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Rekuperation beim Elektroauto: So funktioniert die Strom-Rückgewinnung für den Akku

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Elektroautos gewinnen beim Bremsen über die Rekuperation Energie und Strom zurück. Doch wie funktioniert das Prinzip eigentlich?

Die Elektromobilität wird immer wichtiger und mit ihr viele neue Funktionen, die Autofahrer vom Verbrenner bislang nicht kannten. Eine davon ist die Rekuperation. Der Begriff entstammt dem lateinischen Wort recuperation und bedeutet Rückgewinnung. Im Fall der Elektroautos ist dabei Energie gemeint. Doch wie genau funktioniert das eigentlich?

Neu ist das Verfahren jedoch nicht und wird beispielsweise schon seit über hundert Jahren im Schienenverkehr eingesetzt, um einmal umgewandelte Energie erneut nutzbar zu machen. Um die verbrauchte Energie zurückzugewinnen, kommt bei den Elektroautos ein sogenanntes regeneratives Bremssystem zum Einsatz.

Durch die Rekuperation kann Energie zurückgewonnen werden, die sonst verloren gegangen wäre.

Rekuperation beim Elektroauto: So funktioniert die Strom-Rückgewinnung für den Akku

Während beim Verbrenner die Energie beim Bremsen als Reibungswärme verloren geht, können Elektroautos diese zurückgewinnen. Dazu kehren sie ihre Funktionsweise um und fungieren als Generator. Über das regenerative Bremssystem wird ein Teil der Bewegungsenergie gespeichert und für das System nutzbar gemacht. Die Rekuperation erfolgt also beim Bremsen.

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Kia EV6
Kia EV6: 309 Kilometer. Dank moderner 800-Volt-Ladetechnik fährt das Mittelklasse-SUV aus Südkorea klar an die Spitze. Die Version mit Heckantrieb und 77,4-kWh-Akku war das einziges Modell des Testfeldes, das die 300-Kilometer-Marke knackte. Basispreis: 46.990 Euro. © weigl.biz
Mercedes-Benz EQS 450+
Mercedes-Benz EQS 450+: 275 Kilometer. Die Luxuslimousine für mindestens 107.326 Euro holt aus der verwendeten 400-Volt-Technik dank präzisem Lade- und Temperatur-Management das Optimum heraus. Getestet wurde die Long-Range-Version mit 108-kWh-Akku und Heckantrieb. © Deniz Calagan/Mercedes-Benz AG
BMW iX
BMW iX: 273 Kilometer. Das große Elektro-SUV trat als xDrive50 mit serienmäßigem Allradantrieb zum Test in der Oberklasse-Kategorie an – und mit mächtigem 105,2-kWh-Akku. Der Basispreis des mächtigem Stromers liegt bei 84.600 Euro. © Uwe Fischer/BMW
Hyundai Ioniq 5
Hyundai Ioniq 5: 272 Kilometer. Das südkoreanische SUV ist technisch mit dem Testsieger Kia EV6 verwandt, und nutzt dieselbe schnelle 800-Volt-Technik. Die sparsamere Heckantriebsversion kostet ab 43.900 Euro, getestet wurde die Ausführung mit 72,6-kW-Akku für 4.000 Euro Aufpreis. © Dino Eisele/Hyundai
Porsche Taycan GTS
Porsche Taycan: 271 Kilometer. In der Oberklasse lagen die Testwerte relativ dicht beieinander. In der Version GTS fährt der Elektro-Porsche (Basispreis 86.733 Euro) mit 93,4-kWh-Akku nur knapp hinter den Klassenbesten her, er kann ebenfalls mit 800 Volt laden. © Porsche AG
Audi e-tron GT quattro
Audi e-tron GT quattro: 237 Kilometer. Der viertürige, Elektrosportler mit Allradantrieb basiert auf dem Porsche Taycan und verfügt daher ebenfalls über schnelle 800-Volt-Technik und einen 93,4-kWh-Akku, ist aber etwas größer und geräumiger. Preis: ab 104.000 Euro. © Audi
BMW i4 eDrive40
BMW i4: 235 Kilometer. Die Elektroversion der konventionell angetriebenen 4er-Reihe ist das sportlichste Modell der Mittelklasse-Wertung. Als eDrive40 kostet er ab 59.200 Euro und verfügt über einen Akku mit 83.9 kWh Kapazität. © BMW
Tesla Model 3
Tesla Model 3: 221 Kilometer. Der Elektroauto-Pionier legt seit jeher mehr Wert auf Reichweite als auf schnelles Laden, was bei der Akku-Auslegung ein Zielkonflikt ist. Der Test der Long-Range-Version mit 82,1-kWh-Akku erfolgte an markeneigenen Superchargern. Basispreis des Model 3: 52.965 Euro. © Tesla
Polestar 2
Polestar 2: 218 Kilometer. Die noch junge Marke gehört zum chinesischen Geely-Konzern, die Autos werden von dessen Tochter Volvo entwickelt und in China produziert. Den Polestar gibt es ab 46.495 Euro, gemessen wurde die heckgetriebene Long-Range-Version mit 78-kWh-Akku. © Polestar
BMW iX3
BMW iX3: 201 Kilometer. Ein weiterer BMW nach dem bewährten Muster, ein Verbrennermodell zum Stromer umzurüsten. Das Mittelklasse-SUV kostet ab 67.300 Euro und verfügt über einen Akku mit 80 kWh Kapazität. © BMW

Damit die Bewegungsenergie jedoch nutzbar wird, muss sie erst einmal wieder in elektrische Energie umgewandelt werden. Anschließend wird sie dann in den Akku des Stromers geleitet. Die Rekuperation funktioniert aber nicht nur bei reinen Elektroautos, sondern auch bei Fahrzeugen mit Hybrid- oder Gyroantrieb. Der Elektromotor übernimmt dabei auch die Funktion des Generators.

Rekuperation beim Elektroauto: Fuß vom Gas – Stromer bremsen oft automatischen

Wie stark rekuperiert wird, steuert die Elektronik in Abhängigkeit von Gaspedal-Stellung, Bremspedal-Druck und zusätzlichen Einstellungen bzw. Bedienelementen. Oftmals kann der Fahrer über Schalter am Lenkrad Einfluss darauf nehmen und entschieden, ob mehr oder weniger Energie zurückgewonnen werden soll.

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Bei den meisten Elektroautos ist jedoch schon voreingestellt, ob und wie stark verzögert wird, wenn der Fahrer den Fuß vom Gas nimmt. Zum Schutz des Akkus ist die Rekuperationsleistung begrenzt und liegt je nach Stormer und Batterie zwischen 50 und 90 kW. Rund 70 Prozent der verlorenen Bremsenergie können so vermutlich zurückgewonnen werden. Auf maximaler Rekuperationseinstellung verzögern viele Elektroautos sogar so stark, dass es reicht, vom Gas zugehen. Die Bremse wird dann nur noch für Notbremsungen benötigt. Mit dem One-Pedal-Driving ist man zudem in der Stadt deutlich effizienter unterwegs.

Rubriklistenbild: © Audi

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