Im Sattel unterwegs

Neue Studie: Zu große Pauschen schränken die Bewegung von Pferd und Reiter ein

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Ein britisches Forschungsteam hat untersucht, wie Pauschen die Bewegungen von Pferd und Reiter beeinflussen. Die Ergebnisse helfen bei der Wahl des passenden Sattels.

Pauschen haben eine wichtige Funktion: Sie stabilisieren das Reiterbein und sorgen für einen sichereren und ruhigeren Sitz im Sattel. Doch die Größe der Kissen hat sich in den vergangenen Jahren enorm verändert. Was früher Kniepauschen waren, sind heute Oberschenkelpauschen, die im Hinblick auf Form, Größe, Höhe und Position stark variieren können. Ein britisches Forscherteam hat sich daher gefragt, wie Sattelpauschen die Interaktion und Bewegung von Pferd und Reiter beeinflussen. Die Ergebnisse ihrer Studie haben sie nun im Fachmagazin Animals veröffentlicht.

Forscher untersuchen zwei verschiedene Modelle von Pauschen

Britische Forscher fanden heraus: Zu große und starre Sattelpauschen können die Bewegungsfreiheit eines Reiters beeinträchtigen. (Symbolbild)

Bei der Ausrüstung fürs Pferd sind Pauschen teilweise stark umstritten. Einige bevorzugen möglichst große Kissen – mitunter sogar an Vorder- und Rückseite des Beins. Andere Reiter empfinden die zusätzlichen Elemente dagegen als störend, weil sie die Bewegungsfreiheit im Sattel einschränken. Um die genauen Auswirkungen von Pauschen zu analysieren, schaute sich ein Team von britischen Wissenschaftlern um Rachel Murray zwei verschiedene Sattelkissen genauer an. Beide Pauschen befanden sich in ähnlicher Position, waren jedoch unterschiedlich beschaffen. Eine Variante bestand aus festem, eher starrem Material. Das andere Modell hatte einen festen Kern, aber eine verformbare Außenschicht.

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Reiter satteln 18 Pferde – Druckmatte und Kamera zeichnen Daten auf

Für die Studie sattelten sechs Profireiter insgesamt 18 Sportpferde, davon waren zwölf Dressur- und sechs Vielseitigkeitspferde. Eine Sitzdruckmatte, Bewegungsmarkierungen und eine Highspeed-Kamera zeichneten die Daten während der Testritte im Trab auf. Die Ergebnisse zeigten: Die beiden Polster wirkten sich auf verschiedene Weise auf die Bewegungen von Pferd und Reiter aus. Zu große und starre Pauschen beeinträchtigten die Bewegungsfreiheit von Mensch und Tier, unter anderem im Bereich des Knies.

In der Praxis bedeutet das: Je nach Größe und Körperbau drückt das Knie des Reiters gegen das Sattelpolster. Dadurch wird das Becken des Reiters daran gehindert, den Bewegungen des Pferdes angemessen zu folgen. Infolgedessen muss der Rumpf des Reiters diese Aufgabe übernehmen. Ein Sattel mit flexibleren Pauschen ermöglicht es dem Reiter, harmonischer mit den Bewegungen des Pferdes mitzuschwingen. Das führt zu einer verbesserten Rückenaktivität und einer größeren Beweglichkeit der Vorderbeine des Pferdes.

Vorteile sahen die Wissenschaftler hauptsächlich bei dem verformbaren Pauschenmodell.

  • Die verformbare Oberschenkelpausche sorgte für eine größere Kontaktfläche. Außerdem erhöhte sie den Druck zwischen Reiter und Sattel. Durch die flexiblere Position der Beine saßen die Reiter tiefer und fester im Sattel.
  • Im Sattel mit der elastischen Pauschenoberfläche saßen die Reiter in einer aufrechteren Position, während das Pferd auf den Boden auffußte.
  • Bei den Pferden, die einen Sattel mit flexibleren Pauschen trugen, verbesserte sich die Stabilität des Brustkorbs, die Biegung der Lendenwirbelsäule und die Beugung der Vordergliedmaßen.

Die zehn außergewöhnlichsten Pferderassen – und ihre wichtigsten Eigenschaften

Ein Pferd im Miniatur-Format ist das American Miniature Horse. Diese Rasse zeichnet ein feiner, eleganter Körper mit schönen Proportionen aus.
Ein Pferd im Miniatur-Format ist das American Miniature Horse. Diese Rasse zeichnet ein feiner, eleganter Körper mit schönen Proportionen aus. (Symbolbild) © agefotostock/Imago
Von mini zu maxi: Eine imposante Erscheinung sind die Shire Horses aus England. Die größte Pferderasse der Welt wird auch liebevoll als sanfter Riese bezeichnet. Mit ihrem coolen Temperament sind sie der ideale Freizeitpartner.
Von mini zu maxi: Eine imposante Erscheinung sind die Shire Horses aus England. Die größte Pferderasse der Welt wird auch liebevoll als sanfter Riese bezeichnet. Mit ihrem coolen Temperament sind sie der ideale Freizeitpartner. (Symbolbild) © Horst Galuschka/Imago
Die American Bashkir Curly Horses haben nicht nur lockiges Fell und Langhaar, sondern sind auch für die meisten Allergiker geeignet. Ihr Proteinmuster in den Hautzellen unterscheidet sich von anderen Rassen, weshalb sie als hypoallergen gelten.
Die American Bashkir Curly Horses haben nicht nur lockiges Fell und Langhaar, sondern sind auch für die meisten Allergiker geeignet. Ihr Proteinmuster in den Hautzellen unterscheidet sich von anderen Rassen, weshalb sie als hypoallergen gelten. (Symbolbild) © Anni Sommer/Imago
Das Exmoor Pony hat Ähnlichkeit mit dem Urtyp des europäischen Wildpferds. Ihr Körperbau ist klein und kompakt. Sie sind als äußerst robuste Pferderasse bekannt, die in Südengland nahezu wild im gleichnamigen Nationalpark aufwachsen.
Das Exmoor Pony hat Ähnlichkeit mit dem Urtyp des europäischen Wildpferds. Ihr Körperbau ist klein und kompakt. Sie sind als äußerst robuste Pferderasse bekannt, die in Südengland nahezu wild im gleichnamigen Nationalpark aufwachsen. (Symbolbild) © Miroslav Chaloupka/Imago
Der Marwari hat ein markantes Erkennungsmerkmal: seine Sichelohren, die sich fast an der Spitze berühren. Die elegante, indische Pferderasse hat seidiges Fell und Langhaar.
Der Marwari hat ein markantes Erkennungsmerkmal: seine Sichelohren, die sich fast an der Spitze berühren. Die elegante, indische Pferderasse hat seidiges Fell und Langhaar. (Symbolbild) © Vladimir Sklyarov/Imago
Seinen Namen hat der Jütländer von der gleichnamigen Region Dänemarks, aus der er stammt. Er zählt zu den ältesten europäischen Kaltblutrassen, die ein Gewicht von bis zu 800 Kilogramm erreichen.
Seinen Namen hat der Jütländer von der gleichnamigen Region Dänemarks, aus der er stammt. Er zählt zu den ältesten europäischen Kaltblutrassen, die ein Gewicht von bis zu 800 Kilogramm erreichen. (Symbolbild) © Antje Lindert-Rottke/Imago
Robust, intelligent und vielseitig: Die Eriskay Ponys sind an der Westküste Schottlands beheimatet. Sie gelten als die letzten Überlebenden der ursprünglich einheimischen Ponys. Die Rasse wird daher vom Rare Breed Survival Trust (RBST) als vom Aussterben bedroht eingestuft.
Robust, intelligent und vielseitig: Die Eriskay Ponys sind an der Westküste Schottlands beheimatet. Sie gelten als die letzten Überlebenden der ursprünglich einheimischen Ponys. Die Rasse wird daher vom Rare Breed Survival Trust (RBST) als vom Aussterben bedroht eingestuft. (Symbolbild) © Ernie Janes/Imago
Eine Kreuzung aus Warmblut und Kaltblut ist der Budjonny. In Deutschland sind die Pferde eher selten vertreten, in ihrer Heimat in Südrussland sind sie dagegen umso bekannter. Budjonny Pferde sind temperamentvoll und äußerst zäh, da sie ursprünglich für die russische Kavallerie gezüchtet wurden.
Eine Kreuzung aus Warmblut und Kaltblut ist der Budjonny. In Deutschland sind die Pferde eher selten vertreten, in ihrer Heimat in Südrussland sind sie dagegen umso bekannter. Budjonny Pferde sind temperamentvoll und äußerst zäh, da sie ursprünglich für die russische Kavallerie gezüchtet wurden. (Symbolbild) © agefotostock/Imago
Kinsky-Pferde sind mittelgroße, leichte Warmblüter, deren Ursprung in Tschechien liegt. Daher sind sie in Deutschland eher weniger verbreitet. Die Rasse ist vor allem für ihren goldenen Schimmer im Fell bekannt. Dafür ist das sogenannte Cream-Gen verantwortlich.
Kinsky-Pferde sind mittelgroße, leichte Warmblüter, deren Ursprung in Tschechien liegt. Daher sind sie in Deutschland eher weniger verbreitet. Die Rasse ist vor allem für ihren goldenen Schimmer im Fell bekannt. Dafür ist das sogenannte Cream-Gen verantwortlich. (Symbolbild) © agefotostock/Imago
Bei den Mérens handelt es sich um schwarze, stämmige Gebirgspferde aus den Pyrenäen. Sie sind robust, trittsicher und sanftmütig. Vom Aussehen ähneln sie dem englischen Fell Pony und dem Dales-Pony.
Bei den Mérens handelt es sich um schwarze, stämmige Gebirgspferde aus den Pyrenäen. Sie sind robust, trittsicher und sanftmütig. Vom Aussehen ähneln sie dem englischen Fell Pony und dem Dales-Pony. (Symbolbild) © Carol Walker/Imago

Interaktion zwischen Reiter, Sattel und Pferd optimieren – weitere Studien nötig

„Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, die Interaktion zwischen Reiter, Sattel und Pferd zu optimieren“, hielten die Wissenschaftler abschließend fest. Die Wahl des passenden Sattels, etwa mit flexibleren Pauschen, könne einen wichtigen Beitrag dazu leisten. In weiteren Untersuchungen seien außerdem andere Pferdegangarten interessant. „Künftige Studien sollten die Auswirkungen einer Oberschenkelpausche auf die Interaktion zwischen Reiter und Pferd im Schritt und im Galopp, beim Reiten in verschiedenen Reitpositionen und bei Verwendung durch weniger geübte oder symmetrische Reiter quantifizieren“, schreibt das Forscherteam.

Rubriklistenbild: © Stefan Lafrentz/Imago

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