1000 Euro für 230 Quadratmeter

Rentnerin verlässt ihre Heimat und lebt nun in Urlaubsparadies – „Habe mich noch nie so frei gefühlt“

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Viele Rentner träumen davon, den Ruhestand im Ausland zu verbringen. Für eine US-Amerikanerin wurde der Traum wahr. Doch wie hoch sind die Hürden in Panama?

Panama City – Den wohlverdienten Ruhestand auf einem Kreuzfahrtschiff, an einem Strand in der Karibik oder dem Sehnsuchtsort der eigenen Jugend zu verbringen. Was für viele ein Traum ist, wird für so manchen Rentner oder so manche Rentnerin durchaus zur Realität. Natürlich ist das Auswandern besonders im Alter mit einigen Schwierigkeiten verbunden. Wie das Beispiel einer 71-jährigen AuswandererIn zeigt, kann es den Lebensabend aber noch einmal ungemein bereichern.

Rentnerin (71) entscheidet sich nach Tod von Mutter und Hund zum Auswandern nach Panama

Die US-Amerikanerin Kimberley K. stand in jungen Jahren im Dienst der US Air Force, besuchte bereits Länder wie Großbritannien oder auch Deutschland, wie sie dem Business Insider erzählte. Auch später sollte sie als Musikerin viel umherreisen. „Ich war schon immer ein abenteuerlustiger Mensch und konnte den Gedanken nicht ertragen, im Alter zu stagnieren.“

Hat sich in Panama neu in ihr Leben verliebt: die Rentnerin Kimberly K. (Collage)

Nach ihrer Scheidung, sowie dem Tod ihrer Mutter und ihres Hundes, reifte in der Seniorin der Wunsch, auszuwandern. Abgesehen von ihren Geschwistern und Verwandten hielt sie nichts mehr in den USA, sagt sie. Eine eigens engagierte Umzugs-Trainerin sollte ihr dabei helfen, anderswo Fuß zu fassen. Kimberley K. zog einen Umzug nach Bali und Belize in Erwägung, nach einer Erkundungsreise durch Mittelamerika war für sie aber klar: Es sollte Panama sein.

Panama ist beliebtes Auswanderer-Ziel: US-amerikanische Rentnerin schon beim ersten Besuch hin und weg

Glaubt man dem Global Retirement Index, einer Studie zu den Auswanderungszielen für Rentner, gehört Panama auf dem vierten Platz zu einem der Länder, das sich am besten zum Auswandern im Alter eignet. Kimberley K. war vom rund 4,5 Millionen Einwohner zählenden Urlaubsland prompt überzeugt. Schon während ihres ersten Besuchs leistete sie eine Anzahlung für eine Wohnung mit Meerblick, wie sie Business Insider gesteht. Ihr Hab und Gut verkaufte sie – bis auf zwei prall gefüllte Koffer.

„Dann kam der große Tag. Ich habe mich noch nie so frei gefühlt wie damals, als ich aus dem Flughafen in Panama trat und die Sonne auf meinem Gesicht spürte“, schwärmt sie über ihren ersten Tag in der neuen Heimat. Auf Facebook fasst sie poetisch zusammen: „In der Wärme Panamas habe ich meinen Platz gefunden“.

Neu ins Leben verliebt: Rentnerin findet in Panama im Ruhestand eine neue Heimat

Seit sie in Panama sei, habe sie sich wieder in ihr Leben verliebt. Neben ihrem neuen Traumzuhause am Meer schätze sie auch das gute Essen, das frische Obst und den köstlichen Fisch, sowie die gute Gesellschaft. Zudem seien die Lebenshaltungskosten im Vergleich zu den USA deutlich geringer. Für ihre mehr als 230 Quadratmeter große Bleibe zahle sie umgerechnet weniger als 1000 Euro Miete.

Die Top 10 der besten Länder für die Rente im Ausland

Der Sandstrand in San Andres (Kolumbien).
Kolumbien hat es auf Platz 10 geschafft – das Land bietet nämlich nicht nur ein tropisches Klima mit Traumstränden und Sonne das ganze Jahr über. Laut „Retirement Index“ hat Kolumbien auch gutes Gesundheitssystem. Für rund 1.000 US-Dollar im Monat kann man in Kolumbien außerdem ein gutbürgerliches Leben in kleineren Städten leben, für 2.000 Dollar in der Hauptstadt Bogota.  © Imago
Blick auf die Insel Kho Mak in Thailand
Dass Thailand für europäische Auswanderer ein Paradies ist, ist schon lange bekannt. Für Rentner lohnt es sich aber ganz besonders, weil es für Menschen ab 50 Jahren Sonderkonditionen für Langzeitvisen gibt. Zudem sind die Immobilienpreise hier besonders attraktiv: Eine Zweizimmerwohnung kann in Thailand für unter 30.000 Dollar erworben werden.  © IMAGO/Fokke Baarssen
Der Hafen von Portofino, Genua in Italien
Wer lieber in Europa bleiben will, sollte sich Italien für die Rente genauer ansehen. Im Süden bleibt das Wetter auch im Winter warm mit Temperaturen um die 20 Grad. Laut „Retirement Index“ liegt Italien außerdem auf Platz 2 der besten Gesundheitssysteme der Welt. Die Lebenshaltungskosten liegen zwar höher als im Rentnerparadies Thailand. Aber für rund 2.500 Euro im Monat halten sich die Kosten auch hier in Grenzen.  © Imago
Étretat in der Normandie (Frankreich)
Solange man sich nicht gerade Paris aussucht, kann man sich als Rentner in Frankreich ein sehr schönes Leben machen. An der Côte d‘Azur ist es auch im Winter warm und sonnig, und für rund 200.000 Euro kann man sich schon ein Häuschen leisten. Das Gesundheitssystem ist ebenfalls sehr gut und günstig - ein normaler Arztbesuch kostet unter 10 Euro.  © Pixabay
Die Insel Santorin in Griechenland
An 250 Tagen im Jahr scheint in Griechenland die Sonne. Kein Wunder also, dass es im „Retirement Index“ auf Platz 7 liegt. Zudem sind die Lebenshaltungskosten niedriger als in Deutschland, da die Griechen durchschnittlich mit unter 20.000 Euro im Jahr auskommen muss.  © Pixabay
Die kleine Stadt Nerja im Süden von Spanien
In Spanien können Rentner für weniger als 2.500 Dollar im Monat ein gutes Leben führen. Vor allem außerhalb der größeren Städte sind die Lebenshaltungskosten niedriger als in Deutschland. Die Essenskultur der Spanier ist ein echtes Highlight - und ein 3-Gänge-Menü kann in der Regel für weniger als 20 Euro geschossen werden. Außerdem ist Spanien eines der sichersten Länder Europas. © IMAGO/Martin Silva Cosentino
Regenwald und Sandstrand in Costa Rica
Wer den Lebensabend in den Tropen verbringen will, könnte sich Costa Rica aussuchen. Im „Retirement Index“ liegt das Land auf Platz 5. Für 3.000 US-Dollar im Monat kann ein Rentner-Paar ein schönes Leben führen, inklusive Wohnung. Wer über mehr Geld verfügt, kann schon fast im Luxus leben. Zudem gibt es wunderschöne Strände und Sonne das ganze Jahr über.  © Victor Bordera/Imago
Der Kratersee Quilotoa in den Anden von Ecuador
Es gibt nur wenige Länder, in denen die Lebenshaltungskosten so niedrig sind wie in Ecuador. Ein Rentner-Paar kann hier für 1.800 Dollar im Monat alles bekommen, was es zum Leben braucht. Kleine Wohnungen an der Pazifikküste gibt es für unter 150.000 Dollar zu kaufen. Neben den Stränden gibt es die Bergkulisse der Anden - es ist also für jeden was dabei.  © Imago
Die Stadt Bocas del Toro in Panama
Auch Panama kann mit niedrigen Lebenshaltungskosten und einem gehobenen Lifestyle bei Rentnern punkten. Für 150.000 Dollar können hier schöne Wohnungen gekauft werden. Zum Leben braucht man rund 1.000 Dollar Rente im Monat - in Deutschland gilt man mit dem Einkommen als armutsgefährdet, in Panama lebt man im Luxus. Es gibt auch ein Rentner-Visum, das relativ problemlos zu bekommen ist.  © Imago
Die Stadt Puerto Escondido an der Küste von Mexiko
Auf Platz 2 im „Retirement Index“ steht Mexiko. Rentner können hier für rund 800 US-Dollar im Monat ein entspanntes Leben führen, mehr braucht es nicht. Das Land hat außerdem ein modernes Gesundheitssystem, Arztbesuche kosten zwischen 300 und 800 Dollar im Jahr. Mit einem Kurzzeitvisum kann man vier Jahre lang in dem Land leben - muss das Visum aber jährlich aktualisieren.  © Imago
Spätsommer an der portugiesischen Algarve zwischen Portimao und dem Cabo de Sao Vicente / Die herrliche Badebucht Praia
Das beste Land für Rentner im Jahr 2023 ist Portugal. Warum? Weil es alle Wünsche erfüllt: Das Klima ist immer genau richtig, die Landschaft atemberaubend schön und es ist eines der sichersten Länder der Welt. Das Gesundheitssystem wird von der Weltgesundheitsorganisation auf Platz 12 der besten der Welt gesehen. Ein Ehepaar kommt mit 2.500 Dollar im Monat leicht über die Runden. © IMAGO/Rex Schober

Nicht nur in ihr Leben hat sich Kimberley K. wieder verliebt. Auch in Sachen Partnersuche hat sich der Umzug nach Panama ihr zufolge gelohnt. „Ich bin sehr aktiv, deshalb gehe ich eher mit Männern aus, die mindestens zehn Jahre jünger sind als ich. Ich will keinen ‚alten Mann‘, um den ich mich kümmern muss“, gibt sie dem US-Medium zu Protokoll.

Rente von weniger als 1000 Euro genügt – Schwelle für Ruhestand in Panama relativ gering

Während deutsche Rentner eher europäische Länder als beliebteste Auswanderungsziele erachten, ist es für Senioren relativ einfach, nach Panama auszuwandern. Der Staat gibt lediglich vor, dass Rentner über ausreichend finanzielle Mittel verfügen müssen. Konkret bedeutet das, dass Rentner, die nach Panama auswandern wollen, eine monatliche Rente von umgerechnet rund 960 Euro (1000 Balboas) vorweisen müssen.

Möglich ist eine Aufenthaltserlaubnis auch im Falle größerer Investitionen im Land, informiert auch der Finanzdienstleister Monito. Nach fünf Jahren dauerhaften Aufenthalts in Panama können Auswanderer sogar die panamaische Staatsangehörigkeit beantragen.

Bei allen Vorzügen gilt jedoch: Kleinkriminalität ist laut dem Auswärtigen Amt in Panama „weiter verbreitet“. Zudem besteht im mittelamerikanischen Land auch „das Risiko, zufälliges Opfer von Auseinandersetzungen krimineller Banden zu werden.“ (jm)

Rubriklistenbild: © lesniewski/ Panthermedia Kimberly Kelley/Facebook

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