer Bananenschale sitzt.
Fruchtfliegen riechen Brustkrebszellen. Forscher haben herausgefunden, dass diese Fliegen ein umfassendes Duftriechsystem haben. Für eine zuverlässige Diagnose muss nicht einmal ein Training erfolgen: Die Fruchtfliegen „erriechen“ die erkrankten Zellen einfach. (Symbolbild) © Daniel Naupold/picture alliance
Eine Riesenhamsterratte wird auf strohigem Boden mit einem kleinen Geschirr geführt. Sie streckt ihre Nase in den Wind, ganz so als ob sie im Moment der Aufnahme etwas riechen würden.
Riesenhamsterratten erkennen Tuberkulosebakterien am Geruch: Die Ratten, die etwa so groß sind wie Kaninchen, haben dementsprechend eine besonders lange Schnauze. Die Ausbildung zur „Riech-Ratte“ startet, wenn die Tiere vier Wochen alt sind. Dabei werden sie auf viele verschiedene Gerüche trainiert. Im Verlauf von sechs bis neun Monaten wird dann das Erkennen von Tuberkulosebakterien mit einem Klicker belohnt – auf das Geräusch folgt eine leckere Belohnung, beispielsweise eine Banane. Eine fertig ausgebildete Riesenhamsterratte überprüft in zweiter Instanz innerhalb von rund 20 Minuten mehr als 100 Proben auf Tuberkulose. Eine solche Karriere dauert bis zu sieben Jahren und hilft dabei, die Eindämmung der Infektionskrankheiten einzudämmen. (Symbolbild) © picture alliance/dpa
Ein Hund mit cremefarbenem Fell streckt seine Hundenase prominent in den Fokus des Bildes.
Der beste Freund der Menschen kann gleichzeitig zu seinem Lebensretter werden. Denn: Hunde können Krebs erschnüffeln. Mit ihren bis zu 300 Millionen Riechzellen gelingt es den Fellnasen oft, den Krebs zu erkennen, noch bevor der Patient Symptome entwickelt hat. Die Profi-Schnüffler haben eine Erfolgsrate von bis zu 72 Prozent und sind häufig Lebensretter, da beispielsweise Lungenkrebs nur im frühen Stadium erfolgreich behandelt werden kann. Auch Diabetes, Epilepsie, Malaria, Parkinson oder COVID-19 können von Hunden durch ihr feines Riechorgan identifiziert werden. In der Pandemie hatten sich die Fellnasen außerdem beim Erriechen von Corona-Infektionen bewährt gemacht. Mit einer Genauigkeit von bis zu 94 Prozent waren ihre Ergebnisse präziser als die von manchen Antigen-Tests mit nur 72 Prozent. (Symbolbild) © Stephan Schulz/Imago
Ein Hund mit länglichem braunen Fell schnuppert an einem Rehkitz, das keine Angst zu haben scheint und dem Hund vertraulich zugewandt ist.
Hunde erkennen nicht nur beim Menschen Krankheiten. Auch bei anderen Tieren gelingt es ihnen, Erkrankungen zu erschnüffeln. Bei Cerviden (beispielsweise Rehe, Hirsche, Rentiere, Elche) können sie eine besonders grausame Krankheit feststellen: die Chronic Wasting Disease (CWD), eine infektiöse und degenerative Erkrankung, die das Gehirn der betroffenen Tiere befällt und tödlich enden kann. © blickwinkel/Imago
Eine getigerte Katze liegt entspannt auf einem Bett. Sie hat ihre Augen halb geschlossen und streckt die Beine von sich. Der Untergrund scheint ein Fell zu sein.
Einzelne Katzenbesitzer berichten immer wieder von den feinsinnigen Fähigkeiten ihrer Samtpfoten. Ein faszinierendes Beispiel dafür ist Katze Missy aus England: Sie soll sich wiederholt auf Frauchens Brust gelegt haben – und damit genau die Stelle gefunden haben, an der sich ein Tumor gebildet hatte. Eine andere, beinahe unheimliche Fähigkeit hat Kater Oscar aus den USA: Er wohnt in einem Seniorenheim und legt sich genau zu jenen Patienten aufs Bett, die nur noch wenige Stunden zu leben haben. Seine Prognosen sind derart präzise, dass das Personal sogar die Angehörigen informiert, sobald Oscar sich auf einem Bett einrollt. Wissenschaftliche Belege für diese Fähigkeiten gibt es bis dato keine. (Symbolbild) © Sabine Fallend/Imago
Eine mikroskopische Aufnahme zeigt einen Fadenwurm vor einem hellblauen Untergrund.
Kaum sichtbar und doch so wichtig: Fadenwürmer gelingt offenbar die Identifizierung von Krebs. In verschiedenen Studie hatten die Forschenden festgestellt, dass sich die Fadenwürmer auf Bauchspeicheldrüsen- und Brustkrebszellen zubewegten, während sie sich von den gesunden Zellen fernhielten. © blickwinkel/Imago
Ein länglicher Käfer sitzt auf einem Stück Holz. Sein Körper ist schwarz und hat größere weiße Punkte.
Keine Krankheit, aber ebenso eine lauernde Gefahr für Menschen: Waldbrände, die sich der Zivilisation oft rasend schnell nähern. Einige Käferarten, beispielsweise der Schwarze Kiefernprachtkäfer, besitzt die Fähigkeit, brennende Wälder aus bis zu 80 Kilometern Entfernung zu erkennen. Forscher haben herausgefunden, dass er diese hören kann. Sein Mechanismus könnte sogar sehr viel schneller auf Brände ansprechen als industrielle Infrarotsensoren.(Symbolbild) © blickwinkel/Imago
Eine Honigbiene fliegt vor grasgrünem Hintergrund eine lila Blüte an. Ihre Beine sind vollgepackt mit Blütenpollen.
Fleißig und hochmodern unterwegs: Honigbienen sind nicht nur in ihrer Funktion als Bestäuber unersetzlich, sondern haben sich auch während der Pandemie als nützlich erwiesen. Forscher haben 2021 herausgefunden, dass Bienen COVID-19 diagnostizieren können. Dank des Trainings, das nur wenige Minuten dauert, versprechen sich Experten hohe Erfolg im Kampf gegen Corona. In abgelegenen Gebieten könnten sie dazu beitragen, die Testmethodik zu erleichtern.  © Panthermedia/Imago
Mehrere dunkle bis schwarze Ameisen sind auf einem hölzernen Untergrund zu erkennen.
Die Grauschwarze Sklavenameise ist mehr als nur eine fleißige Arbeiterin. Sie kann Brustkrebszellen anhand des Urins erkennen. Nach einem Training setzt ihre feine Ameisennase nutzbringend ein. (Symbolbild) © blickwinkel/Imago
Eine V-förmige Formation von Zugvögeln fliegt vor blauem Himmel in die Ferne.
Eine Fähigkeit, die viele Menschenleben retten könnte, wurde bei der Beobachtung der Flugrouten von Zugvögeln entdeckt. Auf eine abrupt geänderte Flugroute folgte beispielsweise einige Tage später ein Sturm in der observierten Region. Die Vögel erlangten demzufolge bereits früher Kenntnis über zukünftige Ereignisse. Damit sind sie als eine Art Frühwarnsystem im Besitz einer Ahnung, die uns Menschen vor zahlreichen Naturkatastrophen retten könnte. Forscher nehmen an, dass die Vögel den Infraschall wahrnehmen können, der von heftigen Stürmen produziert wird und von Menschen nicht wahrgenommen werden kann. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago
Eine große, pink-rosa Qualle, schwimmt in tiefblauem Wasser.
Und sie könnte die Erlösung von allen Krankheiten sein: Eine spezielle Quallen-Art, die Turritopsis dohrnii, begeistert die Welt der Wissenschaft. Ihre Besonderheit: Sie ist unsterblich. Hat die Qualle ihren Lebenshöhepunkt erreicht, stirbt sie nicht, sondern verwandelt sich wieder in ihren Anfangszustand. Der frische Lebenszyklus beginnt mit neuen Tentakeln und einem geschrumpften Körper. Die Qualle kann diesen Kreislauf beliebig oft wiederholen und gilt somit als unsterblich. Manche Forscher nehmen an, dass der Mensch diese Fähigkeit eines Tages übernehmen könnte. Hinweis: Die Qualle auf dem Foto ist keine Turritopsis dohrnii. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago

Damit es gar nicht erst zu aggressiven Auseinandersetzungen kommen kann, behalten Sie Ihren Hund in dicht besiedelten Gebieten am besten an der Leine und forcieren Sie das Rückruf-Training. Sollte es sich nicht vermeiden lassen und Ihr Hund trägt durch einen Konflikt mit einem anderen Hund eine Bissverletzung davon, gilt in jedem Fall: Lassen Sie bitte einen Tierarzt draufschauen.

Rubriklistenbild: © Panthermedia/Imago

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