VonMichaela Ebertschließen
Trotz Rente müssen viele Deutsche Steuern zahlen. Der steuerpflichtige Anteil hängt jedoch von vielen Faktoren ab. Wie viel bleibt bei 1.300 Euro brutto übrig?
Selbst in der Rente bleiben die meisten Deutschen davon wohl nicht verschont. Denn trotz Ruhestand müssen Millionen Menschen weiterhin Steuern zahlen. Doch nicht jeden trifft es gleichermaßen. Wie hoch der Steuersatz ausfällt, hängt vom jeweiligen Eintrittsjahr ab. Einen Jahrgang trifft es dabei besonders hart, wie echo24.de bereits berichtete.
Denn: Je später Arbeitnehmer in den Ruhestand eintreten, desto höher wird auch der steuerpflichtige Rentenanteil. Im Jahr 2024 liegt dieser beispielsweise für Neurentner bei 83 Prozent. Der sogenannte Rentenfreibetrag liegt somit bei den restlichen 17 Prozent. Bis 2058 soll er auf null Prozent schrumpfen – dann muss der volle Rentensatz versteuert werden. Wie viel bleibt also übrig vom Einkommen im Alter?
Steueranteil der Rente berechnen: Wie viel bleibt Ruheständlern bei 1.300 Euro brutto?
Geht man davon aus, dass eine Person die durchschnittliche Rente bezieht, kann das an einem Rechenbeispiel nachvollzogen werden:
Einer Statistik der Deutschen Rentenversicherung zufolge, haben 2023 männliche Rentner 2023 durchschnittlich 1.309 Euro brutto im Monat erhalten, während der Betrag für Frauen bei durchschnittlich 1.233 Euro lag. Es handelt sich dabei um statistische Mittelwerte der Brutto-Rentenbezüge vom 31. Dezember 2023. Für die Beispielrechnung gehen wir daher von dem Mittelmaß der beiden Werte aus: Wie viel Steuern müssen Ruheständler mit einer Rente von 1.300 Euro zahlen?
Monatliche Rente von 1.300 Euro brutto: So hoch ist der Grundfreibetrag 2024
Pauschal sagen lässt sich das – wie bei so vielen Berechnungen im Hinblick auf die Rente – übrigens nicht. Denn wie viel Steuern auf die Rente fällig werden, hängt neben dem Rentenfreibetrag auch vom Grundfreibetrag ab. Dieser liegt im Jahr 2024 beispielsweise bei 11.604 Euro pro Jahr. Doch auch hier passen sich die Grenzen jährlich an.
Worin liegt der Unterschied zwischen Rentenfreibetrag und Grundfreibetrag?
Beim Rentenfreibetrag handelt es sich um den Teil der Rente, der nicht versteuert werden muss. „Rentner, die nach Abzug des Rentenfreibetrags mit ihren Renteneinkünften unter dem steuerlichen Grundfreibetrag liegen, müssen keine Steuern zahlen“, erklärt das Familienportal „berlin.de“.
Der Rentenfreibetrag richtet sich somit nach dem Eintrittsjahr des Ruheständlers und verändert sich über die gesamte Zeit des Renten-Bezugs nicht mehr, der Grundfreibetrag wird jährlich neu angepasst.
Eine Person, die somit im Jahr 2024 in Rente geht und monatlich 1.300 Euro Rente brutto bezieht, erhält insgesamt 15.600 Euro Brutto-Rente pro Jahr. Ihr Rentenfreibetrag beträgt aufgrund des Datums ihres Renteneintritts 17 Prozent. Insgesamt 2.652 Euro bleiben somit steuerfrei, 12.948 Euro müssen versteuert werden.
Rente muss versteuert werden – Tabelle zeigt Steueranteil nach Jahrgang:
| Jahr des Renten-Eintritts | Besteuerungsanteil / Rentenfreibetrag |
|---|---|
| 2020 | 80 Prozent / 20 Prozent |
| 2021 | 81 Prozent / 19 Prozent |
| 2022 | 82 Prozent / 18 Prozent |
| 2023 | 82,5 Prozent / 17,5 Prozent |
| 2024 | 83 Prozent / 17 Prozent |
| 2025 | 83,5 Prozent / 16,5 Prozent |
| 2026 | 84 Prozent / 16 Prozent |
| 2027 | 84,5 Prozent / 15,5 Prozent |
| ... | ... |
| 2057 | 99,5 Prozent / 0,5 Prozent |
| 2058 | 100 Prozent / 0 Prozent |
Steueranteil der Rente berechnen: Bei 1.300 Euro brutto – was bleibt übrig?
- Monatliche Brutto-Rente: 1.300 Euro
- Bruttojahresrente: 15.600 Euro
- Zu versteuernder Anteil (nach dem Rentenfreibetrag aus dem Jahr 2024): 12.948 Euro
- Grundfreibetrag im Jahr 2024: 11.010 Euro
Tabelle zeigt: Bis zu diesem Einkommen zahlen Rentner keine Steuern
| Im Jahr | Grundfreibetrag für alle Steuerpflichtigen |
|---|---|
| 2024 | 11.784 Euro |
| 2025 | 12.084 Euro |
| 2026 | 12.336 Euro |
Da der zu versteuernde Anteil in diesem Fall über dem Grundfreibetrag für das Jahr 2024, muss im konkreten Fall auch in der Rente eine Steuererklärung gemacht werden. Mit einigen Tipps lässt sich dabei einiges herausholen.
Bei monatlicher Rente von 1.300 Euro brutto: Mit Abzügen bleiben 11.010 Euro jährlich auf dem Konto
Doch Vorsicht: Wie „fr.de“ bereits berichtet, fallen laut „Lohnsteuerhilfe“ für Rentner weitere Abgaben, wie etwa gesetzliche Krankenkassen- und Pflegeversicherungsbeiträge an. Insgesamt müssen Ruheständler demnach mit einem weiteren Abschlag von rund 11,5 Prozent der Bruttojahresrente für Vorsorgeaufwendungen rechnen. Wird all dies von der beispielhaften Bruttojahresrente abgezogen, bleibt ein Betrag von 11.010 Euro.
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