VonSven Schneiderschließen
Die Rente wird im Juli 2023 angepasst. Für viele bedeutet das eine Erhöhung, Tausende verlieren jedoch Geld. Das sind die Hintergründe.
Hamm - Mehr Geld im Portmonee oder auf dem Bankkonto zu haben, vertreibt manchmal die eine oder andere Sorge. Erfreut werden deshalb Millionen Rentner in Nordrhein-Westfalen und ganz Deutschland die Nachricht registriert haben, dass die Rente im Juli 2023 erhöht wird. Das allerdings nicht für alle. Denn Tausende gehen trotz der Rentenerhöhung leer aus.
Rente 2023 steigt: Rund 650.000 Rentner verlieren ab Juli sogar Geld
Ab dem 1. Juli 2023 fließt für Rentner mehr Geld auf das Konto. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil sprach Ende des Jahres 2022 von einer „spürbaren Rentenerhöhung“. Fest steht die Rentenerhöhung seit März 2023. Im Westen Deutschlands oder in den sogenannten „alten“ Bundesländern steigen die Renten um 4,39 Prozent, in den östlichen Bundesländern um 5,86 Prozent.
Bei der Rentenanpassung handelt es sich um eine jährliche Erhöhung. Sie erfolgt immer zum 1. Juli. So auch im Jahr 2023. Die Rentenerhöhung wird von der Bundesregierung in einer Verordnung festgelegt. Ab 1. Juli 2023 beträgt der aktuelle Rentenwert in Ost- und Westdeutschland einheitlich 37,60 Euro – bisher gab es noch unterschiedliche Rentenwerte für Ost und West.
Rente steigt, Grundsicherung sinkt: Im Juli 2023 steht eine finanzielle Lücke bevor
Die schlechte Nachricht: Nicht alle Rentner profitieren von der Rentenerhöhung 2023. Vielmehr noch: 650.000 Rentner verlieren sogar noch Geld. Rentner, die die Grundsicherung beziehen, dürfen sich nicht über die anstehende Rentenerhöhung 2023 freuen. Grundsicherung bedeutet:
- Wird der Lebensunterhalt nicht mit der Rente abgedeckt, kann die Grundsicherung in Kraft treten.
- Dessen Höhe unterscheidet sich je nach Höhe der Rente.
- Rentner mit einem Einkommen von 924 Euro können den Anspruch auf Grundsicherung prüfen lassen.
- Für die Grundsicherung müssen Rentner in Deutschland wohnen.
Doch warum erhalten Rentner mit Grundsicherung keine Rentenerhöhung? Die Grundsicherung wird mit der Rentenerhöhung voll angerechnet. Steigt die Rente an, sinkt gleichzeitig die Höhe der Grundsicherung. Eine finanzielle Lücke steht dann besonders im Juli bevor. Rentner, die ab April 2004 in den Ruhestand gingen, erhalten erst am Ende des Monats die Rente. Die Grundsicherung hingegen wird zu Monatsbeginn ausgezahlt. Da Ende Juli vielen Rentnern eine höhere Rente ausgezahlt wird, sinkt zugleich Anfang Juli die Grundsicherung. Ergo: Den rund 650.000 betroffenen Rentnern in Deutschland steht weniger Geld zur Verfügung.
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