VonSebastian Oppenheimerschließen
Kälte bereitet E-Autos immer noch Probleme – unter anderem sinkt die Reichweite. Ein Test in Norwegen offenbart teils deutliche Einbrüche.
Im Jahr 2024 erlebte die Elektromobilität in Deutschland einen deutlichen Rückschlag. Die Anzahl der neu zugelassenen Elektrofahrzeuge sank im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 25 Prozent. Der Wegfall des Umweltbonus für Elektroautos Ende 2023 führte dazu, dass vor allem die hohen Anschaffungskosten viele Interessenten abschreckten. Zudem bestehen bei vielen potenziellen Kunden weiterhin Bedenken hinsichtlich der Reichweite von Elektrofahrzeugen. Obwohl die Reichweite in den letzten Jahren erheblich gestiegen ist, gibt es im Winter oft erhebliche Einbußen.
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Elektroautos im Wintertest: Teils starke Reichweiten-Abweichungen zum WLTP-Wert
Ein Test des norwegischen Automobilclubs NAF in Zusammenarbeit mit dem Autoportal Motor untersuchte nun, welche Fahrzeugmodelle bei Kälte besonders gut abschneiden und welche nicht. Von den 24 getesteten Modellen erzielten das Model 3 von Tesla und der Polestar 3 die besten Ergebnisse: Beide legten jeweils 531 Kilometer zurück, bevor die Batterien leer waren. Der Polestar 3 lag damit nur fünf Prozent unter seinem offiziellen WLTP-Wert, während der Tesla mit einer WLTP-Angabe von 702 Kilometern eine Abweichung von 24 Prozent aufwies.
Der Peugeot E-3008 zeigte die größte Diskrepanz zu den Normangaben, da seine Batterie bereits nach 347 Kilometern leer war. Die WLTP-Angabe lag bei dem Fahrzeug bei 510 Kilometer, was einer Abweichung von 32 Prozent entspricht. Die geringsten Abweichungen verzeichneten der Polestar 3 mit minus 5 Prozent, der BYD Tang mit minus 9 Prozent und der elektrische Mini Countryman mit minus 11 Prozent.
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Diese zehn Autos kamen im Test am weitesten:
| Modell | Zurückgelegte Distanz | WLTP-Wert (Abweichung) |
|---|---|---|
| Polestar 3 | 531 Kilometer | 560 Kilometer (minus 5 Prozent) |
| Tesla Model 3 | 531 Kilometer | 702 Kilometer (minus 24 Prozent) |
| Porsche Taycan | 499 Kilometer | 592 Kilometer (minus 16 Prozent |
| Kia EV3 | 499 Kilometer | 590 Kilometer (minus 15 Prozent) |
| BYD Tang | 482 Kilometer | 530 Kilometer (minus 9 Prozent) |
| Audi Q6 e-tron | 481 Kilometer | 616 Kilometer (minus 22 Prozent) |
| Hongqi EHS7 | 452 Kilometer | 540 Kilometer (minus 16 Prozent) |
| VW ID.7 GTX Tourer | 440 Kilometer | 571 Kilometer (minus 23 Prozent) |
| Ford Explorer | 437 Kilometer | 525 Kilometer (minus 17 Prozent) |
| Lotus Emeya | 436 Kilometer | 500 Kilometer (minus 13 Prozent) |
So hoch waren die WLTP-Abweichungen der getesteten E-Autos im Durchschnitt
Im Durchschnitt lagen die 24 getesteten Fahrzeuge 18,6 Prozent unter den WLTP-Angaben, während es im Vorjahr noch 22,4 Prozent waren. Die Tester führten die Unterschiede jedoch eher auf die Wetterbedingungen und die Fahrbedingungen zurück als auf technische Verbesserungen der Fahrzeuge. Trotz der Tatsache, dass Elektroautos heute weiter fahren können als noch vor einigen Jahren und die Akkus laut Forschern deutlich langlebiger sind als angenommen, bleiben die erheblichen Reichweiten-Abweichungen von den Normwerten ein Problem für potenzielle Käufer. Schließlich möchten diese wissen, wie weit das Fahrzeug unter realen Bedingungen tatsächlich fahren kann.
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