VonPeter Kieferschließen
Nach 37 Jahren täglicher Arbeit sollte man sich doch im Alter entspannt zurücklehnen können, um seinen Lebensabend zu genießen. Doch ganz so sorgenfrei wird es für viele nicht.
Es ist genau die Horror-Vorstellung, vor der Millionen Arbeitnehmer und künftige Rentner große Angst haben: Man schuftet sein Leben lang hart und erhält dafür im Alter nur eine kleine Rente, die kaum zum Leben reicht.
Trotz 37 Jahren Arbeit – diese Mini-Rente schockt
Das Rechenbeispiel des Portals gegen-hartz.de ist ziemlich alarmierend: Wer im Jahr 2025 auf ein jahrzehntelanges Arbeitsleben zum Durchschnittslohn zurückblickt, dem droht ein geringes Altersgeld für den nicht ganz so sorgenfreien Lebensabend.
Denn: Mit der neuesten Rentenanpassung am 1. Juli 2025 ist ein Rentenpunkt (auch Entgeltpunkt genannt) exakt 40,79 Euro wert. Konkret wären dies nach 37 Jahren im Job gemäß der aktuellen Gesetzeslage in Deutschland 37 Rentenpunkte. Der daraus resultierende Bruttobetrag beträgt demnach rund 1509 Euro.
Nur 1300 Euro netto für Rentner nach 37 Jahren Durchschnittslohn
So weit, so gut, doch nach den Abzügen des halben Beitrags für die gesetzliche Krankenversicherung (7,3 Prozent), vollen Pflegebeitrags (3,6 Prozent) und des halben Zusatzbeitrags (durchschnittlich 1,25 Prozent) bleiben unterm Strich netto nur 1326 Euro übrig.
Zur Erinnerung: Im Jahr 2023 hatte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales der alten Ampel-Regierung um Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in einer Modellrechnung noch 1200 Euro ausgerufen – also nur unwesentlich weniger.
Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Elternzeit schmälern die Rente
Wer es nicht mehr genau im Kopf hat: Bei dieser Musterrechnung muss in jedem der 37 Arbeitsjahre exakt das vorläufige Durchschnittsentgelt (50.493 Euro) bezogen werden. Faktoren wie Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Elternzeit kosten jedoch Entgeltpunkte. Heißt: später gibt es weniger Rente!
Buchstäblich noch ärmer dran ist, wer beispielsweise zehn Jahre weniger arbeitet und somit nur 27 Beitragsjahre angerechnet bekommt: Dann zahlt einem der Staat nämlich für 27 Rentenpunkt lediglich 1101 Euro brutto (etwa 968 Euro netto).
Beamtenpension fast doppelt so hoch wie Durchschnittsrente
Wenn man zudem bedenkt, dass die reale Kaufkraft in Deutschland weiter schrumpft, weil die Lebenshaltungskosten schneller steigen als die Renten, dann sind das keine rosigen Aussichten. Nicht zuletzt aufgrund steigender Mieten liegt das faktische Existenzminimum vieler Single-Haushalte laut gegen-hartz.de mittlerweile über den Altersbezügen für 27 Jahre harte Arbeit.
Wohl dem, der eine Beamtenpension kassiert: Die beträgt seit März 2024 mindestens satte 2083 Euro brutto – und das bereits nach nur fünf Dienstjahren, wie echo24.de berichtet.
Rubriklistenbild: © IMAGO / Ralph Peters

