VonSimon Monesschließen
Der BYD Tang ist nicht mehr wiederzuerkennen. Nach einem umfangreichen Facelift präsentiert sich der Elektro-SUV mit einem neuen Design und verbesserter Technik.
Die Elektromobilität hat die Automobilbranche verändert – auch wenn die Absatzzahlen in Deutschland aktuell alles andere als rosig sind. So sind immer mehr neue Marken und Modelle auf den Markt gekommen. Darunter auch viele Hersteller aus China wie Build your Dreams (BYD). Die Modellplatte ist in den vergangenen Jahren schnell angewachsen. Los ging es mit den Modellen Han, Tang und Atto 3. Hinzu kamen der Seal, Seal U und Dolphin sowie kürzlich der Plug-in Hybrid Seal U DM-i. Nach knapp zwei Jahren bekommt der Tang nun sein erstes Facelift.
Und das fällt ordentlich aus. Optisch fällt zunächst die völlig neugestaltete Frontpartie des Siebensitzers auf. Vorbei sind die Tage, an denen der Tang aussah, als er wäre ein auf Elektro umgerüsteter Verbrenner. Der riesige Kühlergrill ist verschwunden. Stattdessen gibt es jetzt eine geschlossene Front mit schmalen LED-Scheinwerfern. Und auch am Heck hat BYD optisch etwas nachgebessert. Aus dem hungrigen Monster ist ein stilvolles Familienauto geworden.
Größere Batterie für mehr Reichweite
Und auch unterm Blech hat sich bei dem Vorzeigemodell der Chinesen einiges getan. Der Akku besitzt nun eine Kapazität von 108,8 kWh – das sind 22 kWh mehr als bislang. Die WLTP-Reichweite steigt damit von 400 auf 530 Kilometer. Geladen wird nun mit 170 statt 120 kW. Der Ladestand steigt somit innerhalb von 30 Minuten von 30 auf 80 Prozent. Auf unserer Testrunde rund um Frankfurt lag der Verbrauch laut Bordcomputer bei knapp 18 kWh pro 100 Kilometer. Kombiniert gibt BYD hier 24 kWh an.
Angetrieben wird der 4,97 Meter lange Tang von zwei E-Motoren mit einer Systemleistung von 517 PS (380 kW) und 700 Nm. Den Sprint von null auf 100 km/h soll der Familien-SUV laut BYD in 4,9 Sekunden zurücklegen. In unserem Test gelang das sogar in 4,6 Sekunden und somit deutlich unter Werksangabe. Bei 190 km/h ist jedoch Schluss.
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Auf einen schweren Gasfuß reagiert der Tang im Sportmodus sehr freudig und spurtet nur so nach vorne – trotz seinen 2,6 Tonnen. Doch auch im Eco und Sportmodus fährt sich der SUV sehr angenehm und handlich. Nicht zuletzt auch dank des neuen Fahrwerkes mit adaptiven Dämpfern. Kurvige Landstraßen liegen dem Tang dabei genauso gut wie eine holprige Autobahn.
BYD Tang bietet viel Komfort für die Langstrecke
Apropos Autobahn. Lange Strecken lassen sich in dem Siebensitzer ebenfalls entspannt zurücklegen. Die Sitze aus Napa-Leder bieten einen guten Halt und lassen sich sowohl beheizen als auch kühlen. Wenn der Rücken doch mal schmerzt, können Fahrer und Beifahrer aus zahlreichen Massageprogrammen wählen. Das Smartphone lässt sich währenddessen kabellos oder über einen der USB-Anschlüsse laden.
Und auch im Fond ist das Platzangebot sehr gut. Hier gibt es sogar ein kleines Display für die Klimaanlage sowie Ports, um das Handy zu laden. In der dritten Sitzreihe wird das Platzangebot dann doch etwas knapp. Längere Fahrten sind dort für große Menschen eher unbequem. Hinzukommt, der Aus- und Einbau der Kofferraumabdeckung ist etwas umständlicher. Sind die Sitze hochgeklappt, sinkt das Kofferraumvolumen von 940 auf 235 Liter.
Modernes und übersichtliches Cockpit
Das Cockpit ist indes sehr übersichtlich gestaltet, wie man es von BYD gewohnt ist. Die Instrumente und das Head-up-Display sind gut lesbar. Und auch das große, drehbare Display lässt sich leicht und flüssig bedienen. Auch wenn es hier und da kleinere Übersetzungsfehler im Deutschen gibt.
Abzüge gibt es jedoch für das neue Markengeräusch des Blinkers. Im Test sorgte dieses von Anfang an für Verunsicherung. Der Blinker klingt nämlich viel mehr wie ein Warnsignal. Glücklicherweise ist der Ton mit wenigen Klicks im Menü des Tang umgestellt. Zudem kommt für unseren Geschmack zu viel Hartplastik und Klavierlack zum Einsatz. Die Beschriftung der Tasten für die Rekuperation und Fahrmodi in der wuchtigen Mittelkonsole könnte ebenfalls besser sein.
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Preise für den Tang hat BYD bisher noch nicht kommuniziert. Für den Vorgänger fingen die Preise bei etwa 70.000 Euro an. Es ist also anzunehmen, dass sich auch das Facelift in diesem Bereich bewegen dürfte. Damit wäre der Elektro-SUV immer noch günstiger als ein VW Tuareg mit Verbrennungsmotor. Unterm Strich macht der Tang vieles besser als sein Vorgänger und bläst zum Angriff auf das Premium-Segment. Denn da gehört er bei dem Preis auch hin.
Rubriklistenbild: © BYD



